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Telematik: Spedition Gustke setzt auf Digitalisierung

Mit einem einheitlichen Telematiksystem digitalisiert die Spedition Heinrich Gustke ihre Transporte im Ladungs- und Stückgutverkehr. Ziel ist, dass die Flexibilität steigt.

Gustke setzt n seiner Flotte auf die Telematiklösung Tislog und 145 fahrerbezogene mobile Computer vom Typ Zebra TC75. (Foto: TIS)
Gustke setzt n seiner Flotte auf die Telematiklösung Tislog und 145 fahrerbezogene mobile Computer vom Typ Zebra TC75. (Foto: TIS)
Christine Harttmann

Warum nicht auch mal Nahverkehr? Die im Ladungsverkehr eingesetzten Fahrer der Spedition Heinrich Gustke stehen dieser Frage offen gegenüber. Bei dem inhabergeführten Mittelständler kommt es immer wieder mal vor, dass die vorwiegend im Fernverkehr eingesetzten Trucker Stückgut-Touren übernehmen. Diese hohe Flexibilität wird durch ein einheitliches und übergreifendes Telematiksystem unterstützt, das zugleich den Ladungs- und Stückgutverkehr steuert.

Gewohntes Umfeld

Dabei setzt Gustke auf die Telematiklösung Tislog und 145 fahrerbezogene mobile Computer vom Typ Zebra TC75, die während der Fahrt in einer von TIS entwickelten Fahrzeughalterung mit integrierter Ladestation fixiert sind. Die auf den Handhelds installierte App führe die Fahrer, so beschreibt es Christian Schröder aus der IT-Abteilung des Rostocker Familienunternehmens, Schritt für Schritt durch den gesamten Lieferprozess bis hin zur Ablieferquittung und dem Lademittelhandling.

„Mit Tisloag arbeiten unsere Fahrer immer im gewohnten technischen Umfeld, so dass ihnen das Umsatteln vom Fern- auf den Nahverkehr leichtfällt.“

Die Vielseitigkeit sei einer der Gründe gewesen, warum Gustke 2012 den Telematikanbieter gewechselt hatte.

„Außerdem wird die Lösung sehr dynamisch weiterentwickelt und ständig verbessert“, ergänzt IT-Leiter und Prokurist Henry Gustke.

Zu den jüngsten Erweiterungen gehört die grafisch unterstützte Beladescannung, mit der im Sommer 2020 die bislang eingesetzte Terminal-Emulation abgelöst werden konnte.

„Mit der grafischen Beladescannung von TIS haben unsere Fahrer immer den Überblick über sämtliche Stopps und die noch zu ladenden Packstücke“, sagt Schröder.

Dadurch könne man jetzt auf den Ausdruck von Ladelisten verzichten und die rund 300 täglichen Nahverkehrs-Sendungen völlig papierlos bearbeiten. Außerdem erhält der Fahrer sofort eine Rückmeldung, wenn er mal das falsche Packstück erwischt. Eine weitere Sicherung wird aktiv, wenn einzelne Colli übersehen werden.

„Erst wenn alle Sendungsbestandteile fehlerfrei gescannt wurden, kann der Fahrer den Vorgang abschließen, wodurch Beladefehler fast völlig ausgeschlossen werden“, erläutert Gustke.

Digitale Ladelisten

Die Fahrer erhalten durch die neue Beladescannung mehr Sicherheit. Auch harmonisiere sie mit dem im Unternehmen eingesetzten Transportmanagementsystem (TMS) Komalog von Transdata. Die Fahrer können ihre digitalen Ladelisten direkt am mobilen Scanner abrufen.

