Vowag Cargo L: Ein Lastenrad als Mini-Van

Hersteller Vowag legt zur IAA Transportation nach und präsentierte ein Cargo L mit Profi-Aufbau von Rapid und geschlossener Kabine, der nah an einen kleinen Van heranreicht. Das leichtere Modell Stadtaffe wiederum zielt auf Privat-, Gewerbe- und Kommunalkunden.

Ersetzt einen kleinen Transporter: VOWAG legt beim Cargo M nach und präsentiert eine geschlossene Variante mit Rapid-Koffer. | Foto: J. Reichel
Ersetzt einen kleinen Transporter: VOWAG legt beim Cargo M nach und präsentiert eine geschlossene Variante mit Rapid-Koffer. | Foto: J. Reichel
Nadine Bradl
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der Plauener Lastenradhersteller Vowag hat zur IAA Transportation 2022 in Hannover eine neue Version seines schweren E-Cargobikes vorgestellt, die über eine geschlossene Kabine sowie einen Kofferaufbau des Van-Spezialisten Rapid Leichtbau verfügt. Das Modell mit dem Namen Cargo L soll 2023 auf den Markt kommen und das Portfolio abrunden. Der Kofferaufbau aus Hartschaumpaneelen erfüllt professionelle Ansprüche und wirkt ebenso robust, wie die Aufbauten des Herstellers auf Transportern. Er glänzt zudem mit guter Zugänglichkeit von drei Seiten sowie hellem und glattflächigem Innenraum, in dem sich auf 1,7 Meter Länge und 0,98 Meter Breite die Ladung mit den bewährten Airline-Schienen sichern lässt.

Das Ladevolumen des 3,14 langen, 2,04 Meter hohen und knapp einen Meter breiten E-Lastenrads liegt mit 2,1 Kubikmeter auf dem Niveau eines kleinen City-Vans, zudem ist der Aufbau palettentauglich. Der Wendekreis beträgt 6,5 Meter. Das Modell ergänzt das bisherige Portfolio. Das offene Cargo M mit palettentauglicher Plattform fuhr beim zur IAA von LOGISTRA in Kooperation mit dem VDA und dem RLVD veranstalteten "International Cargobike of the Year-Award" nur knapp nicht aufs Treppchen. Im vergangenen Jahr hatte es den Sieg in der Kategorie "Heavy" geholt.
 

Fast ein kleiner Van: Geschlossene Kabine und Seitenverkleidung

Die geschlossene Kabine des bis zu 750 Kilogramm zulässigen, leer 250 Kilo schweren Lasten-Pedelecs ist über zwei gegenläufig öffnende, ebenfalls großzügig verglaste Türen mittels Drehgriff gut zugänglich und macht das Fahrzeug damit auch schlechtwettertauglich. Der Hersteller setzt zudem auf eine kratzfeste Glasscheibe und einen großflächigen Scheibenwischer. Eine Seitenverkleidung sowie eigens konstruierte Radkappen der 14-Zoll-Räder aus dem Motorradbereich sollen das Lastenrad noch robuster machen, ins Gesamtbild stimmig integrierte Spiegel sowie LED-Leuchten an Front und Heck für sicheres Handling sorgen. Für Verzögerung sorgt wie gehabt ein hydraulisches Zweikreissystem mit Scheiben vorn und hinten sowie für sicheren Stand eine hydraulische Feststellbremse.

Die Tretunterstützung erfolgt wie gehabt per 48-Volt-Brushless-Elektro-Motor mit Differenzial und Untersetzung an der Hinterachse. Der Tretimpuls wird per Pendix-Generator kettenlos und robust übertragen. Die Akku-Module lassen sich skalieren und stellen bis zu 200 Kilometer mit in fünf Stufen individuell modulierbarer Tretunterstützung sicher. In Rollphasen kann das System auch Energie rekuperieren.

Stadtaffe mit Pendix-Antrieb: Mehr als ein cooler Privat-Cruiser

Der Hersteller hatte jüngst auf der Velo Berlin im April auch mit dem leichteren "Frontlader"-Modell "Stadtaffe" eine Abrundung vorgenommen, das ebenfalls auf einem vierrädrigen Chassis auf kompakte Maße und den neuen Pendix-eDrive-Antrieb mit den bekannten Pendix-Rundakkus setzt, neben privaten, aber auch auf gewerbliche und kommunale Anwender peilt. Das 1,95 Meter lange und 75 Zentimeter schmale E-Lastenrad ist in verschiedenen Ausführungen mit großem PU-Schaum-Holz-Frontkorb nebst Kindersitzen und Ladeabteil, Holzplattform mit Airline-Schienen oder als "Basic" für individuelle Aufbauten verfügbar. Darstellbar sind etwa geschlossene Boxen für kommunale Entsorger oder die Polizei. Für Vortrieb des bis zu 300 Kilo zulässigen, leer 100 Kilo schweren Pedelecs sorgen an der Vorderachse zwei Pendix-48-Volt-Radnabenmotoren mit 250 Watt Leistung.

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