Renault: Joint-Venture Hyvia eröffnet Werk für Transporter-Fuel-Cells

Bei dem Joint-Venture zwischen Renault und Plug Power glaubt man an eine Nischenanwendung für einen Fuel-Cell-Range-Extender im Transporter und eröffnet eine Fertigung im Werk Flins. Hier sollen künftig bis zu 1.000 Brennstoffzellen, aber auch Elektrolyseure und H2-Tank-Technik gebaut werden.

Bis zu 1.000 Brennstoffzellensysteme sollen in Flins produziert werden. | Foto: Hyvia
Bis zu 1.000 Brennstoffzellensysteme sollen in Flins produziert werden. | Foto: Hyvia
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Nur neun Monate nach Gründung hat Hyvia, ein Joint Venture der Renault-Gruppe und dem Brennstoffzellenspezialisten Plug Power, ein Werk in der Refactory eröffnet. An dem Produktionsstandort der Renault-Gruppe für die Kreislaufwirtschaft in Flins erfolge damit erste Schritt eines umfassenden Industrieprojekts. Man sei nun bereit, mit der Montage und den Tests von Brennstoffzellenmodulen auf der Grundlage der Technologie von Plug Power zu beginnen. Die 30-kW-Brennstoffzelle soll das Portfolio des 3,5-Tonnen-Transporters Renault Master H2-TECH als Kastenwagen, Chassis und City Bus antreiben. Bis Ende 2022 werde das Werk auch mit der Montage von H2-Tankstellen und der Produktion von kohlenstoffarmem Wasserstoff mit einem ersten Elektrolyseur beginnen, kündigte man weiter an. Das Joint Venture hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen Anteil von 30 Prozent am europäischen H2-Markt für leichte Nutzfahrzeuge zu erreichen.

"Wir vereinen das Know-how der Renault-Gruppe, einem dominanten Akteur in der Automobilindustrie, und von Plug Power, einem weltweit führenden Anbieter von schlüsselfertigen Wasserstoff- und Brennstoffzellenlösungen, erklärte David Holderbach, Hyvia-Geschäftsführer.

Die HYVIA-Anlage sei Teil des Re-energy Pfeilers des strategischen Werks Refactory in Flins. Seine Inbetriebnahme verkörpere die starken Ambitionen der Renault-Gruppe im Bereich der H2-Mobilität, die die Elektromobilität ergänzt. Es werde dazu beitragen, die lokale Integration zu verstärken und in Frankreich und Europa Werte zu schaffen, bekräftigte Luca de Meo, CEO der Renault-Gruppe

"Gemeinsam unternehmen wir sinnvolle Schritte, um den Klimawandel zu bekämpfen", ergänzt Andy Marsh, Geschäftsführer von Plug Power.

Die Anlage als Beginn eines größeres Industrieprojekts

Die Anlage in Flins sei nur der erste Schritt im Rahmen eines umfassenderen Industrieprojekts, das mit einer Fläche von 3.000 m² und einem Team von etwa 15 Mitarbeitern beginnt. Bis Ende 2022 sollen die Montage- und Testlinien für Brennstoffzellen eine Kapazität von 1.000 Brennstoffzellen pro Jahr haben. Die Montagelinie für die H2-Tankstellen soll ebenso starten wie die Schaffung einer H2-Versorgung mit der Installation eines 1-MW-Elektrolyseurs. Dieser versorgt das Werk mit Wasserstoff, die Kapazität liegt bei 450 Kilo H2 pro Tag, um Brennstoffzellen und H2-Tankstellen zu testen. Darüber hinaus wird die Anlage auch mit brennstoffzellen-betriebenen Gabelstaplern versorgt.

Weiterer Ausbau in den nächsten Jahren

In den kommenden Jahren soll das Werk in einem zweiten Schritt weiter hochgefahren werden, um die lokale und vertikale Integration zu erhöhen. Das Betriebsteam erhielt zuvor eine spezielle Ausbildung auf den Bau von Brennstoffzellen in Frankreich und in den Vereinigten Staaten. Bei der 30-kW-Brennstoffzelle handelt es sich um eine Proton Exchange Membrane (PEM)-Technologie, die auf der bewährten Plug Power-Technologie basiert. Sie bringt Luft und Wasserstoff zusammen und ermöglicht eine höhere Leistung und Reichweite für die Mobilität. Sowohl Luft als auch Wasserstoff strömen in den Brennstoffzellenstapel (Stack), das "Herz" der Brennstoffzelle. Der Stack besteht aus einer negativen Elektrode (Anode) und einer positiven Elektrode (Kathode), die durch eine Polymermembran getrennt sind. Die Wasserstoffmoleküle werden in Elektronen und Kationen aufgespalten. Die Elektronen gehen in einen externen Stromkreis und erzeugen einen Stromfluss, der sowohl unsere 33-kWh-Batterie als auch den 57-kW-Elektromotor aus den Renault-Regalen versorgt. Die Kationen gehen durch die Polymermembran und verbinden sich mit den Anionen der Luft zu Wasser.

Der Brennstoffzellenstapel ist mit einem großen System aus etwa 450 Komponenten und Flüssen (Luft, H2, Strom, Kühlmittel und Wasser) verbunden. Die Montagelinie der Anlage sei nun vorbereitet, mit dem Zusammenbau der komplexen Komponenten zu beginnen, einschließlich des Hochleistungsreglers und des Umrichters, des Luftfilters, des Kompressors und des Befeuchters, des Kühlmittelsystems und der Endmontage des Herzstücks der Brennstoffzelle. Der Testbereich für die Brennstoffzelle ist dank H2 bereits vor Ort in Betrieb und werde die Qualität und Sicherheit der Brennstoffzelle gewährleisten.

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