Rechtsurteil: Singender Paketbote bedroht

(dpa/lnw) Offenbar zu gut gelaunt empfand ein Bewohner in Düsseldorf einen Paketboten - und hat ihn wegen seines lauten Gesangs massiv bedroht. Dafür fällt eine viermonatige Haftstrafe an.

In erster Instanz war der Angeklagte vom Amtsgericht noch zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Die vier Monate Haft seien laut Vorsitzender Richterin tat- und schuldangemessen. (Symbolbild: Pixabay)
In erster Instanz war der Angeklagte vom Amtsgericht noch zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Die vier Monate Haft seien laut Vorsitzender Richterin tat- und schuldangemessen. (Symbolbild: Pixabay)
Anna Barbara Brüggmann

Wegen Bedrohung eines Paketboten hat das Landgericht Düsseldorf am 27. Februar 2024 einen Mann in der Berufung zu vier Monaten Haft verurteilt.

Grund der Bedrohung war laut Anklage, dass der 44-jährige Düsseldorfer die gute Laune und den Gesang des Boten nicht ertragen haben soll. In erster Instanz war der Angeklagte vom Amtsgericht noch zu acht Monaten Haft verurteilt worden.

„Die vier Monate Haft sind tat- und schuldangemessen“, meinte die Vorsitzende Richterin. Einen Anlass, die Strafe zur Bewährung auszusetzen, sehe sie nicht.

Die Richterin verwies auf die ungünstige Sozialprognose des Angeklagten. Er sei mehrfach auch wegen Gewaltdelikten vorbestraft, wiederholt rückfällig geworden und habe den Paketboden unter laufender Bewährung bedroht.

Der 44-Jährige beschränkte seine Berufung zum Auftakt der Verhandlung nur noch auf das Strafmaß. Damit hat er gestanden, im September 2021 im Düsseldorfer Stadtteil Unterrath den Paketboten wegen dessen lauten Gesangs beleidigt, bespuckt und zuletzt sogar damit gedroht zu haben, ihn beim nächsten Mal abzustechen.

Ein Nachbar und Zeuge des Vorfalls sprach auf dem Gerichtsflur von lautem und aggressivem Geschrei. Der Paketbote hatte damals die Drohung ernst genommen, die Polizei verständigt und Anzeige erstattet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegen den Angeklagten laufen aktuell noch weitere Strafverfahren, dies habe seine Verteidigerin bestätigt, so das Gericht.

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