Wiedmann & Winz: eActros 300 Sattelzugmaschine am Start

Der Logistikdienstleister hat eine Elektro-Sattelzugmaschine von Mercedes-Benz in Betrieb genommen, die in regelmäßigen Rundläufen zwischen Göppingen und Wörth eingesetzt werden soll.

Beim eActros 300 als Sattelschlepper stehen drei Batteriepakete mit einer Kapazität von jeweils 112 kWh zur Verfügung. Foto: Wiedmann & Winz
Beim eActros 300 als Sattelschlepper stehen drei Batteriepakete mit einer Kapazität von jeweils 112 kWh zur Verfügung. Foto: Wiedmann & Winz
Daniela Sawary-Kohnen

Wiedmann & Winz aus Geislingen/Steige gehört laut eigenen Angaben zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die eine batterieelektrische Sattelzugmaschine des Fahrzeugbauers Daimler Truck einsetzen. Wiedmann & Winz-Geschäftsführer Dr. Micha Lege:

„Für uns ist die Übernahme der Elektro-Zugmaschine der Einstieg in ein neues Technologiezeitalter. Sie markiert gleichzeitig den größten Umbruch in unserer Firmengeschichte. Wir haben schon immer auf neue Fahrzeugtechnik gesetzt, waren Pioniere bei der Telematik und haben uns frühzeitig mit der Digitalisierung im Transport beschäftigt.“

Gemeinsam mit seinem Fuhrparkleiter nahm Lege den eActros 300 in der Variante als Sattelzugmaschine am vergangenen Montag im Lkw-Wörth in Empfang.

Die Variante als Sattelschlepper basiert auf derselben Technologie wie der eActros 300 und 400, der bereits seit 2021 vom Band läuft. Es stehen drei Batteriepakete mit einer Kapazität von jeweils 112 kWh zur Verfügung. Sind die Akkus komplett geladen, sind nach Herstellerangaben bis zu 220 Kilometer Reichweite möglich.

Geplant sind nach eigenen Angaben regelmäßige Rundläufe nach Wörth, die in Göppingen starten, wo Wiedmann & Winz einen Logistikstandort betreibt. Auf der Hinfahrt sind Fahrzeugteile an Bord, als Rückladung soll der eActros Ladungsträger und Leergut schultern.

Sind die Batterien über Nacht gefüllt, sei die etwa 130 Kilometer lange Strecke für das Fahrzeug gut zu bewältigen. In Wörth selbst stünden Transportpartnern ein eigener Ladepark zur Verfügung, sodass dem Fahrzeug auch auf der Rückfahrt nicht der Strom ausgehe. Geschäftsführer Lege:

„Das Fahrzeug ersetzt auf dieser Relation einen Diesel-Lkw. Da das Fahrzeug einen Standard-Auflieger ziehen kann, können wir es auf dieser Strecke einsetzen wie einen konventionellen Actros.“

Der Logistiker hat einen Mercedes-Benz-Fuhrpark mit über 100 Lkw. Neben den Touren nach Wörth will der Logistikdienstleister den Flottenneuzugang auch im regionalen Verteilerverkehr einsetzen und dort Erfahrungen beim Betrieb eines Elektro-Lkw sammeln. Lege:

„Dieses Engagement für den Klimaschutz möchten wir künftig noch weiter ausbauen.“

Großes Interesse habe man zudem an dem am 10. Oktober präsentierten eActros 600, den Daimler Truck von Ende nächsten Jahres an in Serie produzieren möchte, so Lege.

Man sehe aber auch die Regierung am Zug, die nötigen Voraussetzungen für einen Umstieg auf Null-Emissions-Lkw zu schaffen. Dazu gehörten einmal der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur, vor allem auch entlang der Bundesfernstraßen. Dazu zählten aber auch das der Logistikbranche versprochene Vorhalten von Fördermitteln. Diese stünden nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds aber auf der Kippe

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