Schwerverkehr: Kaum noch Mautbedingte Verkehrsverlagerungen

Seit der Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesfernstraßen kommt der Schwerverkehr verstärkt wieder auf die Autobahnen zurück.

(Foto: Erich Westendarp/Pixabay)
(Foto: Erich Westendarp/Pixabay)
Christine Harttmann

Das geht aus dem von der Bundesregierung vorgelegten „Bericht über Verkehrsverlagerungen auf das nachgeordnete Straßennetz in Folge der Einführung der Lkw-Maut“ geht. Zudem zeigt sich, dass nach der zum 1. Juli 2018 auf alle Bundesfernstraßen ausgeweitete Lkw-Maut lediglich 0,6 Prozent der Fahrleistung auf nachgeordnete Straßen verlagert wurde. Mautausweichverkehre ins nachgeordnete Netz seien der Vorlage zufolge nur marginal feststellbar, so die Analyse, „da attraktive Ausweichstrecken offensichtlich kaum vorhanden sind“.

Mautausweichverkehre seien mithin kein Flächenproblem, was den Ergebnissen der Berichte aus den vergangenen Jahren entspräche, heißt es weiter. Vielmehr stelle sich die Verkehrsentwicklung des schweren Güterverkehrs auf den einzelnen Bundesstraßen insgesamt sehr unterschiedlich dar. Es seien sowohl Zunahmen als auch Abnahmen zu verzeichnen. Darüber hinaus stagniere die Verkehrsentwicklung aber an der Mehrheit der Zählstellen.

Was die mögliche Kostenersparnis angeht, so sind der Unterrichtung zufolge für 99 Prozent der Fahrten mit schweren Lkw die Routen über die Autobahnen auch unter Berücksichtigung der Maut kostengünstiger als Routen mit größeren Anteilen im nachgeordneten Netz. Für 1,2 Prozent der Fahrten würde ein Ausweichen auf das nachgeordnete Netz zu Kostenvorteilen von mindestens einem Euro pro Fahrt führen. Unterstelle man eine Verlagerungswirkung ab einer Kostenersparnis von fünf Euro träfe dies auf 0,1 Prozent der Fahrten zu.

Laut Regierung zeigt ein Vergleich, der mit Hilfe der Modellrechnung für das Jahr 2018 berechneten Mautausweichverkehre mit den Berechnungsergebnissen für das Jahr 2014, dass auf etwa 22 Prozent der Strecken des Bundesstraßennetzes bisher ausgewiesene Mautverlagerungen „nicht mehr signifikant nachweisbar sind“. Das entspräche einem Rückgang um rund 81 Prozent.

Aus den bisherigen Untersuchungen des Modal Splits im Güterverkehr habe sich gezeigt, dass sowohl die Straße als auch die Schiene seit Einführung der Lkw-Maut Verkehrsanteile gegenüber der Binnenschifffahrt und der Rohrfernleitungen gewonnen haben, schreibt Bundesregierung. „Die Lkw-Maut hat weder bei ihrer Einführung noch bei Mauterhöhungen dazu geführt, nennenswerte Verlagerungen des Güterverkehrs auf die Schiene oder die Wasserstraße zu bewirken“, heißt es in dem Bericht.

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