Seefracht: Container haben durchschnittlich mehr als eine Woche Verspätung

Die Verspätungen von Seefracht von und nach China nehmen weiter zu, ergibt sich aus einer Auswertung von Project 44. Kürzliche Corona-Ausbrüche im Südwesten Chinas dürften das nicht verbessern.

Wo bleibt mein Container? Der Plattformanbieter Project44 hat durchschnittliche Verspätungen für verschiedene Routen ermittelt. (Foto: Kalyakan / AdobeStock)
Wo bleibt mein Container? Der Plattformanbieter Project44 hat durchschnittliche Verspätungen für verschiedene Routen ermittelt. (Foto: Kalyakan / AdobeStock)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Verspätungen von Frachtschiffen und Sendungen auf den wichtigen Handelsrouten, die China mit dem Rest der Weltwirtschaft verbinden, haben im Vergleich zum Vorjahr erheblich zugenommen. Zu diesem Schluss kommt der IT-Anbieter Project44, der für diesen Zweck die Trackingdaten sowie Logistikkennzahlen der eigenen Frachtplattform auswertete, wie eine Pressemitteilung vom 23. August besagt.

Obwohl sich die Fahrpläne ausgewählter Routen zwischen China und der US-Westküste in den letzten Monaten deutlich verbessert haben, deuten die vom US-Anbieter erhobenen Daten darauf hin, dass es auf vielen wichtigen Strecken noch immer zu mehrtägigen Verspätungen kommt. Im Südwesten Chinas könnten diese angesichts der jüngsten Ausbrüche einer neuen COVID-Variante sogar noch zunehmen, prognostiziert der Anbieter.

Lieferverzögerungen nach Routen

Erhebliche Verspätungen entstanden den Daten zufolge auf den Routen zwischen China und den US-Häfen außerhalb der Westküste. Hier stiegen die Verzögerungen der Frachtschiffe von durchschnittlich 0,6 Tagen im Juli 2020 auf 2,44 Tage im Juli 2021. So hat sich die durchschnittliche Verspätung auf der Strecke von Tianjin nach New York zwischen Juni 2020 und 2021 von 0,96 auf 7,29 Tage erhöht.

In anderen Häfen der USA waren die Verzögerungen vom letzten Quartal 2019 bis August 2020 nach Firmenangaben konstant, bevor sie im Februar 2021 einen Höchststand erreichten. Von Februar bis Juni 2021 wurden demnach moderate Verbesserungen und rückläufige Verspätungen verzeichnet.

Im Schiffsverkehr zwischen China und der EU stiegen laut Project44 die Verspätungen von durchschnittlich 0,51 Tagen im Juli 2020 auf 2,18 Tage im Juli 2021.

Im Juni 2021 standen nach Ansicht des Unternehmens Shanghai-Hamburg und Shenzhen-Hamburg stellvertretend für andere moderne, umschlagstarke China-EU-Hafenpaare, bei denen die Schiffe durchschnittlich mehr als eine Woche verspätet waren, nämlich 8,44 beziehungsweise 7,86 Tage. Auf der Strecke von Tianjin nach Antwerpen belief sich die in der Datenbank erfasste durchschnittliche Verzögerung im Juni sogar auf 11,42 Tage.

Die Verspätungen im EU-Handelsverkehr hatten laut Project44 ab Dezember 2019 zugenommen, als sich die ersten Auswirkungen von Covid-19 in China bemerkbar machten. Im März 2020 erreichten die Verzögerungen demnach ihren Höchststand. Sie seien jedoch ab Mai 2020 wieder zurückgegangen, was möglicherweise auf das Ende der ersten Covid-19 Welle in China zurückzuführen sei, heißt es. Seit Juli 2020 stiegen demnach die Verspätungen dann erneut und erreichten im Februar 2021 einen neuen Spitzenwert, da nun auch der Rest der Welt mit Covid-19 zu kämpfen hatte. Seit Juli 2021 nehmen die Lieferrückstände dem Anbieter zufolge wieder ab, liegen jedoch aber immer noch über dem Höchstwert von 2020.

„Die Tatsache, dass sich Schiffe weiterhin verspäten und nun auch Ausbrüche von Covid-Varianten in wichtigen chinesischen Produktionszentren zunehmen, könnte weitreichende Konsequenzen für den Black Friday und die Weihnachtseinkaufszeit haben“, so Josh Brazil, Marketing-Vizepräsident von Project44. „Wir beobachten große Unterschiede bei Verspätungszeiten und Routen, etwa zwischen den Häfen an der US-Westküste und denen an der Ostküste. Dies erschwert das Lieferkettenmanagement für die jeweiligen Unternehmen erheblich.“

Die Daten, auf die in dieser Pressemitteilung Bezug genommen wird, stammen von der Frachttransparenz-Plattform von Project44 und basieren auf den Logistikkennzahlen, die die Plattform verfolgt. Die hier aufgeführten Beispiele enthalten nicht alle Güterverkehrsdaten, die durch andere Organisationen erfasst werden. Die Daten der Project44-Plattform spiegeln nach Firmenangaben eine statistisch signifikante Stichprobengröße wider, um Rückschlüsse zu ermöglichen.

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