Transport Market Monitor: Kapazitäten sinken, Preise steigen

Auch in der Transportbranche hinterlässt der Brexit Spuren. Im Dezember werden Ladekapazitäten zu Mangelware. Zugleich ziehen die Preise wieder an.

Während sich mit dem Brexit Großbritannien von Europa verabschiedet, werden Transportkapazitäten zu Mangelware. (Foto: Pixabay)
Während sich mit dem Brexit Großbritannien von Europa verabschiedet, werden Transportkapazitäten zu Mangelware. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Wegen des Brexit sank im Dezember 2020 die Straßentransportkapazität auf dem europäischen Spotmarkt deutlich. Zugleich steigen die Preise. Zu diesem Ergebnis kommen die aktuellen Auswertungen des Transport Market Monitors (TMM). Laut dem Branchenindex fiel im Dezember 2020 die Straßentransportkapazität um 16,4 Prozent. Der Index der europäischen Spotmarktverfügbarkeiten liegt damit bei 85,9 Punkten.

Im Vergleich zum Vorjahr seht demzufolge eine erheblich geringere Kapazität Zur Verfügung. Konkret sank der Kapazitätsindex 16 Prozent gegenüber dem Dezember 2019. Zugleich zogen die Transportpreise von November auf Dezember 20200 um 3,9 Prozent an. Sie lagen damit um 2,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Laut der Analyse verzeichnete als Folge des Brexit insbesondere der Korridor zwischen Frankreich und Großbritannien einen erheblichen Verlust an Transportkapazitäten bei gleichzeitig steigenden Preisen. Die Straßentransportkapazität sei für diese Verkehre im Dezember 2020 auf ein Zweijahrestief von 58,5 Indexpunkten gesunken. Das entspreche einem Rückgang um 39,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Weiter heißt es, dass die Spotmarktpreise zwischen Frankreich und Großbritannien im selben Zeitraum stark um 34,8 Prozent in die Höhe schnellten. Sie erreichten ein Zweijahreshoch von 154,3 Indexpunkten. Im Jahresvergleich zum Dezember 2019 lag die Transportkapazität um 22,1 Prozent niedriger, während sich die Preise um mehr als verdoppelten.

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich bei den Transportpreisen und -kapazitäten zwischen Deutschland und Großbritannien beobachten. Dort sank die Straßentransportkapazität im Monatsvergleich von November auf Dezember 2020 um 29,7 Prozent. Sie liegt nun bei einem Zweijahrestief von 85,3 Indexpunkten. Gleichzeitig stiegen die Transportpreise um 41,2 Prozent und erreichen ein Zweijahreshoch von 153,9 Punkten.

Im europäischen Automobilsektor fielen die Straßentransportkapazitäten im Dezember 2020 im Vergleich zum Vormonat um 17,9 Prozent auf ein Zweijahrestief von 72,3 Indexpunkten. Die Preise setzten dagegen ihre bereits seit Mai anhaltende positive Entwicklung fort. Sie stehen nun mit 105,6 Indexpunkten auf einem Zweijahreshoch. Das entspricht einer Steigerung um 1,8 Prozent im Dezember 2020 bezogen auf den Vormonat.

In der Chemie und den Life Sciences fiel der Kapazitätsindex zwischen November und Dezember 2020 deutlich um 14,6 ‚Prozent. Er liegt nun bei 96,2 Punkten. Die Transportpreise in diesem Sektor stiegen im selben Zeitraum um 13,5 Prozent.

Auch im Stahlbereich sanken die Transportkapazitäten zwischen November und Dezember 2020 signifikant um 22,5 Prozent. Gleichzeitig erreichten die Transportpreise ein Zweijahreshoch von 111,2 Punkten. Bereits seit Mai 2020 zeichnet sich ein Trend stetig steigender Transportpreise ab. Allein im Monatsvergleich von November auf Dezember 2020 zogen die Preise um 8,7 Prozent an.

Das geht aus aktuellen Auswertungen des Transport Market Monitors (TMM) hervor. Der Online-Service wird von Tim Consult auf Basis von jährlich mehr als 1,8 Millionen Frachtaufträgen generiert. Die verarbeiteten Transportdaten stammen von Transporeon. Sie berücksichtigen den aktuellen Monatszeitraum bis zum 07. Januar 2021.

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