Ukraine: HHLA gründet Intermodal-Gesellschaft

Die Hamburger Hafen und Logistik AG weitet ihre Dienstleistungen im Bereich Intermodal auf die Ukraine und den Seehafenhinterlandverkehr aus.

Im Bild ein Containerblockzug von UIC am HHLA Container Terminal Odessa. Foto: HHLA/ Grubyi Viacheslav
Im Bild ein Containerblockzug von UIC am HHLA Container Terminal Odessa. Foto: HHLA/ Grubyi Viacheslav
Daniela Kohnen

Mit der neu gegründeten Intermodal-Gesellschaft Ukrainian Intermodal Company (UIC) hat die HHLA in der Ukraine den Startschuss für eine stärkere Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene gegeben. Das Unternehmen startet auf dem ukrainischen Markt mit Containertransporten per Schiene zwischen dem Hafen Odessa und wichtigen Wirtschaftszentren des Landes.

Damit baut die Hamburger Hafen und Logistik AG ihr Intermodal-Geschäft aus und erweitert das Angebot für schnelle, zuverlässige und effiziente Hub-to-Hub-Transporte im Seehafenhinterlandverkehr. Philip Sweens, Geschäftsführer HHLA International:

„Die HHLA verfügt über umfangreiches Know-how im Intermodal-Geschäft. Mit einem effizienten Zugsystem, das auf kundenfreundlichen Services, transparenten Preisen, einfachen Buchungsprozessen und zuverlässigen Fahrplänen basiert, wollen wir das große Potenzial des ukrainischen Intermodal-Marktes erschließen.“

Seit Anfang Oktober dieses Jahres organisiert die neue Intermodal-Gesellschaft wöchentliche Ganzzugverbindungen zwischen Odessa und Ternopil in der westukrainischen Wirtschaftsregion Lwiw/Lemberg. Zudem werde im November ein wöchentlicher Service ins Industriezentrum und die zweitgrößte Stadt Charkiw hinzukommen, so die HHLA. Weiter geplant sei, jede Woche mit einem Containerzug zwischen Odessa und dem östlich gelegenen Saporischja zu verkehren.

Containertransporte auf der Schiene wurden in der Ukraine bisher fast ausschließlich auf Einzelwagen oder Wagengruppen transportiert. Die neu gegründete UIC bündelt die individuelle Ladung nun zu Containerblockzügen.  

Insgesamt wolle man gemeinsam mit lokalen Partnern Hemmnisse beim Bahntransport in der Ukraine abbauen und ein verlässliches Serviceangebot etablieren und vermarkten, hieß es. Das bestehende Breitspurnetz der Eisenbahn verbindet flächendeckend die großen Wirtschaftszentren im Inland mit der ukrainischen Küste. Im Vergleich dazu ist das Straßensystem vielerorts modernisierungsbedürftig. Zudem ist die Bahn aufgrund der großen Distanzen in der Ukraine geeignet für den nachhaltigen Gütertransport über die Schiene.

Zudem haben sich die ukrainischen Häfen in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Im Schwarzmeerhafen Odessa ist das Umschlagvolumen 2019 um 8,5 Prozent auf knapp 650.000 TEU (20 Fuß-Standardcontainer) gestiegen. Der Anteil der Bahn sei beim Zu- und Ablauf der Container zwischen Hafen und ukrainischem Hinterland mit 22 Prozent jedoch noch gering, so die HHLA.

Im Hafen Odessa betreibt die HHLA mit dem Container Terminal Odessa (CTO) die größte Umschlaganlage für Container in der Ukraine. Der CTO verfügt über einen eigenen Terminalbahnhof, der aktuell ausgebaut wird und wo die Container-Ganzzüge zusammengestellt werden. Der Umschlag im Inland erfolgt in Zusammenarbeit mit privaten Bahnterminalbetreibern. Hinzu kommen Leistungen wie das Be- und Entladen von Containern, die Hub-to-Door-Anlieferung beim Kunden per Lkw oder die Zollabwicklung.

Generell arbeite die UIC nach Angaben der HHLA nach hohen, westlich orientierten Qualitätsstandards und gewähre als neutraler Operator allen Reedereien und Spediteuren einen offenen Zugang zum intermodalen Service. Perspektivisch sei geplant, das Angebot an regelmäßigen Zugverbindungen auf weitere ukrainische Produktions- und Verbraucherzentren auszuweiten und die Frequenzen zu erhöhen.

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