Umfrage: Noch mehr Container-Chaos?

Für die kommende Hochsaison befürchten Händler und Spediteure ein noch größeres Chaos in der Containerschifffahrt als im vergangenen Jahr 2021.

Leer-Container die sich stapeln und Waren die liegenbleiben: Diesen Sommer könnte es zu noch mehr Engpässen kommen, als 2021. (Foto: Pixabay)
Leer-Container die sich stapeln und Waren die liegenbleiben: Diesen Sommer könnte es zu noch mehr Engpässen kommen, als 2021. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

51 Prozent der Händler und Spediteure erwarten, dass in der kommenden Hochsaison das Chaos in der Containerschifffahrt noch größer sein wird als im Jahr 2021. Demgegenüber stehen 26 Prozent, die damit rechnen, dass die diesjährige Hochsaison weniger chaotisch sein wird als 2021 und 22 Prozent, die davon ausgingen, dass das Ausmaß des „Chaos“ gleich bleiben wird. Dies ergab eine Umfrage, die Container xChange, ein Anbieter von Marktplätzen und technologischer Infrastruktur für Containerlogistikunternehmen, aktuell veröffentlicht hat. Demnach fürchten die Unternehmen in diesem Sommer deutlicheren Frachtanstieg sowie mehr Störungen als in der Hochsaison 2021.

In der Umfrage, die unter dem Titel „xChange Industry Pulse Survey“ veröffentlicht wurde, gaben 56 Prozent der Unternehmen an, dass sie in, wenn es um die Beschaffungsstrategie für Container geht, ihre Netzwerke im Vergleich zu den Zeiten von vor der Pandemie ihre Netzwerke ausbauen wollen. 38 Prozent gaben an, dass sie „langfristige Verträge“ abgeschlossen haben und 25 Prozent erklärten, dass sie eine „Mehrfachausschreibungsstrategie“ verfolgen. Indem sie frühzeitig liefern, wollen 37,5 Prozent sicherstellen, dass ihre Kunden in dieser Situation im Jahr 2022 genügend Vorräte erhalten. 25 Prozent nutzten „alternative Versandwege“ und 18,8 Prozent schlossen langfristige Slot-Vereinbarungen mit Spediteuren ab. Zugleich gaben 62,5 Prozent an, dass sie sich immer noch auf den Spotmarkt verlassen oder nichts Spezielles tun, um sicherzustellen, dass die Sendungen die Kunden erreichen.

Lockdown in China

Der Covid-bedingte Lockdown in China hat bei 58 Prozent der Befragten dazu geführt hat, dass es schwierig ist, so viele Produkte wie geplant zu produzieren oder zu verschicken. Dies deute darauf hin, dass sich Ladungsrückstände und eine unbefriedigte Nachfrage aufbauen, schließen die Analysten. Umfrage-Teilnehmerin Amanda Mallia, Head of Sales and Purchasing bei Oceanbox Containers mit Sitz in Italien, erklärte:

„Wir können nur schwer vorhersagen, wohin wir unsere Container schicken sollen und ob wir überhaupt Gewinn machen werden, da die Reedereien höhere Gebühren für SOC-Container verlangen. Da China derzeit abgeriegelt und somit stark überlastet ist und die Nachfrage nach Leercontainern in der Hochsaison aufgrund der Verlagerung der Urlaubsausgaben auf Dienstleistungen und nicht auf Konsumgüter zurückgeht, sind wir uns nicht sicher, ob es klug ist, die Leercontainer nach China zurückzuschicken.“

Christian Roeloffs, Mitbegründer und CEO von Container xChange, fügt hinzu:

„Es ist schwieriger als sonst, genau vorherzusagen, was in der diesjährigen Hochsaison passieren wird, weil es so viele widersprüchliche Anzeichen und unbestimmbare Faktoren gibt.

Die chinesischen Lockdowns hätten die Verfügbarkeit von Fracht für den Export in wichtige Märkte in Europa und Nordamerika beeinträchtigt.

„Eine große Frage ist, ob China seine Null-Covid-19-Politik opfern wird, um den Handel und seine Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.“

In diesem Fall könnte es dazu kommen, dass die rückständigen Exporte verschifft werden. Wenn die Lkw-Fahrer dann ihre Arbeit wieder aufnehmen dürfen, würden diese Rückstände gegebenenfalls zur gleichen Zeit eintreffen, wie die Aufträge aus der Hochsaison. Das wiederum könnte dann die Häfen in Europa und den USA unter Druck bringen und die Lieferketten unter Druck bringen.

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