Ebenfalls bei den Fahrern beliebt ist die von TIS entwickelte Abfahrtkontrolle, die jetzt ebenfalls papierlos durchgeführt werden kann. Die App erscheint auf dem mobilen Endgerät des Fahrers als zusätzlicher Menüpunkt. Die Funktion gibt Fahrern bei der kleinen und großen Abfahrtkontrolle einen einheitlichen Kontrollablauf für Zugmaschine und Auflieger beziehungsweise Motorwagen und Anhänger vor. Beschädigungen und Mängel lassen sich anhand bereits vorformulierter Beschreibungen abhaken und bei Bedarf zusätzlich mit Fotos dokumentieren.

„Die Prüflisten orientieren sich an den Vorgaben der Berufsgenossenschaft BG Verkehr. Wir haben sie mit geringem Aufwand an die spezifischen Bedürfnisse unseres Fuhrparks angepasst“, berichtet Gustke.

Vor der Abfahrt alles im Griff

Am Ende des Kontrollvorgangs entscheiden die Fahrer, ob ihr Fahrzeug einsatzbereit ist und unterschreiben ihre Eintragungen auf dem Display des Geräts. Anschließend wird die digitale Abfahrtkontrolle an die webbasierte Informations- und Dispositionsplattform InfoDesk übertragen und dort als PDF-Dokument archiviert. Auf diese Weise haben Fuhrparkleiter und Disponenten jederzeit Zugriff auf alle Protokolle.

Herzstück der Lösung ist die in sämtlichen Fahrerhäusern montierte Telematicbox vom Typ Truck 2. Diese verfügt über GPS-Antenne und SIM-Karte und lässt sich laut den Angaben in rund 60 Minuten installieren. In dieser Zeit wird die 150 Gramm leichte Hardware an den digitalen Tachografen und die FMS/CAN-Schnittstelle angeschlossen. Damit bietet die Lösung neben der reinen Ortung ein weitere optiomnale Funktionen, von denen Gustke unter anderem die Fahrerbewertung nutzt. Auf Basis einer objektiven Fahrstil- und Verbrauchsdaten-Analyse können Fahrer damit gezielt angesprochen und nachgeschult werden.

Zu weiteren Einsparungen führte bei Gustke die Fernübertragung der Lenk- und Ruhezeiten. „Mit dieser Funktion sparen wir in jeder Woche mehrere Stunden Zeit, die wir früher für das manuelle Auslesen der Fahrer- und Unternehmerkarten aufwenden mussten“, hebt Schröder hervor. Jetzt werden die Daten einfach aus den Tachografen an die Telematikboxen und von dort per Mobilfunk an das TIS-Rechenzentrum übertragen.

Daten im Blick

Die Daten bilden die Grundlage für Server-Dienste. Als Online-Schnittstellt für Telematikdaten aus den mobilen Endgeräten dient das Tislog Office. In einem Online-Portal können diese bearbeitet und analysiert werden. Alle gesetzlichen Bestimmungen einschließlich der Einminutenregelung bis hin zur Doppelwoche werden dort berücksichtigt. Bei drohenden Verstößen können die Disponenten automatisch per Mail benachrichtigt werden. Die Fahrer haben über App Zugriff auf ihre aktuellen Lenk- und Ruhezeiten.

 „Das ist für unsere Fahrer wesentlich komfortabler, als sich durch das schmale Display des Tachografen zu hangeln“, meint Schröder.

Vorteile bietet ist auch die integrierte Übersetzungsfunktion. Sie erleichtere die Kommunikation mit den 30 polnischen Fahrern, die vorwiegend im Fernverkehr tätig seien, so das Unternehmen. Freitextnachrichten der vier Fernverkehrs-Disponenten werden automatisch in die polnische Sprache übertragen und erst danach an das jeweilige Handheld geschickt.

Die Spedition Heinrich Gustke ist ein international tätiger Logistikdienstleister, der sich unter anderem auf Teil- und Komplettladungen, Stückgutverkehre sowie Lager- und Entsorgungslogistik spezialisiert hat. Zu den weiteren Geschäftsfeldern zählt die Distributions- und Beschaffungslogistik sowie die Baustofflogistik.

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