Schienengüterverkehr: Lokführergewerkschaft GDL kündigt Streiks ab Dienstagabend an

Zunächst soll der Güterverkehr deutschlandweit bestreikt werden, ab Mittwochnacht soll es auch im Personenverkehr Arbeitsniederlegungen geben.

Die Abfahrt von Güter- und Personenzügen der DB könnte sich den kommenden Tagen verzögern: Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu Streiks ab dem 10. August aufgerufen. (Foto: Deutsche Bahn AG)
Die Abfahrt von Güter- und Personenzügen der DB könnte sich den kommenden Tagen verzögern: Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu Streiks ab dem 10. August aufgerufen. (Foto: Deutsche Bahn AG)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Die Lokführergewerkschaft GDL hat sich in einer Urabstimmung am 10. August mit 95 Prozent der Stimmen auf einen bundesweiten Streik im Güter- und Personenverkehr der Deutschen Bahn geeinigt. Das erklärte der Vorsitzende der GDL, Claus Weselsky, im Anschluss der Abstimmung gegenüber der Presse. Demnach soll der Güterverkehr bereits ab Dienstagabend 19.00 Uhr bestreikt werden. Im Personenverkehr soll es ab Mittwoch, den 11. August, 2.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen kommen. Enden soll der Arbeitskampf am Freitag, den 13. August um 2.00 Uhr.

GDL lehnt Bahn-Angebot ab

Grund für den bereits im Vorfeld angekündigten Streik sind gescheiterte Tarifgespräche zwischen der GDL und der Deutschen Bahn zu Lohnerhöhungen für das von der Gewerkschaft vertretene Lokführer- und Bahnpersonal. Die GDL fordert eine Lohnerhöhung von insgesamt 3,2 Prozent über einen Zeitraum von 28 Monaten. Die Bahn hatte dazu vor Kurzem Lohnsteigerungen in zwei Etappen angeboten: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 sowie weitere 1,7 Prozent zum 1. März 2023. Laufen sollte die Tarifrunde bis Juni 2024 - das wären insgesamt 40 Monate. Die GDL hatte dieses Angebot als unzureichend abgelehnt und seine Mitglieder in den Betrieben der Deutschen Bahn zum Streik aufgerufen.

„Die GDL-Spitze eskaliert zur Unzeit. Gerade in einem systemrelevanten Bereich wie der Mobilität gilt es jetzt, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und nicht unsere Kunden zu belasten“, erklärt DB-Personalvorstand Martin Seiler in einer Pressemitteilung vom 10. August.

Der von der Coronapandemie und der Flutkatastrophe angeschlagene Konzern brauche nach eigenen Angaben unter anderem eine höhere Laufzeit in den Tarifverträgen, um die Schäden der Krise abfedern zu können. Zudem hatte die DB im Zuge dessen auf einer Nullrunde für das laufende Jahr bestanden.

„Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen“, so Seiler weiter.

Die DB hält eine Einigung über die materiellen Forderungen nach eigenen Aussagen für möglich und appellierte an die GDL-Spitze, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Wie die Deutsche Bahn berichtet, wolle der Konzern derweil alles unternehmen, um die Auswirkungen eines Streiks für ihre Fahrgäste im Personenverkehr und die Kunden im Güterverkehr so gering wie möglich zu halten. Trotzdem müsse mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Das Unternehmen bedauere dies außerordentlich. Darüber hinaus kündigte die Deutsche Bahn an, sich gegenüber den Fahrgästen maximal kulant zeigen.

Der letzte große Streik der GDL in Betrieben der Deutschen Bahn fand in den Jahren 2014 und 2015 statt. Damals war es zu einem unbefristeten Arbeitskampf mit großen wirtschaftlichen Schäden für viele Industrieunternehmen gekommen.

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