Weihnachtsaktion für Trucker: Gute Stimmung am Rasthof Vaterstetten

Für einen Nachmittag rückte am vergangenen Freitag, 10. Dezember 2021, Fernride die Fahrer in den Mittelpunkt. Es gab Plätzchen, Punsch und gute Worte – untermalt von weihnachtlicher Musik. De Beschenkten dankten es mit ihrer Freude.

Schon der Anblick war eine Freude: Bei leichtem Schneefall kommt der stimmungsvoll beleuchtete "Weihnachststand" erst so richtig zur Geltung. (Foto: Frank Diepen/Fernride)
Schon der Anblick war eine Freude: Bei leichtem Schneefall kommt der stimmungsvoll beleuchtete "Weihnachststand" erst so richtig zur Geltung. (Foto: Frank Diepen/Fernride)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei Unterwegs auf der Autobahn von Christine Harttmann)

Ein Tucker mit Tränen in den Augen, viele andere mit glücklichen Gesichtern – die Weihnachtsaktion des Münchner Start-ups Fernride am Rasthof Vaterstetten West war ein voller Erfolg. Emsig verteilten CEO Hendrik Kramer und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der mobilen Küche heraus Nikolaustüten, mit alkoholfreiem Punsch gefüllte Thermobecher und andere Leckereien an die Lkw-Fahrer, die zur Übernachtung auf dem Parkplatz einrückten. Das Münchner Unternehmen wollte mit der Aktion auf die Probleme der Fahrer aufmerksam machen und damit auf die Notlage der gesamten Logistikbranche in beleuchten.

Tagelang seien die Berufskraftfahrer unterwegs, duschen auf Rasthöfen, schlafen in der Kabine, weit weg von der Familie. Vor allem die Weihnachtszeit mache das nachdenklich, sagt Hendrik Kramer, CEO und Mitgründer des Münchner Teleoperations-Startups Fernride. Besonders am Wochenende schlage die Einsamkeit zu, wenn Fahrer statt bei ihren Familien, 45 Stunden Wochenendruhezeit an irgendeinem Autohof „absitzen“ müssen. Der Fahrermangel komme nicht von ungefähr.

Kramer deutet auf einen Fahrer, vielleicht 45 Jahr alt. Er steht neben dem Geländewagen, mit dem Fernride auf den Rastplatz angerückt ist, um die guten Gaben zu verteilen. Er ist vertieft in ein Video-Telefonat. Wehmütig schickt der hagere Mann Handküsschen in sein Smartphone.

„Der Fahrer kommt aus Kasachstan. Telefoniert gerade seiner Frau zuhause“, erklärt Kramer.

Die Idee zu der Weihnachtsaktion in Vaterstetten sei von Kollegen gekommen, die selbst schon als Berufskraftfahrer unterwegs gewesen seien, so der CEO weiter. Es blickt hinüber zur Lkw-Parkfläche hier an der Raststätte Vaterstetten. Dicht an dicht stehen die Trucks im Schneeregen. Toiletten und Waschräume sind weiter vorne, neben dem McDonalds-Restaurant. Wer da hin will, muss erst die Zufahrt zum Lkw-Parkplatz überqueren.

Gemütlich ist anders

Das Wochenende hier zu verbringen macht sicher keinen Spaß. An Wintertagen wie diesen gleich doppelt nicht. Deswegen muss sich für die Fernfahrer etwas zu Besseren hin verändern, denn, sagt Kramer, es wird immer schwieriger in Deutschland Personal zu finden. Die Fahrer kommen deswegen von immer weiter her, so wie der Kasache vorhin.

„Daran wollen wir etwas ändern und den Fahrern die Arbeit erleichtern.“

Für Kremer ist die fahrerlose Logistik der Schlüssel dazu. Das Start-up Fernride entwickelt vollautonome Terminalfahrzeuge.

„Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Beruf attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten. Mit Teleoperation machen wir Fernfahren zum Bürojob. Bis uns das flächendeckend gelungen ist, wollen wir den Fahrern zumindest in der Vorweihnachtszeit eine kleine Freude machen“, so Kramer.

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