Start für den Wasserstoffkorridor zwischen Nord- und Südeuropa

Eine neue Zusammenarbeit ist Teil des Bestrebens des Hafenbetriebs Rotterdam, Nordwesteuropa bis 2030 mit 4,6 Mio. t grünem Wasserstoff zu versorgen.

Über die Bucht von Algeciras könnte der in der Nähe produzierte grüne Wasserstoff Richtung Rotterdam abtransportiert werden. (Foto: Cepsa)
Über die Bucht von Algeciras könnte der in der Nähe produzierte grüne Wasserstoff Richtung Rotterdam abtransportiert werden. (Foto: Cepsa)
Claus Bünnagel

Das Energieunternehmen Cepsa und der Hafenbetrieb Rotterdam haben eine Absichtserklärung für die Etablierung des ersten grünen Wasserstoffkorridors zwischen Süd- und Nordeuropa unterzeichnet. Er soll eine Versorgungskette mit grünem Wasserstoff zwischen zwei der wichtigsten europäischen Häfen, Rotterdam und Algeciras, sicherstellen. Die Zusammenarbeit ist Teil des Bestrebens des Hafenbetriebs Rotterdam, Nordwesteuropa bis 2030 mit 4,6 Mio. t grünem Wasserstoff zu versorgen.

Produktionskapazität von 2 GW angestrebt

Hergestellt werden soll der grüne Wasserstoff per Elektrolyse im Cepsa-Energiepark San Roque in der Nähe der Bucht von Algeciras. In Form von Wasserstoffträgern wie Ammoniak oder Methanol soll er dann nach Rotterdam exportiert werden. Im wichtigsten Energiehafen Europas werden schon heute 13 % des europäischen Energiebedarfs umgeschlagen. Algeciras ist der bedeutendste Hafen in Spanien, der viertgrößte in Europa, und liegt auf einer wichtigen Handelsroute zwischen Europa und Asien.

Das Projekt soll bis 2027 umgesetzt werden. Cepsa beabsichtigt außerdem, eine vergleichbare Lieferkette von seinem Energiepark La Rabida in Huelva aus zu entwickeln. Das Energieunternehmen strebt an, bis 2030 mit einer Produktionskapazität von 2 GW – der Hälfte des derzeitigen Ziels der spanischen Regierung – führend in der Erzeugung von grünem Wasserstoff in Spanien und Portugal zu sein. Um die für die Produktion erforderliche Menge an erneuerbarer Energie zu erzeugen, baut Cepsa ein Portfolio aus Wind- und Solarprojekten mit einer Leistung von 7 GW auf. Gleichzeitig plant das Unternehmen, mit anderen Erzeugern erneuerbarer Energien in Andalusien zusammenzuarbeiten, um die Integration dieser neuen Anlagen in das Stromsystem voranzutreiben.

Nordwesteuropa verbraucht viel mehr Energie, als es auf nachhaltige Weise produzieren kann. Deshalb richten wir gemeinsam mit Exportländern und Privatunternehmen in der ganzen Welt mehrere Handelswege für grünen Wasserstoff ein. Wir erwarten, dass im Jahr 2050 etwa 20 Mio. t Wasserstoff durch den Hafen fließen. Vor Ort produziert werden davon voraussichtlich nur 2 Mio t. (Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam)

4,6 Mio. t Wasserstoff für Nordwesteuropa

Wasserstoff ist ein Schwerpunkt der Pläne für die Energiewende in Rotterdam. Der Hafenbetrieb arbeitet am Aufbau von Infrastruktur und Anlagen für die Wasserstoffversorgung. In Zusammenarbeit mit den Exportländern und den im Hafen tätigen Unternehmen können bis 2030 jährlich 4,6 Mio. t Wasserstoff nach Nordwesteuropa geliefert werden, was einer CO2-Reduzierung von 46 Mio. t entspricht.

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