VDMA und VSM: Die Roadmap zur maritimen Energiewende

Der Schlüssel für den Klimaschutz auf den Weltmeeren sind alternative Treibstoffe – diese Überzeugung teilt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit dem Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM).

Mit alternativen Kraftstoffen zu klimaneutralen Schifffahrt: Den Weg dahin soll eine Roadmap von VDMA und VSM weisen. (Foto: Pixabay)
Mit alternativen Kraftstoffen zu klimaneutralen Schifffahrt: Den Weg dahin soll eine Roadmap von VDMA und VSM weisen. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Gemeinsam haben VDMA und VSM eine Power-to-X-Roadmap für die Maritime Energiewende vorgelegt, in der sie notwendige Schritte aus technologischer wie politischer Sicht skizziert haben. Damit wollen sie den Weg weisen, wie die globalen Klimaziele zu erreichen sind.

Wie der VDA erklärt, erbringt die internationale Schifffahrt den überwiegenden Anteil der weltweiten Transportleistung. 90 Prozent des Welthandels erfolgen demnach auf dem Seeweg. Mit ihrem Treibstoff-Gesamtverbrauch von jährlich rund 350 Millionen Tonnen sei die Schifffahrt aber auch für knapp drei Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, teilt der Verband weiter mit. Der Einsatz synthetischer Treibstoffen könnte dies ändern, Schiffe können damit CO2-neutral unterwegs sein.

Wegen ihres immensen Bedarfs an Treibstoff sehen VDMA und VSM die Schifffahrt als prädestiniert an, um als Vorreiter das Marktpotenzial synthetischer, klimaneutraler Treibstoffe zu heben. Die Branche sei, so heißt es in der Roadmap, ein entscheidender Enabler für den Markthochlauf von Wasserstoff, der die Basis aller synthetischen Kraftstoffe – sogenannter e-Fuels – ist.

In den den kommenden Jahren soll daher die Produktion und Nutzung von P2X-Kraftstoffen zügig auf- und ausgebaut werden. Diese Power-to-X-Treibstoffe werden mit regenerativem Strom aus Wasser und CO2 produziert. Für die Schifffahrt gäbe es eine Reihe von Kraftstoffoptionen und Herstellungsverfahren, die noch in dieser Dekade industriell skaliert werden müssen. Von zentraler Bedeutung sei, so heißt es, dass damit ein erhöhter Bedarf an erneuerbaren Energien einhergeht. Ihr Ausbau sollte daher nicht wie bislang vorgesehen auf Projektebene, sondern systemisch auf Ebene der Mitgliedsstaaten erfolgen.

Die Verbände sind überzeugt, dass nur so die ambitionierten Klimaschutzziele für die Schifffahrt zu erreichen sind. Die enorme Treibstoffmenge, die die Schifffahrt benötigt, prädestiniert sie dabei gleichzeitig dazu, das Marktpotenzial synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe insgesamt zu heben und ihren breiten Einsatz so auch in anderen Wirtschaftsbereichen zu stimulieren.

Damit die E-Fuels die erforderliche Energiedichte erreichen, ist für die Herstellung in der Regel Kohlenstoff nötig. Dieser sollte aus der Luft, aus Biomasse oder anfangs auch aus unvermeidbaren Industrieemissionen stammen. Die entsprechenden Technologien müssen industriell skaliert werden. Gleichzeitig muss die EU einen gesetzlichen Rahmen vorgeben, der Anreize für die marktbreite Nutzung von CO2 und den Aufbau von Kreislaufsystemen schafft.

VDMA und VSM halten es für realistisch, dass bis zum Jahr 2045 zumindest der innereuropäische Seeverkehr klimaneutral sein kann. Dafür sollte ab 2027 eine Treibhausgasminderung von zehn Prozent beschlossen werden. Bis 2045 sollte dieser Wert dann auf 100 Prozent steigen. Auch sollte die Schifffahrt in den EU-Emissionshandel einbezogen werden. Außerdem wird in der Roadmap ein Well-to-wake-Ansatz im Schiffsverkehr gefordert, der die Treibhausgase der gesamten Wertschöpfungskette des Kraftstoffs berücksichtigt.

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