Unfall: Schadensersatz entfällt bei nicht reparierten Vorschäden

Wenn sich nach einem Verkehrsunfall nicht reparierte Vorschäden am Fahrzeug herausstellen, kann der Halter keinen Schadensersatz beanspruchen.

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

Stellt sich nach einem Unfall heraus, dass nicht alle geltend gemachten Schäden an dem Fahrzeug auf den Unfall zurückzuführen sind, kann dies zum Verlust des gesamten Schadensersatzanspruchs führen. Das hat das Landgericht Frankenthal in seinem Urteil vom 9. Juni 2021 (Az. 1 O 4/20) entschieden.

Im konkreten Fall hatte eine Frau aus Mannheim ihr Fahrzeug ordnungsgemäß in Ludwigshafen abgestellt, als der Fahrer eines anderen Fahrzeugs beim Ausparken leicht gegen das Heck des geparkten Autos stieß. Die Frau ließ daraufhin ein Gutachten über die Höhe der Reparaturkosten einholen. Die vom Privatgutachter ermittelten Reparaturkosten in Höhe von rund 5.000 Euro forderte die Frau daraufhin von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ein. Die Klage hatte allerdings keinen Erfolg.

Der vom Gericht beauftragte Sachverständige stellte zwar fest, dass manche der geltend gemachten Schäden plausibel auf den Unfall zurückzuführen sein könnten. Es gebe jedoch, so der Sachverständige, auch Kratzer in unterschiedliche Richtungen, die nicht gleichzeitig bei einem Unfall entstehen könnten. Auch mache die Frau Schäden in Bereichen geltend, in denen es überhaupt keinen Anstoß gegeben habe.

Der Sachverständige konnte schließlich sicher ausschließen, dass sämtliche Schäden auf dieses eine Unfallereignis zurückzuführen waren. Damit stand für das Gericht fest, dass die Folgen eines früheren Unfalls nicht, wie von der Frau aber behauptet, ordnungsgemäß repariert worden waren. In einer solchen Situation lasse sich, so die Kammer, nicht sicher feststellen, ob oder welche der Schäden zusätzlich bei dem späteren Unfall entstanden seien.  Die Versicherung müsse damit nach dem Urteil auch nicht für den grundsätzlich plausiblen Teilschaden einstehen, erklärte das Gericht abschließend.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig und gegen das Urteil kann Berufung am Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken eingelegt werden.

Printer Friendly, PDF & Email
Symboldbild Transportjobs

Mehr als 750 aktuelle Jobangebote aus der Transportbranche, vom Lkw-Fahrer über Fuhrparkmanager bis zu Disposition, Teamleitung und vieles mehr mit individueller Suchfunktion und Kartenansicht bieten wir Ihnen ab sofort in unserem Job-Bereich: Ihr nächster Schritt auf der Karriereleiter?

Alle Transport-Jobs anzeigen »