Schienengüterverkehr: Metrans fährt mit Flüsterbremse

Die HHLA-Tochter hat inzwischen ihre komplette Flotte mit Komposit-Bremsen ausgerüstet und senkt so die Lärmemission erheblich.

Metrans wird leiser: Alle 3.000-Container-Waggons der Flotte sind inzwischen mit Flüsterbremsen ausgestattet. (Foto: Metrans)
Metrans wird leiser: Alle 3.000-Container-Waggons der Flotte sind inzwischen mit Flüsterbremsen ausgestattet. (Foto: Metrans)
Christine Harttmann

Die gesamte Metrans-Flotte ist künftig mit Flüsterbremsen unterwegs. Wie die Bahntochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) am 28. Januar mitgeteilt hat, sind die etwa 3.000 Containertragwagen inzwischen vollständig umgerüstet. Damit hat der Schienengüteroperateur das vom Bundestag beschlossene Verbot lauter Güterwagen nicht nur für Deutschland sondern gleich für das gesamte europäische Streckennetz umgesetzt.

Die sogenannten Flüsterbremsen heißen so, weil die Fahr- und Bremsgeräusche der Waggons um etwa die Hälfte leiser sind, als die bisher üblichen Bremsen. Möglich ist das, weil das Komposit-Material der K-Sohle härter als das eigentliche Rad ist. Damit wird nicht nur der Bremsvorgang leiser. Die Sohle glättet außerdem die Räder und reduziert so auch die Reibungsgeräusche auf der Schiene.

Die Metrans versichert, dass ihre Waggons zum überwiegenden Teil Leichttragwagen und daher besonders energieeffizient sind. Die Gewichtseinsparung von etwa 4.000 Kilogramm gegenüber herkömmlichen Bahnwaggons soll den Bahntransport noch nachhaltiger machen. Der Rollwiderstand wird geringer und der Transport benötigt weniger Energie. Außerdem ermöglicht eine spezielle Konstruktion, die Container auf den bis zu 700 Meter langen Blockzügen enger zu platzieren, so dass mehr Boxen bei gleicher Zuglänge transportiert werden können. Die Waggons entwickelt Metrans gemeinsam mit dem slowakischen Hersteller Tatravagonka. Für Peter Kiss, CEO der Metrans-Gruppe, sind Innovationen der richtige Weg zu mehr Nachhaltigkeit:

„Unsere Schienenverkehre sind ökologisch dem Straßenverkehr überlegen. Wir dürfen uns aber nicht darauf ausruhen, sondern müssen diesen Vorteil weiter ausbauen. Bei Metrans machen wir uns deshalb um jedes Detail Gedanken.“

So testete Metrans beim Rangieren die umweltfreundliche Hybrid-Technologie, deren Antriebsmaschinen im Vergleich zu herkömmlichen Rangierlokomotiven bis zu 50 Prozent weniger CO2 ausstoßen soll. Andere Schadstoffemissionen wie Stickstoffdioxid Metrans zufolge werden sogar um bis zu 70 Prozent verringert. Mittlerweile gehören drei dieser Hybrid-Rangierloks zur regulären Fahrzeugflotte. Je nach Einsatz fährt eine Rangierlokomotive zwischen 50 und 70 Prozent ihrer Betriebsdauer im Batteriebetrieb, was den Kraftstoffverbrauch um bis zu 50 Prozent reduziert.

Auch auf den Zugverbindungen zwischen den Seehäfen und Metrans-Terminals kommen E-Lokomotiven moderner Bauart zum Einsatz, energieeffizient sowie mit hoher Leistungs- und Zugkraft unterwegs sind. Ihre Elektromotoren nutzen sie zur Unterstützung der Bremsvorgänge. So werden beim Bremsen laut Metrans bis zu 18 Prozent der Energie zurückgewonnen und wieder ins Stromnetz eingespeist.

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