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Verkehrssicherheit: DVR startet Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf“

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) nimmt den Kampf gegen Müdigkeit am Steuer auf und initiiert die Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“.
Ein wirksames Mittel gegen Müdigkeit am Steuer ist Bewegung an der frischen Luft. (Foto: DVR)
Ein wirksames Mittel gegen Müdigkeit am Steuer ist Bewegung an der frischen Luft. (Foto: DVR)
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Christine Harttmann

Müdigkeit am Steuer ist immer wieder mit ursächlich für Verkehrsunfälle, auch für tödliche. Expertenschätzungen besagen, dass Müdigkeit am Steuer rund 20 bis 25 Prozent aller Verkehrsunfälle verursacht. Dabei gilt: Je schwerer das Fahrzeug desto fataler die Folgen.

Besonders gefährdet seien daher die Lkw-Fahrer, teilt der DVR mit und führt als Beleg eine Kantar-Emind-Befragung an. Von den mehr als 350 beteiligten Truckern erklärten 85 Prozent, dass sie den Einschlafzeitpunkt am Steuer vorhersehen können. Eine Überzeugung, de DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer für falsch hält. Weder durch Erfahrung noch durch Willenskraft lasse sich akute Müdigkeit beim Fahren kompensieren. „Nehmen Sie Müdigkeit nicht auf die leichte Schulter und gehen Sie nicht davon aus, dass Sie den Moment des Einschlafens vorhersehen und verhindern können“, appelliert Hammer. Das einzig wirksame Mittel gegen Müdigkeit am Steuer sei eine kurze Pause. Hammer empfiehlt einen Kurzschlaf von 20 Minuten oder Bewegung an der frischen Luft.

Dass viele Lkw-Fahrer trotz Müdigkeit weiterfahren ist dem DVR zufolge vor allem dem Termindruck geschuldet. Oft seien die Fahrer aufgrund von Baustellen oder Staus bereits im Verzug. Dabei müssten Speditionen und Verlader die Fahrten eigentlich mit ausreichend Puffer planen, so der DVR, damit den Truckern Zeit bleibe, die gesetzlichen Vorschriften zu berücksichtigen. Hammer weist darauf hin, dass dabei aber nicht nur die Unternehmen in der Pflicht seien. Es liege auch an den Fahrern, dass sie „diese Pausen tatsächlich nutzen, um sich zu erholen.“

Viele Fahrer wünschen sich laut der Emnid-Befragung, die der DVR zusammen der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Auftrag gegeben hatte, bei dem Thema mehr Unterstützung Seitens ihre Arbeitgeber und eine andere Präventionskultur im Unternehmen. Konkret fänden 36 Prozent weniger Druck hilfreich und bei akuter Müdigkeit wollen 34 Prozent auch außerhalb der gesetzlichen Ruhezeit eine Pause machen können.

Die Unternehmen sollten sich zu dem Thema also zumindest einmal Gedanken machen. Immerhin, dieses Ergebnis einer Studie von 2009 zitiert der DVR ebenfalls, steigt der durchschnittliche Spritverbrauch mit zunehmender Müdigkeit an. Ausgeschlafene Fahrer sind also nicht nur besser für die Verkehrssicherheit. Sie fahren darüber hinaus sparsamer und verschleißärmer.

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