Russland-Konflikt: Hohe Energiepreise belasten Logistikbranche

Die Logistikbranche ist auf bezahlbare Energie angewiesen. Viele Unternehmen leiden daher unter den aktuell hohen Energiepreisen. Dazu kommt dann noch der Mangel an Lkw-Fahrern.

Logistik braucht viel Energie - nicht nur für den Lkw-Tank. (Foto: Pixabay)
Logistik braucht viel Energie - nicht nur für den Lkw-Tank. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Carsten Taucke, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), warnt vor den Folgen, die hohe Energiepreise auf die Logistikbranche haben:

„Die hohen Energiepreise zwingen die Logistikbranche in die Knie. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind nicht mehr in der Lage, die steigenden Diesel- und Gaspreise zu stemmen.“

Die beschlossene Senkung der Mineralölsteuer, so Taucke, ein erster richtiger Schritt. Allerdings sei die Entlastung auf drei Monate befristet.

„Das reicht nicht aus. Die Wirtschaft braucht grundsätzlich bezahlbare Energiepreise! Um die Versorgung der Bevölkerung nicht zu gefährden, muss eine Insolvenzwelle in der Transportbranche abgewendet werden.“

 

In einer Stellungnahme beschreibt der Vorsitzende des BGA-Verkehrsausschusses beschreibt die Situation:

„Wir tragen die Sanktionen aus Überzeugung mit. Dennoch sind sie ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Die Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Wirtschaft sind bislang kaum absehbar.“

Energiekosten und Einkaufspreise würden steigen massiv. Logistik-, Finanzierungs- und Versicherungsprobleme nähmen zu. Es komme zu ganz konkreten Lieferausfällen. Taucke verweist auch auf die Bedeutung der neuen Seidenstraße für internationale Transporte.

„Die Sanktionen beeinflussen die Lieferketten in einer Region, die für den Transport zwischen Asien und Europa entscheidend ist.“

Wenn Unternehmen auf andere Transporte oder alternative Routen ausweichen müssen, führe das zu erheblichen Kostenerhöhungen, argumentiert Traucke. So ist der World Container Index in dieser Woche noch 67 Prozent höher als vor einem Jahr.

„In Folge des Krieges in der Ukraine gehe ich von einer weiteren Steigerung der Frachtraten aus“, betont der Verkehrs- und Logistikexperte.

Taucke weiter kritisiert weiter, dass es auf den seit längerem akuten Personalmangel in der Logistik gibt es bislang keine Antworten gebe.

„Wir müssen schnell gemeinsame Lösungen finden, denn der Lkw-Fahrer ist nach wie vor die Stütze der Logistikbranche. Viele Fahrer stammen aus der Ukraine und Russland. Die Ausfälle können wir nicht ersetzen. In Deutschland fehlen aktuell zirka 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer.“

Printer Friendly, PDF & Email
Symboldbild Transportjobs

Mehr als 750 aktuelle Jobangebote aus der Transportbranche, vom Lkw-Fahrer über Fuhrparkmanager bis zu Disposition, Teamleitung und vieles mehr mit individueller Suchfunktion und Kartenansicht bieten wir Ihnen ab sofort in unserem Job-Bereich: Ihr nächster Schritt auf der Karriereleiter?

Alle Transport-Jobs anzeigen »