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Das Thema Lkw-Tests wird präsentiert von

Sicherheit: Nie wieder ins Stauende rasen

Wenn der Bremsweg vor einem Hindernis zu kurz ist, soll ein neuer Ausweichassistent die Sattelzüge künftig automatisch und fahrstabil an Gefahrenstellen vorbeilenken.
 Das neue Sicherheitssystem für Lkw soll Stauenden den Schrecken nehmen. (Foto: ZF)
Das neue Sicherheitssystem für Lkw soll Stauenden den Schrecken nehmen. (Foto: ZF)
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Christine Harttmann

Wie kann ein Sattelzug selbst Gefahren abwenden, wenn sein Fahrer ruhenden Verkehr übersieht, der Anhalteweg nicht mehr ausreicht und hektische Lenkversuche alles nur noch verschlimmern? Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG hat als Antwort darauf in Kooperation mit dem Technologiedienstleister Wabco den „Evasive Maneuver Assist“ (EMA) entwickelt. Das System wurde nun erstmals in einem Prototypen, dem ZF Innovation Truck 2016, vorgestellt.

Der Ausweichassistent EMA übernimmt das Steuer, wenn Trucker Verkehrshindernisse wie etwa ein Stauende gar nicht oder zu spät registrieren. Die Assistenzfunktion erkennt, ob eine bereits ausgelöste Notbremsung ausreicht, um rechtzeitig vor dem Hinderniss zu stoppen. Lässt sich der Auffahrunfall nicht mehr verhindern, dann dirigiert das System – aktiviert durch einen Lenkimpuls des Fahrers nach links oder rechts – den Lkw mitsamt Auflieger sogar noch aus dem Maximaltempo selbständig auf den anvisierten freien Fahr- oder Pannenstreifen. Der Hersteller verspricht, dass das System mit jedem Sattelzug bei allen Geschwindigkeiten, in jedem Beladungszustand und mit jedem Auflieger ausweicht und das Fahrzeug gleichzeitig bremst und stabilisiert.

EMA resultiert aus der Kombination der elektrohydraulischen Servolenkung „ReAX“ von ZF mit Wabcos elektronischem Bremssystem EBS, dem Notbremsassistenten, der elektronischer Stabilitätskontrolle ESC und fahrdynamischen Regelsystemen.

Wann sich der EMA aktiviert, orientiert sich an der Regellogik von Wabcos automatischer „OnGuardACTIVE“-Notfallbremse. Das System warnt den Fahrer in Stufe eins akustisch sowie optisch per Display vor. In Stufe zwei folgen dann haptische Signale in Verbindung mit einer moderaten Verzögerung von bis zu 3,5 m/s². Stufe drei bedeutet schließlich eine Vollbremsung an der Stabilitätsgrenze bis zum Stillstand.

Ein plötzliches „Verreißen“ des Fahrzeugs interpretiert das Lenksystem bereits ab Stufe eins – also nach erfolgter Fahrerwarnung – als Befehl, den EMA zu starten. Während des automatischen Steuerns berechnet die Funktionssoftware die Ausweichbahnkurve laufend neu voraus und justiert den Lenkwinkel entsprechend.

Überstimmen lässt sich der EMA übrigens jederzeit: Der Fahrer muss dazu während der autonomen Ausweichphase nur kurz selbst lenken, bremsen oder auf das Fahrpedal treten.

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