Torsten Buchholz
Die Bahnlobbyisten der „Allianz pro Schiene“ hatten sich in einer Pressemitteilung anlässlich der derzeit stattfinden Landesverkehrsministerkonferenz an die politisch Verantwortlichen gewendet, den vom Bund geplanten deutschlandweiten Feldversuch mit 25 Meter langen Lkw-Kombinationen abzublasen. Nach Ansicht der Bahninteressensgruppe sei die Mehrheit der Bundesbürger gegen diesen Versuch. Auch die Mehrheit der Bundesländer wolle den Feldversuch nicht. Dabei verweist die „Allianz pro Schiene“ auf eine interne Beschlussvorlage Abteilungsleiterkonferenz der Landesverkehrministerien. Der Versuch der Einflussnahme der„Allianz pro Schiene“ auf die Landesverkehrsministerkonferenz ist nun bei Vertretern der Transport- und Logistikbranche auf herbe Kritik gestoßen. So wirft der Verein „Club of Logistics“, dem rund 270 Manager aus der Logistikbranche angehören, den Bahnlobbyisten „gezielte Desinformation“ und „Angstmacherei“ vor. „Anstatt gemeinsam die Herausforderungen der kommenden Jahre im Bereich Güterverkehr anzugehen, wird Lobbygruppen die Macht eingeräumt, innovative Konzepte zu boykottieren“, so Peter H. Voß, Geschäftsführer des Club of Logistics. Er bezieht sich neben der „Allanz pro Schiene“ auch auf weitere Interessensgruppen. die mit Berichten über sogenannte Monster-Trucks in den Innenstädten eine sachliche Diskussion verhindern wollen. Absurd daran sei, dass entgegen den Darstellungen der Interessengruppen niemand diese Fahrzeuge in Innenstädten einsetzen wolle. Vielmehr sollen sie ausschließlich für Hub-Verkehre genutzt werden. Und zwar dort, wo sich der Transport von Gütern auf der Schiene aus Gründen der Infrastruktur oder Wirtschaftlichkeit nicht rechne, so der Verein. Scharfe Kritik kommt auch von Seiten des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Es sei wohl einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass einen Tag vor einem entscheidenden Beschluss, die Länderverkehrsminister durch einen Verband der Schienenlobby mitgeteilt bekommen, wie sie zu entscheiden haben, heißt es in einer Mitteilung des BGL. Der Verband fordert alle Beteiligten auf, nur auf einer objektiven Grundlage zu entscheiden, die nicht ausschließlich von Schienenlobbyisten „gefärbt“ sei. „Vielmehr sind die Hauptbetroffenen im Verkehrsgewerbe, das ist das Transport-Logistik-Gewerbe, mit gleichem Ernst anzuhören“, so der BGL. Selbstverständlich gehörten zu einer Gesamtschau Überlegungen zu veränderten Fahrzeugabmessungen wie auch Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaftlichkeit von kombinierten Verkehren. „Unbestreitbar ist, dass Trägerfahrzeugabmessungen auf Behältermaße im Weltseeverkehr und im europäischen Binnenverkehr abgestimmt werden müssen“, meint der BGL. Dabei gelte es außerdem zu erkunden, welche Gesamtgewichte und welche Fahrzeuggesamtlängen auf der Infrastruktur in Deutschland problemlos und ohne Gefährdung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden können. (tbu)
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