Seefracht: Entspannung in China schwemmt Containerladungen nach Europa

An den chinesischen Häfen normalisiert sich die Lage zunehmend. Darauf deuten die Daten der US-Plattform Fourkites hin.

Der Betrieb am Shanghaier Hafen hat sich zuletzt zunehmend normalisiert. (Symbolbild: Lotusjeremy / AdobeStock)
Der Betrieb am Shanghaier Hafen hat sich zuletzt zunehmend normalisiert. (Symbolbild: Lotusjeremy / AdobeStock)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Die Situation an chinesischen Häfen scheint sich zu entspannen – darauf deuten Daten hin, die die US-Plattform FourKites am 17. Juni veröffentlicht hat. Zugleich warnt der Anbieter, die nun freigesetzten Containerladungen könnten mit einer gewissen Zeitverzögerung die Abfertigungskapazitäten an europäischen Häfen überfordern. Laut den über die FourKites-Plattform erfassten Daten erholte sich mit der Entschärfung der Lockdowns über die letzten Wochen sowohl das Import- als auch das Export-Volumen der an chinesischen Häfen verschifften Ladungen.

Das Seefracht-Volumen am Shanghaier Hafen stieg demnach seit Mitte Mai wieder an; das 14-Tage-Mittel des Seefracht-Volumens zum 17. Juni liegt laut FourKites lediglich noch vier Prozent unter dem vom 12. März, also dem Tag, vor dem der Lockdown in Kraft trat. Mitte Mai war das Volumen im Vergleich zu diesem Referenzdatum noch um 25 Prozent geschrumpft. Ähnliche Entwicklungen seien auch an anderen chinesischen Häfen zu beobachten, heißt es vonseiten des US-Unternehmens: So stieg das abgewickelte Seefracht-Volumen im 14-Tage-Mittel in Shenzen um vier Prozent und um elf Prozent am Hongkonger Hafen an. In Ningbo-Zhoushan und allen anderen chinesischen Häfen sei das abgewickelte Seefracht-Volumen relativ stabil geblieben, so FourKites.

Auch Land- und intermodale Verbindungen weniger beeinträchtigt

Die durchschnittliche Verweildauer für Import-Ladungen haben sich am Shanghaier Hafen kontinuierlich erholt: Hier liegt das 14-Tage-Mittel nun bei 6,5 Tagen – eine Abnahme von 42 Prozent im Vergleich zum Höchststand im späten April. Dennoch hat der Wert bezogen auf den Vor-Lockdown-Zustand Mitte März um 87 Prozent zugenommen. Die durchschnittliche Verweildauer für Export-Ladungen bleibt jedoch mit 7,5 Tagen hoch – eine Zunahme um 53 Prozent im Vergleich zu Mitte März.

In Shanghai hat sich FourKites zufolge auch der Straßengüter- sowie der Schienengüter- und intermodale Verkehr über die letzten Wochen hinweg erholt. Das 14-Tage-Volumen-Mittel für auf diesem Weg transportierte Ladungen liegt nun nur noch 29 Prozent unter dem vom 12. März – Mitte März betrug die Abweichung nach unten noch 88 Prozent.

Dass der Betrieb an chinesischen Häfen wieder zulegt, kann in den nächsten Monaten noch zu Problemen führen, da auf diese Weise erhebliche Transportkapazitäten gebunden werden argumentiert Philippe Salles, Vice President of Strategic Solutions (Ocean) bei FourKites.

„Die Beschaffung in und der Transport aus Asien heraus wird im dritten Quartal herausfordernd bleiben“, prognostiziert Salles. „Der Zustrom von Fracht nach Europa wird seinen Weg durch bereits verstopfte Gateways finden müssen.“

Die Effizienz in der Terminierung und Planung werde über das Ausmaß erheblicher Probleme entscheiden, denen sich Terminalbetreiber und die Transporteure im Inland gegenübersehen werden, so Salles weiter. Diese würden sich auch beim Endkunden bemerkbar machen.

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