Seehäfen: Schweden größter Partner beim KSSV-Umschlag

Die Ostseeverkehre mit Schweden liegen bei den deutschen Seehäfen auf hohem Niveau. Der Hafenausbau im schwedischen Orrskär spielt eine zentrale Rolle für den Kurzstreckenseeverkehr (KSSV) mit dem skandinavischen Land.

Der Warentransport von und nach Schweden auf dem Wasser wird weiter expandieren. Der schwedische Hafen Orrskär soll zu einem modernen Universalhafen entwickelt werden. Foto: Brunsbüttel Ports
Der Warentransport von und nach Schweden auf dem Wasser wird weiter expandieren. Der schwedische Hafen Orrskär soll zu einem modernen Universalhafen entwickelt werden. Foto: Brunsbüttel Ports
Daniela Sawary-Kohnen

So betrug der Anteil des Kurzstreckenseeverkehrs (KSSV) am Gesamtumschlag der deutschen Seehäfen 2021 mit 181 Millionen Tonnen 62,7 Prozent. Schweden ist dabei mit 25,5 Millionen Tonnen Umschlagsvolumen der größte Partner. Der Anteil von Schweden betrug 530.000 von 5,9 Millionen TEU beim Containerumschlag sowie beim RoRo Umschlag 869.000 von 2,3 Millionen Ladungsträgern. Damit werde die besondere Rolle von RoRo im Handel mit Schweden verdeutlicht, so das ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc).

Die Bedeutung von Schweden als Handelspartner für die deutschen Seehäfen werde sich in den kommenden Jahren weiter positiv entwickeln, so der Tenor der Referentin und der Referenten des spc-Webinars zur Situation des Kurzstreckenseeverkehrs (KSSV) zwischen Schweden und Deutschland. Die Experten waren sich einig, dass die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft seien. Kunden müssten aber der KSSV als nachhaltige Alternative weiter nahegebracht werden.

Die Münchener Spedition Robert Kukla nutzt am Standort in Schweden alle trimodalen Verkehrsträger für den Warentransport von und nach Schweden und damit per Lkw oder Bahn über die Öresunds Brücke, per Fähre oder KSSV. Jeroen Hempelmann, Mitglied der Geschäftsführung bei Robert Kukla in Schweden:

„Die wichtigsten Trends für das Heben des Potenzials des KSSV liegen in der Implementierung von smarten und nachhaltigen Lösungen in Kombination aller Verkehrsträger. Um den Marktanteil des KSSV zu erhöhen, sind unter anderem Investitionen in nachhaltige, ökologische Technologien bei allen Verkehrsträgern notwendig. Die Umwelt bestimmt hier die Agenda“.

Auch Carsten Lorleberg, Head of Business Development & Projects bei Brunsbüttel Ports/ Schramm group, sieht viel Potenzial für den KSSV mit Schweden. Dabei spiele unter den sechs schwedischen Hafenstandorten, welche die Brunsbüttel Ports seit 2017 betreibe, der Hafenausbau in Orrskär eine zentrale Rolle. Der ist bereits einer der größten Exporthäfen von Schnittholz in Schweden. Man wolle strategisch möglichst viele verschiedene Kunden mit unterschiedlichen Gütern bedienen:

„Wir fühlen uns in Schweden wohl und möchten expandieren. Der Hafen Orrskär soll dabei zu einem modernen Universalhafen entwickelt werden.“

Auf das Zusammenspiel von Bahn und Fähre setzt die Stena Line. Katrin Verner, Kaufmännische Leiterin Fracht für Deutschland, wirbt für das eigene Konzept „Rail on sea“, bei dem neben einer Vielzahl von KV-Verbindungen auch ganze Züge von bis zu 1.000 Meter Länge mit der Fähre nach Schweden und zurück angeboten werden. Die Versorgungssicherheit müsse durch eine 2-Wege-Strategie gesichert werden. So müsse der Eisenbahnfährverkehr als nachhaltige Ergänzung zum Landweg gesichert und langfristig gestärkt werden.

Generell sehe man bei der Stena Line die wirtschaftliche Entwicklung in Skandinavien und insbesondere in Schweden sehr positiv. Katrin Verner, Kaufmännische Leiterin Fracht für Deutschland:

„Wesentlich für die weitere Entwicklung ist dabei die Verbesserung der Gleisinfrastruktur im Hinterland der Ostseehäfen in Deutschland, um auch weiterhin stabile Lieferketten zu garantieren. Intermodalität und Nachhaltigkeit sind Schlüssel für den weiteren Ausbau der guten Verbindungen mit Schweden im KSSV.“

„Wir müssen der Öffentlichkeit und den Kunden auch die Vorreiterrolle von KSSV im Wettbewerb um möglichst nachhaltige Verkehre auf Nord- und Ostsee nahebringen, wo seit 2006 die schärfsten Bestimmungen zu Schiffsemissionen bestehen“, so Markus Nölke, spc-Geschäftsführer abschließend.

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