Volvo: Gute Zahlen in einem herausfordernden Umfeld

Lieferkettenunterbrechungen, Corona-Pandemie, steigende Materialkosten - ein herausforderndes zweites Quartal liegt hinter der Volvo Group, das sie jedoch gut meistern konnte: Umsatz und Ergebnis stiegen - auch bei Volvo Trucks.

Dekarbonisierung ist das große Ziel der Volvo Group - auch im Lkw-Bereich wie hier mit dem Volvo FH FCEV und BEV. (Symbolbild: Volvo Trucks)
Dekarbonisierung ist das große Ziel der Volvo Group - auch im Lkw-Bereich wie hier mit dem Volvo FH FCEV und BEV. (Symbolbild: Volvo Trucks)
Nadine Bradl

Die Volvo Group zeigt sich zufrieden mit dem zweiten Quartal 2022. So konnte der Nettoumsatz um 31 Prozent auf 118,9 Milliarden Schwedische Kronen (rund 113 Milliarden Euro) gesteigert werden, teilt das schwedische Unternehmen mit. Das bereinigte operative Ergebnis stieg auf 13,7 Milliarden Kronen (rund 13 Milliarden Euro) und es konnte eine bereinigte operative Marge von 11,6 Prozent erzielt werden. Das alles trotz zusätzlicher Kosten im Zusammenhang mit Lieferkettenunterbrechungen sowie höheren Kosten für Material, berichtet Volvo. 

Für die gesamte Gruppe sowie die Lkw-Produktion rechnet CEO Martin Lundstedt weiterhin mit Störungen und sogar Stillständen.

"Die Fortsetzung der Covid-19-Pandemie übt zusätzlichen Druck auf die bereits angespannte Lieferkette und das Produktionssystem aus. Inmitten dieser kurzfristigen Herausforderungen investieren wir weiter in die Zukunft", so Lundstedt.

Ziel sei die Dekarbonisierung des Verkehrssystems. So habe Volvo Trucks bereits im zweiten Quartal damit begonnen Lkw mit  Brennstoffzellen zu testen. Zudem werde - um der wachsenden Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen zu begegnen - das erste Batterie-Montagewerk in Gent (Belgien) eröffnet. Es soll laut CEO einbaufertige Batterien für vollelektrische Fahrzeuge liefern.

Insgesamt sei die Nachfrage im 2. Quartal 2022 aufgrund hoher Frachtvolumina und Frachtraten sowohl nach Neu- als auch nach Gebrauchtwagen der Gruppe in Europa und Nordamerika weiterhin stark. 

Volvo Trucks

Im Bereich Trucks stieg der Nettoumsatz im 2. Quartal um 51 Prozent auf SEK 78.603 Millionen (rund 75.000 Millionen Euro), obwohl die Lkw-Produktion nach Volvo-Angaben einen Monat stillstand. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 9.551 (5.350) mit einer Marge von 12,2 Prozent (10,3).

  • In Brasilien wurde das hohe Transportaufkommen vor allem von Rohstoffen, hauptsächlich im Zusammenhang mit Bergbau und Landwirtschaft, getrieben.
  • Die Lkw-Nachfrage in Indien stieg im 2. Quartal - insbesondere durch Flottenmodernisierungen - weiter an.
  • Der Lkw-Markt in China ging durch geringere Wirtschaftstätigkeiten und die Auswirkungen der jüngsten Lockdowns in mehreren Provinzen weiter zurück.
Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Bestellungen und Lieferungen

Im zweiten Quartal war durch die eingeschränkten globalen Lieferketten die Nachfrage weiterhin höher als das Angebot, teilt Volvo mit. Zudem sei die Volvo Gruppe aufgrund der vollen Auftragsbücher, langen Lieferzeiten und hohen Kosteninflation weiterhin restriktiv bei der Auftragsvergabe vorgegangen. Im zweiten Quartal ging demnach

  • der Nettoauftragseingang um 8 Prozent auf 53.388 Lkw zurück,
  • während die Auslieferungen um 33 Prozent auf 60.833 Lkw stiegen. 

In Europa ging der Auftragseingang wegen restriktivem Order-Slotting für 2023 um 25 Prozent auf 26.595 Fahrzeuge zurück. Die Auslieferungen stiegen um 27 Prozent auf 29.809 Fahrzeuge.

Volvos Gesamtmarktanteil bei schweren Nutzfahrzeugen stieg bis Mai auf 19,3 Prozent (15,1), während der Elektro-Schwerlast
Marktanteil auf 36,9 Prozent (43,5) sank.

Renault Trucks Heavy-Duty-Gesamtmarktanteil stieg auf 9,6 Prozent (8,4) während der elektrische Schwerlastmarktanteil 18,8 Prozent zurückging. 

Der Auftragseingang in Nordamerika stieg um 26 Prozent auf 9.731 Lkw, während die Auslieferungen um 53 Prozent auf 15.073 Fahrzeuge stiegen. Der Marktanteil von Volvo Trucks für schwere Nutzfahrzeuge stieg bis Mai auf 10,5 Prozent (9,7), während der Marktanteil von Mack Trucks auf 5,8 Prozent (7,1) sank.

Der Auftragseingang in Südamerika stieg um 14 Prozent auf 9.336 Lkw und die Auslieferungen stiegen um 24 Prozent auf 8.380 Fahrzeuge. In Brasilien stieg der Marktanteil der schweren Lkw von Volvo Trucks durch auf 25,8 Prozent (20,9).

In Asien stieg der Auftragseingang - angetrieben durch den Nahen Osten und Südostasien - um 50 Prozent auf 4.883 Fahrzeuge. Die Lieferungen stiegen um 38 Prozent auf 4.718 Fahrzeuge.

Das indische Joint Venture VE Commercial Vehicles, steigerte seinen Auftragseingang um 162 Prozent auf 13.726 Fahrzeuge und die Auslieferungen um 148 Prozent auf 13.279 Fahrzeuge.

Auf der anderen Seite gingen die Lieferungen des chinesischen Joint Ventures Dongfeng Nutzfahrzeuge um 71 Prozent auf 23.262 Fahrzeuge zurück.

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