Slowenien: Postauto lädt induktiv

Im Projekt Edison Winci  konzeptioniert die  Pošta Slovenije gemeinsam mit ihrem Partner Intis eine umfassende Unterstützungsumgebung, die das kabellose Laden von Elektrofahrzeugen ermöglichen soll.

Intis hat einen VW Crafter für die slowenische Post für das induktive Laden ertüchtigt. (Foto: Intis)
Intis hat einen VW Crafter für die slowenische Post für das induktive Laden ertüchtigt. (Foto: Intis)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Im Postbetrieb könnte kabelloses Laden Sinn machen: Im Rahmen des Projekts wird das deutsche Unternehmen Intis das Elektro-Lieferfahrzeug VW e-Crafter der Pošta Slovenije anpassen und das kabellose Laden nachrüsten sowie die kabellose Ladestation bereitstellen. Damit wird Intis nach eigenen Angaben das erste Unternehmen in Slowenien sein, das den Betrieb eines kabellos geladenen Fahrzeugs in einer realen Umgebung demonstriert. Die Auslieferung des umgebauten Fahrzeugs ist für Ende August 2022 geplant. Dieser neue Schritt ermöglicht eine noch stärkere Elektrifizierung der Flotte, die ein wichtiger Bestandteil der Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsstrategie von Pošta Slovenije ist.

Die Pošta Slovenije wurde 1995 gegründet und hat sich seitdem zu einer Unternehmensgruppe (Pošta Slovenije Group) entwickelt, die ein breites Spektrum an Post-, Logistik- und zuverlässigen elektronischen Dienstleistungen anbietet. Als führender Anbieter von Paketdiensten und umfassenden Logistiklösungen in der erweiterten Region Südosteuropa ist sich die Gruppe ihrer Umweltverantwortung bewusst und strebt die Elektrifizierung ihres Fuhrparks und die Verbesserung der Umwelteffizienz in allen Bereichen an. Die Pošta Slovenije entwickelt ihren umweltfreundlichen Fuhrpark seit 2009. Er besteht aus elektrisch betriebenen Lieferfahrzeugen, elektrisch betriebenen vier- und dreirädrigen Leichtfahrzeugen, elektrischen Motorrollern und elektrisch unterstützten Fahrrädern. Derzeit liegt der Anteil der elektrischen Lieferfahrzeuge bei 12 %. Ziel ist es, diesen Anteil bis 2025 auf 46 % zu erhöhen. Das Unternehmen hat mit der Einführung eines Energiemanagementsystems begonnen und bereits 2018 die Zertifizierung nach der internationalen Norm ISO 50001:2011 Energy Management System erhalten, die jedes Jahr von einer akkreditierten externen Institution bestätigt wird.

Die Energieeffizienzstrategie der Post folgt den Leitlinien nationaler und internationaler Initiativen, wie dem Nationalen Energie- und Klimaplan der Republik Slowenien, den Nachhaltigkeitszielen des UN Global Compact, dem von der Europäischen Kommission im Dezember 2019 verabschiedeten European Green Deal und der Initiative Delivering a Sustainable European Post des Verbands der europäischen öffentlichen Postbetreiber (PostEurop).

Seit 2012 konnte Intis mittlerweile eine Vielzahl von Systemen zum induktiven Laden von Fahrzeugen ausgeliefert. Das Leistungs- und Lieferportfolio umfasst neben stationären Energieübertragungslösungen (kabelloses Laden für Fahrzeuge auf Parkplätzen) auch Lösungen für das Laden von Fahrzeugen während der Fahrt sowie das kombinierte Laden (kabelgebundenes und kabelloses Laden in einer Ladestation). Die von INTIS angebotenen Lösungen erfüllen bereits heute weitgehend die Anforderungen bestehender oder kommender Normen. INTIS stellt auch einen deutschen Vertreter für die Normung bei der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC).

Was bedeutet das?

Das induktive Laden dürfte eine Nische bleiben, aber in manchen Fällen absolut Sinn machen: Wenn E-Fahrzeuge ohnehin über längere Zeiträume immer wieder an einem bestimmten Ort stehen (müssen) so wie Taxen oder Postfahrzeuge im Depot oder an Übergabestellen. Hauptvorteil: Die Fahrer müssen sich nicht um die Energiezufuhr kümmern. Man darf gespannt sein, wie sich der Pilot entwickelt.

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