Scandlines: Elektrifizierung zweier Fähren auf Vogelfluglinie

Die Fährreederei will zwei Fehmarnbelt-Fähren auf der Puttgarden-Rødby-Strecke zu Plug-in-Fähren umrüsten. Ziel: Die Schiffe sollen sowohl in Puttgarden als auch in Rødby mit Strom aus erneuerbaren Energien aufgeladen werden können.

Die Ladezeit der zwei elektrifizierten Fehmarnbelt-Fähren im Hafen von Puttgarden und Rødby soll lediglich jeweils zwölf Minuten betragen. Foto: Matthias Tasler/Scandlines
Die Ladezeit der zwei elektrifizierten Fehmarnbelt-Fähren im Hafen von Puttgarden und Rødby soll lediglich jeweils zwölf Minuten betragen. Foto: Matthias Tasler/Scandlines
Daniela Sawary-Kohnen

Im Durchschnitt sollen die Batterien der Fähren in nur 12 Minuten mit mindestens 80 Prozent der für eine Überfahrt benötigten Energie geladen werden können, hieß es. Damit das in nur 12 Minuten erfolgen könne, investiere man in drei Maßnahmen:  ein großes Energiespeichersystem, Ladevorrichtungen und Solaranlagen an Bord beider Fähren.

Die Gesamtinvestitionen für die Elektrifizierung der Fehmarnbelt-Fähren belaufen sich auf 31 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen eines Förderprogramms zur nachhaltigen Modernisierung von Küstenschiffen (NaMKü) mit bis zu 40 Prozent der Umrüstungskosten.

Scandlines werde den entsprechenden Vertrag für die Umrüstung laut eigenen Angaben voraussichtlich Anfang 2024 unterzeichnen. Vorbehaltlich der endgültigen Lieferzeit der für den Umbau benötigten Komponenten würden die Fähren ab Ende 2024-2025 dann umgerüstet.

Damit sei man auf dem besten Weg, die Vision eines Fährbetriebs ohne direkte Emissionen auf der Puttgarden-Rødby-Route bis 2030 zu verwirklichen. Bis 2030 will man die gesamten direkten CO2-Emissionen des Unternehmens bereits um etwa 60 Prozent im Vergleich zu 2008 reduziert haben. Das Ziel bleibe, null direkte Emissionen bis 2040 für das gesamte Unternehmen zu erreichen. Scandlines CEO Carsten Nørland:

„Wir elektrifizieren jetzt zwei unserer Fehmarnbelt-Fähren und kommen so unserem Ziel, die Scope 1-Emissionen auf der Route bis 2030 auf Null herunterzufahren, auf einen Schlag deutlich näher. Das entspricht den Wünschen unserer Kunden und zugleich wird es unsere Wettbewerbsfähigkeit erheblich stärken. Die Kombination aus Zuverlässigkeit, kontinuierlichen Investitionen in unser einzigartiges grünes Profil, einer maßgeschneiderten Verkehrsmaschine und einem hervorragenden Shoppingangebot bildet eine solide Grundlage für unser Geschäft – auch im Vorfeld der geplanten Eröffnung der festen Fehmarnbelt-Querung.“

Scandlines’ Elektrifizierungsprojekt

  • Elektrifizierung von zwei der insgesamt vier Passagierfähren auf der Puttgarden-Rødby-Route
  • Dienstgeschwindigkeit: 18,5 Knoten
  • Energiespeichersystem an Bord: zehn MWh auf beiden Passagierfähren
    Ladezeit im Hafen (Puttgarden und Rødby): zwölf Minuten
  • Investitionen: 31 Millionen Euro

2013 hat die Fährrederrei bereits in die Umrüstung der Hybridfähren mit Batteriepaketen investiert und 2024 soll die erste emissionsfreie Fähre, die „Futura“ auf der Strecke Puttgarden-Rødby in Betrieb gehen. 2030 soll dann die gesamte Route ohne direkte Emissionen betrieben werden. Mit dem Ziel, dass das gesamte Unternehmen laut eigenen Angaben bis 2040 frei von direkten Emissionen sein soll, setze man ein höheres Ziel als das im COP28-Abkommen beschlossenen Übergangs weg von fossilen Energien bis 2050, hieß es.

Scandlines verfolge die technologischen Entwicklungen genau und optimiere die Energieeffizienz des Fährbetriebs kontinuierlich. Seit 2013 habe die Reederei bis zu 400 Millionen Euro in grüne Technologien investiert, wie beispielsweise in die neuen Hybridfähren auf der Rostock-Gedser-Route, die zusätzlich mit Rotorsegeln und neuen Propellerblättern an den Mittelpropellern ausgestattet wurden.

Weitere Beispiele seien die Umrüstung der Fähren auf der Puttgarden-Rødby-Route mit neuen, hocheffizienten und geräuscharmen Thrustern und einem algenabweisenden Silikonanstrich, der im Vergleich zu herkömmlichen Farben ebenfalls Antriebsenergie einspart

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