Seehäfen: Binnenschiffe in der Warteschleife

Spitzenbelastungen in Containerterminals führen dazu, dass Binnenschiffe teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Das zeigt eine Studie des Bundesamts für Güterverkehr (BAG).

Lange Wartezeiten für Binnenschiffe: auch der Hafen von Antwerpen ist dafür berüchtigt. (Foto: Port of Antwerp)
Lange Wartezeiten für Binnenschiffe: auch der Hafen von Antwerpen ist dafür berüchtigt. (Foto: Port of Antwerp)
Christine Harttmann

In der vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung befasste sich das Amt mit der Abfertigung von Binnenschiffen in den deutschen Seehäfen sowie den ZARA-Häfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. Thema waren die langen Wartezeiten an den Seehafenterminals und deren Ursache sowie Maßnahmen, mit denen sich die Hafenanläufe besser koordinieren lassen.

Das BAG konkludiert, dass Binnenschiffe vor allem an den Containerterminals in Rotterdam und Antwerpen von Wartezeiten betroffen sein können, die sich auf mehrere Tage summieren. Dort würden, so die Behörde, gerade zu Zeiten, zu denen mehrere große Seeschiffe gleichzeitig abgefertigt werden müssen, Spitzenbelastungen auftreten. Bei bestehenden Engpässen an Umschlagskapazitäten würden dann im Allgemeinen die See- und Feederschiffe vorrangig vor Binnenschiffen abgefertigt. Da Binnenschiffe häufig mehrere Containerterminals zum Be- und Entladen ansteuern, könnten die Verzögerungen, so heißt es, schnell einen Dominoeffekt bewirken. Die beschriebene Situation erschwert zugleich die Suche nach geeigneten Liegeplätzen im Hafen.

Entspannter stellt sich die aktuelle Lage in den norddeutschen Containerhäfen dar. Dort werden zwischen den See- und den Binnenschiffen weniger Container umgeschlagen.

Eine Entlastung der Seehäfen sollen die Hinterland-Hubs bringen, die außerdem bei der Verbesserung der landseitigen Zu- und Ablaufverkehre punkten können. Erleichterung erwartet das BAG auch von einer Digitalisierung der Logistikketten. Indem ein digitales Zulauf- und Liegeplatzmanagementsysteme speziell für Binnenschiffe implementiert und weiterentwickelt wird, könnte sich die Situation ebenfalls entspannen.

Im Gegensatz zu Containerbeförderungen treten, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung, bei Massenguttransporten mit dem Binnenschiff in der Regel keine Verzögerungen bei den Be- und Entladeprozessen in den Seehäfen auf. So müssen Binnenschiffe mit derartiger Ladung in den Seehäfen in der Regel nur ein Terminal anfahren. Zudem ist die Ware häufig nur für einen Endkunden bestimmt.

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