Verkehrssicherheit: Prävention für Lkw-Fahrer gefordert

Unfallgefahren auf Autobahnen durch und für Lkw nehmen zu. Das geht aus der fünf-Jahres-Studie des Statistischen Bundesamt hervor, die sich auf die Jahre 2014 bis 2018 bezieht. Die Mannheimer Initiative „Hellwach mit 80 km/h“ fordert nun Maßnahmen zur Prävention. 

(Foto: Polizeipräsidium Westpfalz)
(Foto: Polizeipräsidium Westpfalz)
Christine Harttmann

Bundesweit stieg laut dem Statistischen Bundesamt die Zahl der an einem Autobahn-Unfall mit Personenschaden beteiligten Sattelzugmaschinen von 3.294 im Jahr 2014 auf 4.210 im Jahr 2018 an – und somit um 27,8 Prozent. In der Sprinterklasse, also der Gewichtsklasse unter fünf Tonnen, stiegen die Unfallbeteiligungen im selben Zeitraum um 20,9 Prozent – von 1.934 auf 2.338.

Nach Ansicht der Initiative „Hellwach mit 80 km/h“ relativieren sich damit die vorläufigen Ergebnisse der Unfallstatistik für 2019, die einen Rückgang bei den getöteten Insassen von Güterkraftfahrzeugen um 14,2 gegenüber dem Vorjahr ausweist. Bei bundesweit 151 Unfalltoten würde, so die Begründung, noch nicht einmal der starke Anstieg der beiden Vorjahre kompensiert.

Als Beleg ihre Einschätzung führt die Initiative eben jene der fünf-Jahresstudie an, die das Statistische Bundeamtes unter dem Titel „Unfälle von Güterkraftfahrzeugen im Straßenverkehr 2018“ veröffentlichte. Gerade für Bundesfernstraßen verberge sich darin ein großes Gefahrenpotenzial.

Tatsächlich zeigt ein Blick auf die längerfristige Entwicklung, dass auf den Bundesautobahnen Sattelzüge und Fahrzeuge der Sprinterklasse eher häufiger in mehr Unfällen mit Personenschäden verwickelt waren. Laut Studie ist das Risiko, bei einem „Lkw-Unfall“ getötet zu werden, für die anderen Unfallbeteiligten mehr als dreimal so hoch wie für die Insassen eines Güterkraftfahrzeuges. Durchschnittlich sterben so jährlich 610 Verkehrsteilnehmer.

Unfälle am Stauende weist in der Statistik nicht gesondert aus. Diese hängen jedoch laut der Initiative „Hellwach mit 80 km/h“ stark mit der Anzahl an Dauerbaustellen auf stark belasteten Transitstrecken zusammen und variieren deshalb. So seien bereits in den ersten sechs Wochen des Jahres 2020 bei mehr als 60 Auffahrunfällen auf deutschen Autobahnen 103 Lkw-Fahrer tödlich verunglückt.

Die Mannheimer Initiative warnt nun vor der wachsenden Gefahr von Dauerbaustellen: Das deutsche Autobahnnetz sei stark sanierungsbedürftig. Die Bundesanstalt für Straßenverkehr weist in ihren Zustandsnoten für 40.000 Autobahnbrücken bereits 5.000 als sanierungsbedürftig aus. Der Lkw-Verkehr wird laut den Prognosen weiter wachsen. Auf den stark belasteten Autobahnen werden die Sanierungen schneller fällig. Der ADAC weist in seiner Staubilanz 2019 eine 20-prozentige Zunahme der Baustellen aus – Tendenz weiter steigend.

Die Monotonie des Fahreralltags, der oft fehlende Sicherheitsabstand, Geschwindigkeiten von nahe 90 km/h und die Ablenkung durch Smartphones potenzieren nach Ansicht der Initiative die daraus resultierenden Unfallgefahren. Nur mit dem Ruf nach mehr Kontrollen seien die Gefahren nicht einzudämmen.

„Unfallprävention ist Chefsache. Nur zusammen mit den Unternehmern können die Fahrer überzeugt und zur Selbstverpflichtung angehalten werden“, so Dieter Schäfer, Vorstandsmitglied im Präventionsverein Hellwach mit 80 km/h.

Das Transportgewerbe, das produzierende Gewerbe, der Handel, die Straßenbaulastträger und die Politik müssen konzertiert dazu beitragen. Gefordert wird deshalb ein Nationaler Koordinator zur Abwehr dieser Gefahren.

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