TSB Cargo: Magnetschwebebahn für den Gütertransport

Das Unternehmen Max Bögl testet derzeit im oberpfälzischen Sengenthal nahe Nürnberg einen vollautomatisierten Containertransport per Magnetschwebetechnologie.

Leise und emissionsarm: Mit dem vollautomatisierten Transport System Bögl (TSB) auf Basis einer Magnetschwebetechnologie könnten Container künftig zwischen stark frequentierten Logistikhubs transportiert werden. Foto: Firmengruppe Max Bögl/Oliver Kerner
Leise und emissionsarm: Mit dem vollautomatisierten Transport System Bögl (TSB) auf Basis einer Magnetschwebetechnologie könnten Container künftig zwischen stark frequentierten Logistikhubs transportiert werden. Foto: Firmengruppe Max Bögl/Oliver Kerner
Daniela Kohnen

Nach Angaben des auf Bau, Technologie und Dienstleistung spezialisierten Unternehmens hat das TSB Cargo System seinen Betrieb auf der 860 Meter langen Erprobungsstrecke in Sengenthal bereits aufgenommen. Ziel des Projektes ist es, mit der leisen und effizienten Magnetschwebetechnologie neben dem Einsatz im Personennahverkehr auch im Güterverkehr eine platzsparende und emissionsarme Alternative zum straßengebundenen Verkehr zu ermöglichen. Bei einer Taktfolgezeit von 20 Sekunden sollen nach dem Umschlag vom Lkw auf das TSB Cargo bis zu 180 Container pro Stunde und Richtung einzeln bei Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern vollelektrisch transportiert werden können.

Eingesetzt werden kann TSB Cargo demnach bei der Verteilung von Gütern zwischen stark frequentierten Logistikhubs wie zum Beispiel Hafenterminals oder in der Hinterlandanbindung an sogenannte Dry Ports. Da aktuell im Container-Einzeltransport hauptsächlich dieselbetriebene Lkw eingesetzt werden, würde die Verlagerung auf ein vollelektrisches System wie TSB Cargo zu einer CO2-Reduktion in der Transportkette und Entlastung der Infrastrukturen im Hafen führen, so das Unternehmen.

Das TSB verwendet ein elektromagnetisches Schwebesystem, das den Verschleiß an Fahrzeugen und Infrastruktur reduziert. Daraus folgt laut Max Bögl eine erhebliche Senkung von Betriebskosten wie auch Feinstaubemissionen im Vergleich zu konventionellen Systemen. Aus betriebs- wie auch volkswirtschaftlicher Sicht können Container damit wesentlich effizienter transportiert werden. Auf Basis erster Analysen wären Einsparungspotenziale von 50 Prozent der derzeit anfallenden Kosten möglich. Die schlanken, aufgeständerten Fahrwege vermeiden Flächenzerschneidungen und ermöglichen ebenfalls eine Integration in bereits bestehenden Verkehrskorridoren.

In Hamburg wird aktuell eine 120 Meter lange Demonstrationsstrecke inklusive Weiche für den diesjährigen ITS World Congress gebaut. Vom 11. bis 15.Oktober 2021 können Besucher dort den Umschlag vom LKW auf das TSB Cargo sowie dessen leisen Fahrbetrieb auf dem Gelände des Cruise Center Steinwerder erleben. Die Demonstrationsstrecke wird in Verbindung mit einer Machbarkeitsstudie, die die Hamburg Port Authority (HPA) gemeinsam mit Max Bögl von einem unabhängigen Büro durchführen lassen wird, die Basis für Realanwendungen der Technologie im Logistikbereich bilden

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