Volvo Trucks: E-Lkw für den Bau- und Regionalverkehr

Lkw-Hersteller Volvo Trucks lässt den ersten Elektro-Lkw, die bereits in kleinen Stückzahlen verkauft werden, weitere Konzeptfahrzeuge folgen. Die nutzen erstmals den angepassten Kabinenrohbau der Fernverkehrs-Lkw.

In Göteborg hat Volvo weitere elektrisch betriebene Konzepttrucks vorgestellt. (Foto: Volvo)
In Göteborg hat Volvo weitere elektrisch betriebene Konzepttrucks vorgestellt. (Foto: Volvo)
Anna Barbara Brüggmann
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Volvo Trucks hat kürzlich mit dem Verkauf von E-Lkw für den Stadtverkehr begonnen und ist nach eigenen Angaben „davon überzeugt, dass Elektromobilität auch für schwerere Lkw eine wettbewerbsfähige Alternative sein kann“.

Jetzt gehen die Schweden den nächsten Schritt zur Erforschung und Demonstration der Möglichkeiten und haben zwei elektrische Konzept Lkw für den Baubetrieb und den regionalen Verteilerverkehr entwickelt. Die nutzen erstmals den neueren  Kabinenrohbau der FH-Fernverkehrsmodelle.

Dieses Fahrerhaus dürfte auch bei den Diesel-FM und -FMX die alten Rohbauten, die noch aus den frühen 90er-Jahren stammen, ablösen. Interessant ist das Vorpreschen Volvos in Sachen Batterieelektrik in vergleichsweise schweren Verkehren.

 „Wir gehen von einem großen langfristigen Potenzial für schwere Elektro Lkw im Regionalverkehr und Baugewerbe aus“, so Roger Alm, Präsident von Volvo Trucks.

Mit den Konzeptfahrzeugen will Volvo verschiedene Lösungsbeispiele für die Zukunft erforschen und aufzeigen. Außerdem wolle man laut Alm „Einblicke in das generelle marktwirtschaftliche wie gesellschaftliche Interesse erhalten“.

„Um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu erhöhen, muss die Ladeinfrastruktur schnell ausgebaut werden. Es müssen außerdem stärkere finanzielle Anreize für Spediteure geschaffen werden, da diese Pionierarbeit leisten, indem sie sich für neue Fahrzeuge mit geringeren Umwelt- und Klimaauswirkungen entscheiden“, fordert Alm.

Schwere Elektro-Lkw können dank des niedrigen Geräuschpegels und der lokalen Emissionsfreiheit zur Verbesserung der Arbeitsumgebung für Fahrer und Bauarbeiter beitragen – und für sauberere Luft sorgen. Durch die Geräuscharmut sollen die Lkw an mehr Stunden pro Tag eingesetzt werden können, was die Betriebsstunden erhöhen könnte.

Dabei denkt Volvo an große Bauprojekte und Transporte in und um Städte herum – sofern hier nicht zu viele Kilometer mit zu viel Last abgewickelt werden müssen. Durch den Einsatz schwerer Elektrofahrzeuge im regionalen Verteilerverkehr soll laut Volvo Trucks eine Gesamtreduzierung der Klimaauswirkungen im Verkehrssektor möglich sein, zumal der Großteil des Güterverkehrs per Lkw in der EU regional erfolge.
 

„In Europa gibt es eine enorme Anzahl von Lkw mit einer durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung von 80.000 km im regionalen Güterverkehr. Das bedeutet, dass eine verstärkte Nutzung von Elektrofahrzeugen für den regionalen Gütertransport zu erheblichen Klimaverbesserungen führt, sofern der Strom nicht aus fossilen Energiequellen stammt“, sagt Lars Mårtensson, Direktor Umweltschutz und Innovation, Volvo Trucks.

Aber auch Mårtensson verhehlt nicht, dass Strom-Lkw eines Gesamtpaketes bedürften:

„Die Geschwindigkeit bei der Umsetzung der Elektromobilität hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Einerseits ist ein umfassender Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich, andererseits muss sichergestellt werden, dass die regionalen Stromnetze langfristig eine ausreichende Transferkapazität gewährleisten können. Finanzielle Anreize sind erforderlich, um mehr Spediteure zu veranlassen, in Elektrofahrzeuge zu investieren. Speditionskunden können auch einen Beitrag leisten, indem sie längere Verträge eingehen und bereit sind, für nachhaltige Transporte zu zahlen. Viele Spediteure haben sehr geringe Margen, daher muss jede neue Investition rentabel sein.“

Zu den genauen Leistungen, Gewichten und Akkugrößen hat sich Volvo Trucks noch nicht geäußert. Fest steht lediglich, dass die FH-Kabine über kurz oder lang auch bei den Verbrennern von FM und FMX  genutzt werden dürfte.

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