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Vans werden mobile Depots: So will Ford den Lieferverkehr reduzieren

Der Automobilhersteller und der britische KEP-Logistiker Gnewt erproben einen softwarebasierten Lieferprozess: Ein Mix aus Transportern, Lastenrädern und Fußkurieren soll viele Lieferwagen ersetzen.

Foto: Ford
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Johannes Reichel

Ford hat gemeinsam mit dem britischen Paketlieferdienst Gnewt in London ein Pilotprojekt zur Innenstadtbelieferung gestartet. Bei dem sogenannten "Warenhaus auf Rädern" soll eine Anwendung für digitale Paketsendungen dazu beitragen, Staus zu reduzieren und Lieferungen zu beschleunigen. Dazu hat der Automobilhersteller eine cloudbasierte, multimodale Routing- und Logistiksoftware entwickelt, die während der Testphase den gesamten Lieferdienst vom Depot bis zur Haustür steuert.

Die MoDe:Link genannte Software könne Unternehmen dabei helfen, ihre Logistikkette zu optimieren, die Auslastung der Transportfahrzeuge, letztlich auch die Kapazität zu erhöhen. Der Service soll darüber hinaus die Akzeptanz der Kunden erhöhen, indem kürzere Zeitfenster für die Lieferung ermöglicht sowie die Kosten gesenkt werden könnten, wirbt der Hersteller. Man erhofft sich eine "spürbare" Entlastung des Verkehrs in den Großstädten, speziell im Bereich der Straßenränder, wo die Transporter der Lieferdienste meist be- und entladen werden.

"Unser Ziel ist es, den Einsatz von Lieferfahrzeugen in urbanen Räumen zu optimieren", erklärt Tom Thompson, Project Lead, Ford Mobility.

Thompson sieht es für die letzte Meile der Zustellung aufgrund von Staus und Parkplatzmangel als sinnvoll an, Lieferungen auf flexiblere, effizientere und kostengünstigere Verkehrsmittel zu verlagern.

Das Konzept des "Warenhauses auf Rädern" soll sowohl mit Ford-Transportern als auch mit anderen Herstellern kompatibel sein. Diese Vans fungierten dabei als "dynamische Lieferknotenpunkte", die Aufträge von einem Depot abholen und dann kurz an strategischen Standorten anhalten, die für jeweilige Aufträge als besonders effizient eingestuft werden. Daran anschließend koordiniert die firmeneigene Software-Plattform von Ford künftig auch Fahrradkuriere - später möglicherweise auch Fußgänger, Drohnen oder autonome Roboter - für die letzte Prozessstufe einer Lieferung.

Der Hersteller schätzt, dass ein Lieferwagen und ein vernetztes Team von vier Kurieren, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, die gleiche Anzahl von Paketen bewältigen können wie fünf einzelne Lieferwagen. Der Londoner Logistiker Gnewt betreibt mit mehr als 70 Elektrofahrzeugen die größte batterie-elektrische Lieferflotte in Großbritannien. In Zusammenarbeit mit führenden Einzelhandels-, E-Commerce- und Logistikunternehmen liefert man jährlich drei Millionen Pakete in London aus. Zusammen mit Transport for London und mehreren Universitäten arbeitet der Logistikdienstleister außerdem an einem Forschungsprojekt FTC2050 zur Verringerung von Lieferwagen und Emissionen.

"Wir wollen die Art und Weise ändern, wie wir über den Warenverkehr in unseren Städten denken", skizziert Sam Clarke, Gründer von Gnewt sowie Head of Business Development die Firmenmaxime.

Man wolle ermitteln, wie multimodale Lieferungen Kunden, Unternehmen, Mitarbeitern und durch die ökologischen Vorteile des Gehens und Radfahrens auch generell den Stadtbewohnern zugutekommen könnten, umriss Clarke das Projektziel.

 

 

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