Trans-o-flex: Temperaturgeführter Transport für Arzneimittellieferung notwendig

Der Logistikdienstleister hat in einer Studie die Temperatur in nicht-temperierten Auslieferfahrzeugen in Deutschland gemessen. Fazit: Ohne eine Temperierung ist ein Transport nicht sicher.

Trans-o-flex hat anhand von tagesaktuellen Auswertungen ermittelt, dass jeder nicht-temperierte Transport die Wirkung von Arzneimitteln gefährden kann. Das Unternehmen veröffentlicht jetzt auf der Homepage täglich einen aktuellen Temperaturalarm. Foto: trans-o-flex
Trans-o-flex hat anhand von tagesaktuellen Auswertungen ermittelt, dass jeder nicht-temperierte Transport die Wirkung von Arzneimitteln gefährden kann. Das Unternehmen veröffentlicht jetzt auf der Homepage täglich einen aktuellen Temperaturalarm. Foto: trans-o-flex
Daniela Kohnen

Trans-o-flex hat in mehreren bundesweiten Testreihen im Rahmen einer Studie erhoben, wie hoch das Risiko bei Transporten von Arzneimittel ist, dass ein Medikament an Wirksamkeit verliert, wenn die Temperatur dabei nicht überwacht und gesteuert wird. Wolfgang P. Albeck, CEO von trans-o-flex:

„Egal zu welcher Tageszeit und egal, ob im Sommer oder im Winter transportiert wird: Unsere Messungen haben gezeigt, dass es keine Außentemperatur gibt, bei der Arzneimittel auch ohne Temperierung risikolos den Raumtemperaturbereich von 15 bis 25 Grad einhalten.“

Die Testergebnisse der Studie zeigten, dass es keinen Tag ohne erhebliches Risiko gebe, so Albeck. Die Untersuchung habe mehrere generelle Erkenntnisse bestätigt. Demnach folgt erstens die Temperatur im Laderaum eines untemperierten Fahrzeugs dem Anstieg der Außentemperaturen im Tagesverlauf ohne große zeitliche Verzögerung.

Zweitens heizt sich der Laderaum nicht langsam und parallel zum Anstieg der Außentemperatur auf, sondern die Temperatur im Innenraum steigt teilweise exponentiell zur Außentemperatur an, so das Unternehmen. Schon bei einer Außentemperatur von 16 Grad würden bei zehn Prozent aller Messungen im Laderaum Temperaturen von mehr als 40 Grad festgestellt. Es kommt damit schon bei normalen Außentemperaturen zu erheblichen Abweichungen, wenn keine aktiv temperierten Fahrzeuge eingesetzt würden.

Bei einer Außentemperatur von 23 Grad wurden laut dem Logistiker in den Fahrzeugen zudem Spitzentemperaturen von über 50 Grad gemessen, bei einer Außentemperatur von 30 Grad sogar von über 60 Grad. Die Farbe eines Fahrzeugs sei allerdings laut der Studie nicht entscheidend dafür, wie stark sich ein Fahrzeug aufheize. Die Unterschiede zwischen weißen und anthrazitfarbenenen Fahrzeugen würden im Schnitt nur ein oder zwei Grad betragen.  

Insgesamt liege das geringste Risiko bei einer Außentemperatur von 12 Grad, so der Logistiker. Dabei sei die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sendung bei der Auslieferung in einem untemperierten Fahrzeug bei unter 15 oder über 25 Grad Celsius befördert wird, bei 16 Prozent. Oberhalb und unterhalb dieser Temperatur steige das Risiko sprunghaft an. Wolfgang P. Albeck, CEO von trans-o-flex:

„Nach unseren Erfahrungen wissen Versender kühlpflichtiger Arzneimittel sehr genau, wie leicht ihre sensiblen Produkte ohne eine entsprechende Temperierung in der Lieferkette den vorgeschriebenen Bereich von zwei bis acht Grad Celsius verlassen und dadurch ihre Wirkung verlieren können. Um das zu verhindern, nutzen sie den Service der trans-o-flex-Tochter ThermoMed.“

In dem für andere Medikamente geschaffenen Raumtemperaturbereich von 15 bis 25 Grad Celsius werde das Risiko bis heute immer noch unterschätzt. Das Ergebnis der Auswertung stellt das Unternehmen jetzt täglich in Bezug zu den aktuellen Tagestemperaturen auf seine Website. Mit dem Website-Tool Temperaturalarm könne ab sofort jeder das Risiko untemperierter Transporte beziffern, so das Unternehmen. Der Service Temperaturalarm auf der Website gebe täglich genau an, welche Höchst- und Tiefsttemperaturen zu erwarten sind und wie hoch dementsprechend das Risiko ist, dass eine Sendung in einem untemperierten Fahrzeug bei mehr als 25 Grad oder bei unter 15 Grad befördert wird.

Laut dem Logistikdienstleister würden weitere Untersuchungen zeigen, dass auch die Temperatur in den Umschlaghallen ein hohes Risiko für Medikamententransporte darstelle. Denn wenn nicht aktiv kontrolliert und gegengesteuert werde, würde die Temperatur in herkömmlichen Umschlagzentren im Tagesverlauf kontinuierlich ansteigen. Demnach erreiche die Temperatur den Höhenpunkt nicht mittags, sondern am späten Nachmittag, und damit genau dann, wenn die Sendungen der Kunden eintreffen würden.

Und wenn der Aufheizungsprozess einmal in Gang gekommen sei, könne aufgrund der großen Masse der Gebäude ein Temperaturanstieg, etwa über die 25-Grad-Grenze des Raumtemperaturbereichs, dann ohne aktive Klimatisierung nicht kurzfristig verhindert werden. Daher sei es wichtig, dass die Kühlung frühzeitig beginne, in der Regel noch am Vormittag. Um genau zu wissen, wann wie stark eingegriffen werden müsse, sei eine kontinuierliche Messung, Dokumentation und Auswertung von Temperaturprotokollen notwendig, hieß es beim Logistikdienstleister.

Für die Studie hatte trans-o-flex zu verschiedenen Jahreszeiten umfangreiche Messreihen gestartet. In den Messzeiträumen wurden jeweils an 17 über Deutschland verteilten trans-o-flex-Standorten Auslieferfahrzeuge mit Temperaturloggern ausgestattet. An jedem Standort wurden jeweils drei Einsatzszenarios getestet: eine Überland-Tour, eine Stadt-Tour und eine Mixtour. Die eingesetzten Messgeräte haben laut Unternehmensangaben alle 15 Minuten die Temperatur mit einer Abweichgenauigkeit von 0,5 Grad erhoben und gemeinsam mit Zeit und Datum der Messung gespeichert.

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