VDL: Zweites Leben für Busbatterien

Intensiv genutzte Batterien aus den Elektrobussen von VDL Bus & Coach erhalten im „Projekt Anubis“ ein zweites Leben. Bei dieser Initiative des Energiekonzerns RWE mit VDL Bus & Coach geht es um die nachhaltige und kreislauforientierte Nutzung von Rohstoffen, in diesem Fall Busbatterien, in einem zentralen Speichersystem im niederländischen Moerdijk.

Zweites Leben als stationärer Batteriespeicher: Die Batterien aus 43 VDL-Elektrobussen bilden den Grundstock für das Projekt Anubis, das VDL zusammen mit RWE in den Niederlanden initiiert. Foto: VDL
Zweites Leben als stationärer Batteriespeicher: Die Batterien aus 43 VDL-Elektrobussen bilden den Grundstock für das Projekt Anubis, das VDL zusammen mit RWE in den Niederlanden initiiert. Foto: VDL
Robert Domina

Für den niederländischen Bushersteller VDL Bus & Coach ist klar: Die Elektrifizierung des Verkehrssektors wird in den kommenden Jahren rasch voranschreiten und damit die starke Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ablösen. Dort geht man davon aus, dass nach 2030 alle Busse und immer mehr Pkw und Lkw in den Niederlanden elektrisch fahren werden. Jedes Jahr stehen dann mehr als 150.000 Tonnen Batterien für das Recycling zur Verfügung. Diese werden derzeit als Abfall eingestuft und meist zu Recyclinganlagen im Ausland gebracht.

 

Paul van Vuuren, CEO von VDL Bus & Coach erklärt:

„Im Projekt Anubis verwenden wir zunächst Batterien aus 43 VDL-Elektrobussen, die seit 2016 von Transdev in Eindhoven betrieben werden", „Diese Fahrzeuge erhalten derzeit neue und größere Batteriepakete, aber die gebrauchten Batterien haben noch genügend Kapazität, um sie in stationären Anwendungen einsetzen zu können. In Europa sind wir einer der Vorreiter im Bereich des elektrischen öffentlichen Nahverkehrs. Die Bereitstellung einer nachhaltigen Kreislauflösung für unsere Batterien ist Teil unserer Strategie. Ihr Einsatz erfordert jedoch noch viele neue Erkenntnisse und Entwicklungen. Gemeinsam mit RWE werden wir deshalb im ‚Projekt Anubis‘ viele Daten sammeln, um noch mehr zur Nachhaltigkeit unserer Gesellschaft beizutragen.“

Die 43 Batterien der VDL-Elektrobusse haben insgesamt eine Speicherkapazität von 7,5 Megawatt und werden im RWE-Kraftwerk Moerdijk zu einer großen Batterie zusammengefasst. RWE arbeitet auch an Batterieprojekten in Deutschland, im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten. Der Enerergiekonzern strebt an, die Kapazität in den kommenden Jahren auf drei Gigawatt auszubauen.

 Erfolgreiche Energiewende

RWE ist nach eigenen Angaben Vorreiter bei der Entwicklung von Projekten, die zum Gelingen der Energiewende beitragen. Neben dem Ausgleich von Angebot und Nachfrage bei (erneuerbarer) Energie eigneten sich Batteriesysteme aufgrund ihrer schnellen Reaktionszeit auch hervorragend zur Stabilisierung des Energienetzes.

„Dies sind wichtige Voraussetzungen, um unsere Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten“, sagt Roger Miesen, CEO von RWE Generation. „Mit dem AnubisProjekt zeigen RWE und VDL, dass die technischen Herausforderungen beim Bau und Betrieb solcher Anlagen gemeistert werden können. Und mit diesem Projekt leisten wir einen aktiven Beitrag zur CO2-Reduzierung, weil die Batterien nach einer ersten Phase in den VDL-Bussen bei RWE eine längere Lebensdauer erhalten. Später werden sie auf einem hohen Qualitätsniveau recycelt.“

Ziel des Projekts Anubis sei die Demonstration und Validierung eines innovativen stationären Energiespeichersystems auf der Grundlage von Busbatterien. Dies wird eine groß angelegte Implementierung solcher Projekte ermöglichen und so zur Kreislaufwirtschaft in den Niederlanden beitragen. Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren sehr viele Batterien aus Elektrofahrzeugen zurückkommen werden. Van Vuuren: „In Europa sind mehr als 1.100 VDL-Elektrobusse in verschiedenen Städten und Regionen im Einsatz. Wir erwarten also, mit dem Anubis-Projekt viel zu lernen, damit wir einen wichtigen Beitrag zu einer Zukunft leisten können, in der gebrauchte Busbatterien als Energiespeicher genutzt und anschließend recycelt werden.“

 

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