Urbane Logistik: Studie untersucht nachhaltige und flexible Konzepte

Miebach Consulting, JLL und das Research Lab Urban Transport haben in einer Studie Möglichkeiten untersucht, urbane Räume für logistische Anwendungen besser zu nutzen.

Welche Konzepte sind für eine zukunftsfähige Innenstadtlogistik notwendig? Dieser Frage hat sich Miebach Consulting gemeinsam mit Partnern in einer Studie gewidmet. (Symbolbild: OceanProd/AdobeStock)
Welche Konzepte sind für eine zukunftsfähige Innenstadtlogistik notwendig? Dieser Frage hat sich Miebach Consulting gemeinsam mit Partnern in einer Studie gewidmet. (Symbolbild: OceanProd/AdobeStock)
Christine Harttmann
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Die rasante Zunahme von E-Commerce und der damit verbundene Anstieg der Sendungen führt zu einer zunehmenden Verkehrs- und Umweltbelastung in den Städten. Die neue Zukunftsstudie zum Thema „Urban Logistics“ von Miebach Consulting in Kooperation mit dem globalen Immobilienberater JLL und dem Research Lab Urban Transport (ReLUT) der Frankfurt University of Applied Sciences zeigt auf, dass Unternehmen ihre Lieferkonzepte in die Städte überdenken und neue Wege gehen wollen. Das teilte Miebach kürzlich in einer Pressemeldung mit.

Flexible Anlieferungskonzepte

Die an der Studie teilnehmenden Unternehmen wollen nach Angaben des Beratungshauses neue Konzepte für die urbane Logistik künftig nutzen. Hauptgründe für das Neugestalten der Städtelogistik sind aus Sicht der Befragten vor allem kundenorientierte Aspekte wie die Serviceverbesserung, die steigenden Kundenanforderungen und die dafür notwendige Erhöhung der Flexibilität und Nutzung von Synergieeffekten sowie der drohende Mangel an Zustellkapazität. Zudem werde die Notwendigkeit flexibler Anlieferungskonzepte für Pop-up-Stores gesehen.

Auch der konstant an Bedeutung gewinnende Aspekt der Nachhaltigkeit spiele in diesem Zusammenhang für die Unternehmen eine entscheidende Rolle. Die Luft- und Lärmbelastung durch Anlieferverkehr sind ebenso Gründe für neue Städtekonzepte.

Etwa 70 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen kann sich die Nutzung von Urban-Logistics-Konzepten wie insbesondere Urban Consolidation Center (UCC) und Micro Hubs in näherer Zukunft vorstellen. Neben diesen werden weitere Konzepte wie beispielsweise Pick-up-Stationen als Zukunftstrend gesehen. Aus Sicht der Befragten werden UCC vor allem für die Lagerung kurzfristig benötigter Produkte und von Schnelldrehern sowie für verbesserte Umschlagsmöglichkeiten in Betracht gezogen. Diese eignen sich der Studie zufolge besonders, um die durch den Lieferverkehr begründete Verkehrsbelastung in Städten zu senken und den CO2-Fußabdruck durch die Verringerung der zurückgelegten Frachtstrecke durch die Optimierung der Route und die Nutzung von E-Mobilität und White Label Delivery zu reduzieren. Ein Micro Hub werde insbesondere für die verbesserte Umschlagsmöglichkeit in Betracht gezogen.

Neue Konzepte notwendig

Die Anforderungen an Logistikimmobilien in urbanen Räumen sind vielseitig und unterscheiden sich häufig von denen an herkömmlichen Logistikimmobilien. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit von freien Flächen in urbanen Räumen müssen sich die Marktteilnehmer neuen Konzepten öffnen. Hier biete nicht nur die Umnutzung von Bestandsflächen eine gute Chance, sondern auch das Entwickeln neuer Immobilienkonzepte. Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht würden vor allem multimodalen Logistik-Plattformen und Last Mile Fulfillment Centern eine hohe beziehungsweise sehr hohe Bedeutung zugesprochen. Aufgrund der großen Konkurrenz anderer Nutzungsarten wie Wohnen, Büro, und Einzelhandel werden auch Mixed Use Projekte im Bestand und Neubau als wichtige Lösung betrachtet.

Trotz der zunehmenden Sendungsvolumina und der städtischen Abnehmer sowie einiger innovativer Techniken und Konzepte, ist die Wirtschaftlichkeit für Urban-Logistics-Konzepte nicht immer gegeben, heißt es in der Studie. Die Herausforderungen neuer urbaner Konzepte seien vor allem in den Bereichen gesetzliche Rahmenbedingungen, Rentabilität, Kooperation zwischen Partnern sowie Infrastruktur & Ressourcen zu sehen.

„Um diese Herausforderungen zu meistern, sollte die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren gestärkt werden und Kooperationen und Partnerschaften gebildet werden. Eine gesetzliche Absicherung und geeignete Rahmenbedingungen stecken den Rahmen für die Umsetzung. Zudem könnten finanzielle Anreize, eine Kostenförderung sowie Finanzierungsmöglichkeiten weitere Erfolgsfaktoren darstellen“, so Studienleiter Prof. Dr. Bernd Müller-Dauppert, Miebach Consulting GmbH.

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