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So vertreibt Unikai blinde Passagiere

Um zu verhindern, dass die sogenannte marmorierte Stinkwanze in Exportfahrzeugen nach Ozeanien reist, funktioniert die Unikai Lagerei- und Speditionsgesellschaft Reeferboxen und Heizcontainer um.

Für den schädlingsfreien Export nach Ozeanien werden 40-Fuß-Kühlcontainer in Heizcontainer umfunktioniert. (Foto: HHLA/Dominik Reipka)
Für den schädlingsfreien Export nach Ozeanien werden 40-Fuß-Kühlcontainer in Heizcontainer umfunktioniert. (Foto: HHLA/Dominik Reipka)
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Christine Harttmann

Australien und Neuseeland schreiben seit dem 1. September 2018 vor, dass Fahrzeuge vor dem Import aus Europa von Schädlingen, insbesondere von der braun marmorierten Stinkwanze, befreit werden. Die Exportgüter aus Deutschland müssen dafür besonders vorbereitet werden, das heißt, entweder begast oder wärmebehandelt. Davon betroffen sind auch alle Fahrzeuge, die das Hamburger Multipurpose-Terminal Unikai nach Down Under umschlägt. Die Unikai Lagerei- und Speditionsgesellschaft, ein Tochterunternehmen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), hat daher eine Technik entwickelt, mit der sie die Fahrzeuge auf diesen schädlingsfreien Export vorbereitet. Sie hat dafür 40-Fuß-Reeferboxen in Heizcontainer umfunktioniert.

„Gerade einmal acht Wochen hatten wir Zeit, um eine praktikable Lösung zu entwickeln“, sagt Unikai-Geschäftsführer Hartmut Wolberg.

Bei Fahrzeugen wird die Wärmebehandlung bevorzugt. Eine Hallenkonstruktion, in der die Fahrzeuge vor der Verschiffung geparkt und dann die Umgebungsluft erwärmt wird, kam nicht in Frage. Eine solche Lösung wäre in der kurzen Zeit nicht umzusetzen gewesen, darüber hinaus zu energieintensiv und ökologisch ineffizient und auch zu unflexibel hinsichtlich der verschiedenen Fahrzeugtypen.

Derzeit stehen bei Unikai 28 dieser 40-Fuß-Heizcontainer auf dem Gelände. Zwischen 1.500 und 2.000 Fahrzeuge werden vor jeder Verladung mit dem Heating-System bearbeitet. (Foto: HHLA/Dominik Reipka)
Derzeit stehen bei Unikai 28 dieser 40-Fuß-Heizcontainer auf dem Gelände. Zwischen 1.500 und 2.000 Fahrzeuge werden vor jeder Verladung mit dem Heating-System bearbeitet.  (Foto: HHLA/Dominik Reipka)
 

Über mehrere Stunden müssen die Autos bei über 50 Grad Celsius erwärmt werden. Mit jeweils drei Messsonden wird festgestellt, dass die Mindesttemperatur überall am Fahrzeug erreicht wird, im Motorraum ebenso wie unter der Fußmatte. Wolberg:

„Unsere technische Abteilung kam auf die geniale Idee, konventionelle Kühlcontainer in Heizcontainer umzufunktionieren.“

Reeferboxen hätten die idealen Abmessungen für Autos, seien grundsätzlich gut isoliert und würden die Luftzirkulation fördern. „Außerdem sind sie sehr flexibel in der Anwendung. Jede Box kann individuell je nach Fahrzeugtyp beheizt werden. Reefercontainer sind schnell verfügbar. Und gibt es mal keinen Bedarf, dann können sie gestapelt und weggestaut werden, um Platz zu sparen, letztendlich sogar zurückgebaut und wieder als Kühlcontainer genutzt werden. Alles Vorteile gegenüber einer teuren Hallenkonstruktion“, so der Unikai-Geschäftsführer.

Die Techniker von Unikai haben ein entsprechendes Konzept erarbeitet, technische Umbau-maßnahmen vorgenommen und externe Heizquellen angeschlossen, um die Boxen zu beheizen. Außerdem wurde eine Softwarelösung zu Steuerung und Überwachung des Heating-Systems sowie zur Dokumentation entwickelt. Eine mobile App ermöglicht es den Mitarbeitern, sämtliche Prozesse in Echtzeit zu verfolgen.

Derzeit stehen bei Unikai 28 dieser 40-Fuß-Heizcontainer auf dem Gelände. Zwischen 1.500 und 2.000 Fahrzeuge werden vor jeder Verladung mit dem Heating-System bearbeitet. „In der ersten Saison haben wir auf diese Weise in Hamburg etwa 16.000 Autos für unsere Ozeanien-Kunden für den Export vorbereitet“, sagt Wolberg. Je nach Bedarf könne die Kapazität durch zusätzliche Heizcontainer erweitert werden.

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