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Das Thema Lkw-Tests wird präsentiert von

Renault: Lkw-Motor aus dem 3-D-Drucker

Der französische Lkw-Hersteller Renault Trucks arbeitet an einem additiven Fertigungsverfahren im Bereich 3D-Metall-Druck. Erprobt wurde die Technologie mit komplexen Komponenten in einem Euro-VI-Motor.
Das 3D-Metall-Druck-Verfahren soll Gewichtseinsparungen und mehr Leistung bringen. (Foto: Renault Trucks)
Das 3D-Metall-Druck-Verfahren soll Gewichtseinsparungen und mehr Leistung bringen. (Foto: Renault Trucks)
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Johannes Reichel

Die Motorenkonstruktionsabteilung des Herstellers in Lyon hat nach Unternehmensangaben den Prototyp eines 5-Liter-Motors mit der Abgasnorm Euro VI Stufe C unter Anwendung des 3D-Drucks konzipiert. Zwar sei der komplette Motor bereits virtuell konzipiert, doch wurden unter anderem die Kipphebel und die Lagerschalen der Nockenwellen mithilfe des 3D-Metall-Druck-Verfahrens gefertigt. Die Komponenten habe man anschließend 600 Stunden erfolgreich auf dem Prüfstand in einem EuroVI-Motor erprobt. Ziel sei es aber, in Zukunft einen kompletten Motor mit Motorblock im 3-D-Druck-Verfahren herzustellen, so der Hersteller.
„Das Ziel dieses Projekts ist es, die positiven Effekte der additiven Metallfertigung auf die Größe und das Gewicht des Motors aufzuzeigen. Durch dieses Verfahren haben wir das Gewicht eines Vier-Zylinder-Motors um 25 Prozent, das heißt um 120 Kilogramm, reduzieren können“, so Damien Lemasson, Projektleiter bei Renault Trucks. Die durchgeführten Versuche bewiesen Lemasson zufolge zudem die Haltbarkeit eines durch 3D-Druck hergestellten Motors.
Das Verfahren der additiven Metallfertigung bietet aus Renault-Trucks-Sicht eine völlig neue Entwicklungsperspektive für Verbrennungsmotoren. So ermögliche das Produktionsverfahren die Fertigung komplexer, organischer Formen durch den Aufbau von Komponenten mittels Schichtung von Werkstoffen. Dadurch könne die Dimensionierung der Teile optimiert sowie die Anzahl der Montagevorgänge und der Motorkomponenten reduziert werden, führt der Hersteller weiter aus.
Darüber hinaus könne der Teileeinsatz verringert werden. Die Anzahl der Bestandteile eines 5-Liter-Motors wurde um 25 Prozent, das heißt um 200 Teile reduziert.
Auch für Transportunternehmen bringe der 3D-Druck eine Reihe von Vorteilen mit sich. So sollen vornehmlich die Gesamtbetriebskosten des Fuhrparks verbessert werden können, da das geringere Motorengewicht eine höhere Nutzlast und einen geringeren Kraftstoffverbrauch garantiert. Renault Trucks sieht bereits "in naher Zukunft" einen Einsatz dieses Fertigungsverfahrens bei spezifischen Anwendungen oder für Kleinserien.

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