Schienengüterverkehr: Hochleistungsnetz soll die Bahn retten

Bund und Bahn wollen dem Transport auf der Schiene in die Spur helfen und kündigen die Generalsanierung des deutschen Schienennetzes an.

Modernisieren statt reparieren: Bund und Bahn planen ein Hochleistungsnetz für die Schiene. (Foto: Pixabay)
Modernisieren statt reparieren: Bund und Bahn planen ein Hochleistungsnetz für die Schiene. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Mit einem „Hochleistungsnetz“ wollen Bund und Deutsche Bahn deutlich mehr Zuverlässigkeit und Wachstum auf die Schiene bringen. Es soll zum Rückgrat des Personen- und Güterverkehrs werden. Wie sie diesen Hochleistungskorridor entwickeln wollen, haben Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing und Deutsche Bahn-Chef Dr. Richard Lutz heute in Berlin verkündet. In dem gemeinsam veröffentlichten Eckpunktepapier heißt es:

„Auf lange Sicht braucht es eine Generalsanierung der hochbelasteten Korridore und ein Umdenken bei der Unterhaltung des Gesamtnetzes.“

Hintergrund der Veranstaltung sind die aktuellen Zuverlässigkeits- und Qualitätsprobleme des Verkehrsträgers Schiene. Sie resultieren im Kern aus einem Kapazitäts- und Überalterungsproblem in der Infrastruktur. Wie groß die Herausforderung ist, der sich Bund und Bahn jetzt stellen müssen, machte Wissing klar:

„Wir müssen der Tatsache ins Gesicht sehen, dass politische Versäumnisse und Unterfinanzierung die Schiene an ihre absoluten Grenzen gebracht haben. Mit diesem System werden wir unsere Ziele nicht erreichen.“

Das nun geplante Hochleistungsnetz soll die am höchsten belasteten Schienenverbindungen in Deutschland umfassen. Diese erstrecken sich heute über rund zehn Prozent des Gesamtnetzes. Rund 25 Prozent aller Züge durchfahren laut Bahn schon heute dieses Netz. Hinzu kommt eine ohne extrem hohe Auslastung, auch ohne Bautätigkeiten: 125 Prozent sind es im Durchschnitt. Wegen der prognostizierten Verkehrsentwicklung erwarten Bund und Bahn, dass das hoch belastete Netz bis zum Ende des Jahrzehnts von derzeit rund 3.500 Kilometer auf über 9.000 Kilometer anwachsen wird. Wenn aber immer mehr Verkehr auf eine ohnehin schon knappe und durch Bautätigkeit noch zusätzlich eingeschränkte Infrastruktur trifft, komme es zu Staus und Verspätungen mit massiven Auswirkungen im Personen- und Güterverkehr, beschreibt DB-Chef Lutz.

„Die aktuelle Betriebsqualität entspricht ganz klar nicht unseren Ansprüchen. Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben.“

Eine nachhaltige Lösung liege in der Infrastruktur, so sieht es auch Wissing.

„80 Prozent der Störungen gehen auf das Netz zurück. Das darf nicht länger ignoriert werden. Uns bleibt keine andere Wahl: Wir müssen generalsanieren.“

Daher haben Bund und DB gemeinsam beschlossen, das hoch belastete Netz zum Hochleistungsnetz zu entwickeln.

„Es wird zum Rückgrat für den Personen- und Schienengüterverkehr – vom Problemfall zum Qualitäts- und Stabilitätsanker für die gesamte Infrastruktur“, verspricht Lutz.

Für das Hochleistungsnetz soll en alle pünktlichkeitsrelevanten Gewerke dauerhaft und nachhaltig verbessert werden. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis sollen die Bau-Erneuerungs-Maßnahmen gebündelt werden und dabei konsequent der Fokus auf die Kapazität gelegt werden. Ziel ist eine Modernisierung, statt lediglich einen „1:1-Ersatz“ zu verbauen. Erklärter Anspruch ist auch, dass der Bauvorgang selbst kundenzentriert erfolgt. Oder, wie Wissing es beschreibt:

„Es geht dabei nicht um Flickwerk, sondern erstmals um die großflächige Modernisierung des Netzes.“

Der formulierte Anspruch: Massiv investieren und gleichzeitig in den Regionen keine Abstriche bei Erhalt und Modernisierung machen.

„So legen wir die Grundlage für das dringend notwendige Wachstum auf der Schiene, um die Klimaziele der Bundesregierung zu ermöglichen. Der Schulterschluss zwischen Bund, Bahn und Branche bei der Konkretisierung und Umsetzung des mehrjährigen Programms ist uns dabei besonders wichtig“, sagt Lutz.

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