StVG-Blockade: Laut BIEK vertane Chance für besseren Lieferverkehr

Auch der KEP-Verband ist enttäuscht über die vom Bundesrat torpedierte Reform, die auch Erleichterungen im Bezug auf Ladezonen vorsah. Man habe die Chance für Klimaschutz und besseren Lieferverkehr vertan.

Die Reform sah auch die Einrichtung von Ladezonen mit einem eigenen Verkehrsschild vor, was die Problematik des Zweite-Reihe-Parkens entschärfen hätte können. | Foto: Hermes
Die Reform sah auch die Einrichtung von Ladezonen mit einem eigenen Verkehrsschild vor, was die Problematik des Zweite-Reihe-Parkens entschärfen hätte können. | Foto: Hermes
Daniela Sawary-Kohnen
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BIEK) hat sich enttäuscht gezeigt über die Blockade der Reform des Straßenverkehrsrechts (StVG) sowie der Straßenverkehrsordnung (StVO) durch den Bundesrat. Dieser hatte die von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) nach langen Verhandlungen mit beteiligten Ministerien, Ländern und Kommunen und nach zahlreichen Kompromissen vorgelegte Neufassung des Gesetzes nach überraschender Kehrtwende einiger unionsgeführter Länder wie Bayern am Freitag torpediert.

In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hatten sich die grün-schwarze und die schwarz-grüne Koalition nicht einigen können und sich daher enthalten. Bayern hatte unerwartet dagegen gestimmt, obwohl man dort stets auf mehr Verkehrssicherheit gepocht hatte. Nichtzustimmung hatten damit BW, BY, BB, HH, HE, NW, SN und ST erteilt.

„Wir bedauern es sehr, dass der Bundesrat heute die Novelle des Straßenverkehrsgesetzes nicht beschlossen hat. Damit fehlt auch die Rechtsgrundlage für die Änderung der Straßenverkehrsordnung und die Einführung des von uns lange geforderten Verkehrszeichens ‚Ladebereich‘. Leider hat der Bundesrat mit seiner Blockade verhindert, dass das Verkehrsrecht modernisiert wird", erklärte BIEK-Vorsitzender Marten Bosselmann.

Er habe sich dagegen entschieden, für den gesamten Lieferverkehr verbesserte Bedingungen zu schaffen, urteilte der BIEK-Chef weiter. Auch dem Klimaschutz hätten die Länder damit einen Bärendienst erwiesen, denn Ladebereiche hätten das Potenzial, Emissionen im Stadtverkehr drastisch zu senken.

"Es ist völlig unverständlich, dass man sich einerseits über Zweite-Reihe-Parker aufregt, sich aber andererseits Maßnahmen versperrt, die genau dieses Problem eindämmen würden. Das ist Politik, die niemandem hilft – weder den Verkehrsteilnehmenden noch den Paketzustellerinnen und -zustellern", kritisierte Bosselmann.

Der Bundesverband Paket und Expresslogistik:

Der 1982 gegründete Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) vertritt die Interessen der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) in Deutschland. Rund 4.000 Unternehmen sorgen für eine flächendeckende Zustellung von der Hallig bis zur Alm, in der Stadt und auf dem Land. Die gesamte Branche realisiert in Deutschland derzeit jährliche Umsätze in Höhe von 26 Milliarden Euro, beschäftigt rund 258.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und befördert ca. 4,15 Milliarden Sendungen pro Jahr.

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