USA: DB Schenker fliegt Impfstoff-Abfüllanlage ein

Der Logistikdienstleister transportiert eine Abfüllanlage für monatlich bis zu 30 Millionen Dosen Impfstoff gegen die Pandemie mit einem Antonov-Charterflug von Deutschland in die USA.

Die Beladung der Antonov An-124 in Frankfurt-Hahn. Foto: DB Schenker
Die Beladung der Antonov An-124 in Frankfurt-Hahn. Foto: DB Schenker
Daniela Kohnen

DB Schenker hat diese Woche im Auftrag des US-Gesundheitsunternehmens Nexus Pharmaceuticals das Equipment für eine Produktionslinie für Impfstoffe transportiert. Bei dem Transportgut handelte es sich um eine Impfstoffabfüllanlage mit Isolator der deutschen Spezialmaschinenbauer Bausch + Ströbel und Franz Ziel. Bausch + Ströbel ist ein deutscher Spezialist für Maschinen und Systeme zur pharmazeutischen Verpackung.

Eine Antonov An-124 brachte die Fracht mit einem Gesamtvolumen von 82 Tonnen von Frankfurt-Hahn in Deutschland nach Chicago-Rockford in den USA. Sobald die Produktionslinie betriebsbereit ist, kann sie laut dem Logistikdienstleister bis zu 30 Millionen Impfstoffdosen pro Monat herstellen. Thorsten Meincke, Vorstand für Luft- und Seefracht bei DB Schenker:

„Mit unserer Expertise in interkontinentalen Transporten wollen wir den globalen Kampf gegen die Pandemie unterstützen, indem wir weltweit Kapazitäten für die Impfstoffproduktion aufbauen. Wir sind stolz darauf, dass wir auch in Zeiten begrenzter Marktkapazitäten kurzfristige Luftfrachtlösungen für unsere Kunden realisieren können.“

DB Schenker hatte das Equipment von den Standorten der beiden Unternehmen in Ilshofen und Billerbeck zum Flughafen Frankfurt-Hahn transportiert, von wo aus ein Charterflug mit einer Antonov An-124 rund 67 Tonnen nach Chicago-Rockford brachte. Dabei wurde die Fracht in 20 Boxen aufgeteilt. Der größte Container besaß eine Länge von 8,5 Metern und 8,3 Tonnen an Ladegewicht. Da selbst die Kapazitäten der Antonov nicht ausreichten, wurden weitere 15 Tonnen auf dem wöchentlichen Liniencharterflug von DB Schenker von München nach Rockford transportiert.

Nach der Ankunft der beiden Flüge in den USA leitete der Logistiker die gesamte Ladung dann nach Pleasant Prairie in Wisconsin weiter, wo Nexus Pharmaceuticals die Impfstoffabfüllanlage mit dem dazugehörigen Isolator in einer modernen sterilen pharmazeutischen Produktionsanlage einsetzen wird.

Je nach Art des Impfstoffs ist die Maschine in der Lage, monatlich bis zu 30 Millionen Dosen zu produzieren. Dies kann helfen, Produktionsengpässe bei der Bewältigung der Pandemie zu lindern. Die von der Maschine abgefüllten Impfstoffe sollen sowohl in den USA als auch international vertrieben werden. Anschließend wird die Anlage für die Abfüllung des umfangreichen Portfolios weiterer Injektionsprodukte von Nexus Pharmaceuticals eingesetzt. John Cook, Vice President of Manufacturing Operations von Nexus Pharmaceuticals:

„Nexus Pharmaceuticals ist sich der Notwendigkeit einer Erhöhung der Produktionskapazitäten für Impfstoffe sehr bewusst und hat daher deutliche Schritte unternommen, um die Situation anzugehen. Die Abfüllanlage und der dazugehörige Isolator sind dafür wichtige Bausteine. Ihre Ankunft ist ein neuer Höhepunkt des Bestrebens von Nexus, den medizinischen Bedarf während der Pandemie zu decken. Die Investition von Nexus und die enorme Unterstützung von DB Schenker trägt maßgeblich dazu bei, dass die Inbetriebnahme unserer hochmodernen sterilen pharmazeutischen Produktionsanlage so schnell erfolgen kann.“
 

Eine Antonov An-124 hat eine Länge von rund 70 Metern und eine Flügelspannweite von rund 73 Metern. Damit ist das Flugzeug ähnlich groß wie ein „Jumbo-Jet“ vom Typ Boeing 747. Bei einem Gesamtvolumen der Sendung von 400 Kubikmetern war laut DB Schenker nicht das Gewicht, sondern die Größe der Fracht ausschlaggebend für den Einsatz des viermotorigen Flugzeugs.

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