Übernahme: Wabco wird in ZF integriert

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat den US-amerikanischen Spezialisten für Nfz-Komponenten Wabco übernommen.

Die Zentrale der ZF Friedrichshafen AG. Foto: ZF.
Die Zentrale der ZF Friedrichshafen AG. Foto: ZF.
Daniela Kohnen
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Claudia Leistritz)

Mit der nun folgenden Integration von Wabco in das Unternehmen soll die „gebündelte Kompetenz zweier Branchenführer“ zur Weiterentwicklung der Nfz-Technik dienen, so der Pressebericht. Beide Bereiche würden ihre Service-Dienstleistungen für Nutzfahrzeuge und das operative Kundengeschäft ausbauen. Man könne nun wegen der sich ergänzenden Portfolios und Kompetenzen weltweit einzigartige Systemlösungen und Dienstleistungen bereitstellen, sagte Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG, zur Übernahme.

„Die Zusammenführung dieser beiden erfolgreichen Unternehmen macht unsere Nutzfahrzeug-Systemtechnik noch innovativer und leistungsfähiger“.

Aus dem Zusammenschluss solle ein Mehrwert für Kunden, Mitarbeiter und Gesellschafter gleichermaßen hervorgehen. Scheider betrachtet die Akquisition als wichtigen Meilenstein der Unternehmensgeschichte:

„Mit ihr setzen wir die Transformation im Antriebssystem und im Feld der Digitalisierung konsequent fort.“

Laut Bericht soll Wabco als eigenständige Sparte der ZF unter der Bezeichnung Division Commercial Vehicle Control Systems operieren. Gleichzeitig rüstet man sich für weitere tiefgreifende Veränderungen und Herausforderungen in der Transportindustrie, unter anderem auf dem Gebiet der Digitalisierung sowie als Folge der Corona-Pandemie. Man wolle gegenwärtig zuvorderst Mitarbeiter schützen, die Produktion wieder hochfahren und das wirtschaftliche Überleben sichern, so Scheider.

„Langfristig hilft uns diese sorgfältig vorbereitete Akquisition, gestärkt in die Zukunft zu gehen, wenn wir die unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie bewältigt haben.“

Die neue Sparte hat etwa 12.000 Mitarbeiter an weltweit 45 Standorten und wird eng verzahnt mit der bestehenden Division Nutzfahrzeugtechnik, der Division Aftermarket und dem globalen Entwicklungsteam zusammenarbeiten, so ZF.

Mit der Integration von Wabco verfügt der Konzern nun über ein Produktprogramm, das konventionelle und elektrische Antriebe, Fahrwerkkomponenten, Sensoren und integrierte Brems-, Lenk- und Fahrerassistenzsysteme beinhaltet und umfangreiche Dienstleistungen im Bereich Flottenmanagement und für den Nfz-Aftermarket zur Verfügung stellt. ZF verstehe sich auch als kompetenter Partner in der Digitalisierung des Nfz-Marktes und der damit einhergehenden Möglichkeit, das gesamte Warenwirtschaftssystem effizienter auszurichten. Das bedeute dem Unternehmen zufolge auch mehr Sicherheit im Straßenverkehr sowie effizientere, emissionsärmere Fahrzeuge bei gleichzeitiger Minderung der Gesamtbetriebskosten.

Nach eigenen Angaben beschäftigt der Konzern mit der Integration von Wabco nun etwa 160.000 Mitarbeiter an rund 260 Standorten in 41 Ländern. Anscheinend als Folge der durch die Corona-Krise verursachten Verluste sollen laut Medienberichten allerdings bis 2025 etwa 12.000 bis 15.000 Stellen abgebaut werden, davon die Hälfte in Deutschland.

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