Solutrans 2019: Chereau kühlt den Trailer mit Brennstoffzelle

Chereau hat einen Kühltrailer präsentiert, dessen Kühlaggregat mit Brennstoffzellenantrieb arbeitet. Für mindestens zwei Tage soll die Kühlung im Fernverkehr reichen, im Verteilerverkehr einen Tag. Die aktuellen Reihen bieten mehr Nutzlast und höhere Effizienz.

Keine Zukunftsmusik: Chereau arbeitet an der Industrialisierung der H2-Technologie für Kühlauflieger, die binnen zehn Jahren ein Viertel der Verkäufe erobern soll. | Foto: J. Reichel
Keine Zukunftsmusik: Chereau arbeitet an der Industrialisierung der H2-Technologie für Kühlauflieger, die binnen zehn Jahren ein Viertel der Verkäufe erobern soll. | Foto: J. Reichel
Christine Harttmann
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der französische Kühlaufbauspezialist Cherau hat zur Solutrans 2019 in Lyon ein Brennstoffzellensystem für Kühlauflieger präsentiert, mit dem sich Kühlzüge im Fernverkehr mindestens zwei Tage, im Verteilerverkehr einen Tag betreiben lassen sollen. Der Auflieger verfügt über an den Seiten angebrachte Wasserstofftanks, eine oder mehrere Brennstoffzellen sowie eine Pufferbatterie. Der Tankvorgang soll nicht mehr als zehn Minuten in Anspruch nehmen. Der Anbieter setzt dabei auf "grünen Wasserstoff", der aus regenerativen Energiequellen produziert wird. In einem Pilotprojekt habe man wichtige Fragen auch bezüglich der Sicherheit der Tanks klären können.

Noch nicht final feststehe die Dauerhaltbarkeit der Brennstoffzellen, sodass definitive Aussagen zur Total Cost of Ownership der Technologie noch nicht möglich seien. Hier will man aber mit Vorserienmodellen schnell eine Faktenbasis schaffen. Generell glaubt man, dass eine Amortisation über typische Betriebszyklen realistisch ist. Daher startet man jetzt in die Industrialisierung der Technologie. Ziel ist es, binnen zehn Jahren ein Viertel der Produktion auf H2-Kühlsysteme umzustellen, so der Hersteller.
 

Aktuelle Baureihen: Mehr Nutzlast, weniger Verbrauch, bessere Isolierung

Von aktuellem und konkretem Nutzen ist darüber hinaus die weitere Evolution des Inogam Evo-Trailers, der mit der zur Messe präsentierten Überarbeitung 430 Kilogramm an Nutzlast gewonnen haben soll. Zudem werden optional aerodynamische Elemente am Trailer wie Seiten-, Dach- und Flankenspoiler integriert und es gibt neue Zusatzausstattungen, die für bessere Bedienergonomie sorgen sollen. Darüber hinaus hat der Hersteller mit dem Chereau Next-Modul eine verbesserte Telematikeinheit vorgestellt, das sich jetzt zu allen Sattelzugmaschinen am Markt kombinieren lassen soll und das diverse Telematik- und Diagnosefunktionen umfasst.

Zudem führt man unter der Bezeichnung VIP (Vacuum Insulated Panel) eine neue Generation von Isolierpaneelen ein, die auf Vakuum-Technologie basiert und mit den besten K-Koeffizienten am Markt bieten soll. Im Endeffekt könne der Nutzer bis zu 20 Prozent an Sprit für die Kühlung einsparen. Darüber hinaus seien die neuen Panele langlebiger und man habe die Wartungszeit weiter reduziert. 

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