Schienengüterverkehr: Neue Wagenarchitektur für VTG

Modular statt einheitlich: Das Hamburger Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG will den Schienengüterverkehr flexibler gestalten.

Mit dem neuen Transportkonzept „Modular Solutions“ möchte VTG ein „nachhaltiges und gleichzeitig flexibles Geschäftsmodell“ in den Markt einbringen (hier zu sehen: Intermodalwagen mit Modul Pallet Steel). (Foto: VTG)
Mit dem neuen Transportkonzept „Modular Solutions“ möchte VTG ein „nachhaltiges und gleichzeitig flexibles Geschäftsmodell“ in den Markt einbringen (hier zu sehen: Intermodalwagen mit Modul Pallet Steel). (Foto: VTG)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Mit einer neuen Wagenarchitektur möchte VTG den Schienengüterverkehr flexibler machen. Durch die Trennung von Aufbau und Unterbau sowie die baukastenartige Modifizierbarkeit der „m²-Plattform“ werde der Güterwagen multifunktional für verschiedenste Anwendungsfälle, teilte das Hamburger Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen am 8. September mit. Da der Aufbau austauschbar ist, dient ein Wagen laut VTG so nicht mehr nur einem einzigen Transportzweck. Je nach individuellem Bedarf könnten die jeweiligen Bausteine vielfältig miteinander verknüpft werden, hieß es. Die modulare Bauweise soll die Logistik insgesamt flexibler machen, aber auch die Nutzbarkeit und Auslastung des Rollmaterials über den gesamten Lebenszyklus verbessern.

„Standard war gestern“, so Sven Wellbrock, Chief Operating Officer Europe & Chief Safety Officer der VTG AG. „Wir wollen unseren Kunden integrierte und vor allem individuelle Lösungen aus Assets, Logistikdienstleistungen und digitalen Services anbieten. Mit modularen Lösungen wird der Schienengüterverkehr ein integraler Bestandteil der Supply Chain.“

In Lösungen denken

Mit dem neuen Transportkonzept „Modular Solutions“ wurde nach Unternehmensangaben ein nachhaltiges und flexibles Geschäftsmodell geschaffen. „Unsere Aufgabe ist es, den Güterwagen komplett neu zu denken – einschließlich aller Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“, so Torben Jaeger, Head of VTG Europe Solutions. „Der Großteil der Waggons im Schienengüterverkehr ist für einen bestimmten Zweck gebaut und zugelassen worden. Vor dem Hintergrund eines immer agileren Marktes ist dies aber nicht mehr in jedem Fall zeitgemäß. Wir denken nicht mehr nur in Wagen oder Produkten, sondern in Lösungen.“

Modulare Aufbauten und Intermodalwagen

Die individuelle Kombination von modularen Aufbauten mit den gängigen Intermodalwagen soll sich nicht nur positiv auf die Einsatzmöglichkeiten auswirken. Die Assets können VTG zufolge zudem noch schneller verfügbar gemacht werden. „Wagen, die beispielsweise nur saisonal zum Einsatz kommen, müssen nicht für den Rest des Jahres im Depot stehen. Letztlich machen modulare Wagen auch Reparaturen effizienter: Wenn ein Behälter defekt ist, muss nicht mehr zwingend der ganze Wagen in die Werkstatt, stattdessen kann ein intakter Behälter auf die Plattform gesetzt werden. Gleiches gilt für einen defekten Wagen. Hier kann der Behälter umgesetzt werden und weiterfahren. So können Standzeiten generell reduziert werden“, meldete das Unternehmen.

Mit dem von VTG und DB Cargo gemeinsam entwickelten Wagenkonzept m² „sind wir auch im Unterbau modular und können den Wagen auf jede beliebige Länge bringen“, sagte Dr. Hanno Schell, Head of Technical Innovations der VTG AG. Dank der modularen Bauweise kann der Tragwagen nach VTG-Angaben immer wieder neu auf aktuelle Wünsche und Gegebenheiten angepasst werden – Länge, Drehgestelle und Bremskonfiguration könnten individuell und nach Bedarf ausgewählt und modifiziert werden.

Die modularen Lösungen stehen dem Schienenlogistikunternehmen zufolge bereits für eine Vielzahl an Industrien zur Verfügung. So könnten Kunden aus Plattform- und Aufbau-Lösungen für verschiedene Transportgüter wählen, darunter Stahlerzeugnisse, Holzerzeugnisse oder Schüttgüter. Für flüssige und gasförmige Produkte bestehe eine große Auswahl an verschiedenen Tankcontainern.

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