Schweiz: Krummen Kerzers investiert in vollelektrische Sattelzugmaschine

Der E-Lkw von Futuricum soll eine Reichweite von 500 Kilometer haben und 140 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Der Futuricum- E-Lkw kommt mit seinen 900kWh Batterien auf eine Reichweite von rund 500 Kilometer. (Foto: Krummen Kerzers AG)
Der Futuricum- E-Lkw kommt mit seinen 900kWh Batterien auf eine Reichweite von rund 500 Kilometer. (Foto: Krummen Kerzers AG)
Christine Harttmann

Als ein wichtiges Unternehmensziel nennt Krummen Kerzers den Klimaschutz. „Wir tun mehr“ lautet der Slogan, den der Logistikdienstleister mit der Anschaffung einer vollelektrischen Zugmaschine von Futuricum unterstreichen will. Am 26. Mai 2021 haben die Geschäftsführer, Hans und Peter Krummen, den Kauf des E-Lkw offiziell besiegelt. Damit sei, so die Mitteilung des Unternehmens, der nächste Meilenstein auf dem CO2-Reduktionspfad der Firma gesetzt.

„Unternehmen fällt beim Klimaschutz eine besondere Verantwortung zu. Wir wollen vorangehen und die fossilen Treibstoffe sukzessive ersetzen. Um dieser gesellschaftlichen Verpflichtung nachzukommen, nutzen wir alle Mittel und Wege, unseren CO2-Fussabdruck so klein wie möglich zu halten“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Peter Krummen.

Der Schweizer Logistikdienstleister setzt deshalb schon seit Jahren auf Konzepte zum Einsatz alternativer Antriebstechnologien. So unterhält das Unternehmen neben mehreren Flüssigerdgas-Lkw auch eine eigene LNG-Tankstellen sowie ein eigenes Tankfahrzeug. Der Einstieg in die Elektromobilität soll nun den nächsten logischen Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität markieren.

Der nun gekaufte E-Lkw der Marke Futuricum ist den Angaben zufolge erst der dritte in der Schweiz. Er baut auf der FH-Reihe von Volvo auf und kommt mit seinen 900kWh Batterien laut Hersteller auf eine Reichweite von 500 Kilometer. Vollständig geladen sei das Fahrzeug, so die Mitteilung, nach vier Stunden. Wird dabei Strom aus erneuerbaren Energien genutzt, soll ein E-Lkw jährlich 140 Tonnen CO2 einsparen. Wie Krummen erklärt ist die Anschaffung des Futuricum – der Kaufpreis beträgt ein Vielfaches dem einer herkömmlichen Dieselzugmaschine – aber nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch eine Investition in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Dies bestätigt auch Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa):

„Die Dekarbonisierung des Güterverkehrs wird in den nächsten Jahren eine große Herausforderung für die Branche sein. Entscheidend ist dabei der Umstieg auf erneuerbare Energie. Je nach Anwendung bieten sich unterschiedliche Antriebskonzepte an. Wo dies möglich ist, ist die direkte Nutzung von erneuerbarer Elektrizität in batterie-elektrischen Lkw der richtige Ansatz.“

Vor diesem Hintergrund ist die Flottenstrategie von Krummen Kerzers bewusst technologie-offengehalten. Peter Krummen:

„Wir suchen nicht nach dem einen Ersatz für den Dieselantrieb. Jede Technologie soll dort eingesetzt werden, wo sie den größtmöglichen Nutzen erzielt.“

Die Futuricum-Sattelzugmaschine bietet mit ihrer Reichweite bereits ein breites Spektrum an Einsatzgebieten und wird voraussichtlich ab Dezember im Verteilverkehr für die Romandie eingesetzt.

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