VDV: Schienengüterverkehr braucht endlich Coronahilfen

Der VDV wünscht sich mehr Coronahilfen für den Schienengüterverkehr. Nach österreichischem Vorbild sollen Trassenpreise gesenkt und Verlagerung von Straße auf Schiene gefördert werden.

Die Güterbahnen sind hart getroffen durch die Corona-Pandemie. (Foto: Pixabay)
Die Güterbahnen sind hart getroffen durch die Corona-Pandemie. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Während die EU-Kommission noch immer kein grünes Licht für die Kapitalerhöhung der Deutschen Bahn gegeben hat, genehmigt sie der Republik Österreich zwei Förderprogramme für die Unterstützung des Schienengüterverkehrs. Die Güterbahnen des Alpenlandes erhalten damit Soforthilfen in Höhe von insgesamt 266,4 Millionen Euro. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der 189 Schienengüterverkehrsunternehmen vertritt, wünscht sich nun, dass die Bundesregierung dem Beispiel Österreichs folgt. Das Beispiel zeige, wie pragmatisch und mit EU-Genehmigung dem Schienengüterverkehr geholfen werden könne.

VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff macht in seinem Statement darauf aufmerksam, dass der Bahnsektor insgesamt hart getroffen ist durch die Corona-Pandemie. Während jedoch die Bundesregierung und die Länder für den Schienenpersonennahverkehr und den ÖPNV sehr schnell und unkompliziert einen umfangreichen Rettungsschirm beschlossen hätten, gebe es für den Rest der Bahnbranche nach wie vor keine oder keine geeigneten Corona-Hilfen.

„Vor allem der Schienengüterverkehr kämpft seit Jahren gegen Wettbewerbsnachteile gegenüber der Straße. Im Zuge dessen halten wir den nun in Österreich eingeschlagenen Weg der Unterstützung für geradezu mustergültig und fordern von der Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen“, appelliert Wolff.

 

Damit die Güterbahnen in Österreich wegen der Pandemie keine Marktanteile an den Lkw verlieren, unterstützt sie der Staat rückwirkend ab dem 1. März 2020 und zunächst befristet bis Jahresende indem er die Trassenpreise um insgesamt 115,7 Millionen Euro reduziert. Zudem stockt Österreich das bereits existierende Förderprogramm zur Verlagerung von Transporten auf die umweltfreundliche Schiene kurzfristig um 150,7 Millionen Euro auf. In Summe, das teilt der VDV mit, werde der Schienengüterverkehr in Österreich damit um 266,4 Millionen Euro entlastet.

„Das hilft den Unternehmen unmittelbar, um die coronabedingten Ausfälle zu kompensieren und es hilft dem Staat, um den eingeschlagenen Weg zu mehr klimaschonendem Schienengüterverkehr fortzusetzen. Insgesamt ist die dort gefundene Lösung sehr gut für die Branche“, sagt Wolff.

Seitens der FDP-Bundestagsfraktion liegt bereits einen Antrag zur befristeten und wettbewerbsneutralen Trassenpreissenkung im Schienengüter- und Personenfernverkehr vor.

„Die Grundidee, eine Trassenpreissenkung für alle Bahnen umzusetzen entspricht auch der VDV-Position“, kommentiert Wolff.

Dies sei sinnvoll, weil es dem gesamten Eisenbahnsektor zugute käme. Sowohl die Deutsche Bahn als auch die privaten Eisenbahnunternehmen seien gleichermaßen von den Folgen der Pandemie betroffen. Deswegen will Wolff, anders als von der FDP beantragt, der Bahn und den Eisenbahnunternehmen mit finanzielle Unterstützung der Deutschen Bahn helfen.

„Denn natürlich ist auch die Deutsche Bahn im Schienengüter- und im Personenfernverkehr stark betroffen und muss unterstützt werden“, so Wolff abschließend.

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