Werbung
Werbung
Werbung

Rechtstipps zur Arbeitszeit

Dürfen Arbeitsnehmer ihre Arbeitspause ausfallen lassen, um früher Feierabend zu machen? Die Pausenzeit muss gemäß Arbeitszeitgesetz eingehalten werden, so die Arag-Rechtsexperten.

(Symbolbild: Pixabay)
(Symbolbild: Pixabay)
Werbung
Werbung
Anna Barbara Brüggmann

Arbeitsnehmer dürfen ihre Arbeitspause nicht ausfallen lassen, um früher Feierabend zu machen. Laut § 4 Arbeitszeitgesetz haben Arbeitnehmer nach sechs Stunden Arbeitszeit am Stück einen gesetzlichen Anspruch auf eine Pause von mindestens 30 Minuten. Wer mehr als neun Stunden arbeitet, darf weitere 15 Minuten Pause machen. Wer möchte, darf die Pause auf jeweils 15 Minuten über den Arbeitstag aufteilen. Doch die Pausenzeit darf nicht ausfallen, um dafür früher nach Hause zu gehen, denn Arbeitgeber, die nicht auf die Einhaltung der Pausen achten, begehen eine Ordnungswidrigkeit und machen sich unter Umständen sogar strafbar, so Arag-Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer.

Prinzipiell beginnt die Arbeit nach der Angabe des Arag-Experten bereits, wenn der Computer oder andere Geräte hochgefahren werden. Dies zähle als Rüstzeit, die bezahlt werden müsse. Sind Arbeitnehmer dazu verpflichtet, bereits bei Arbeitsbeginn bestimmte Arbeitskleidung zu tragen und diese erst im Betrieb anzuziehen, so gehört das An- und Ausziehen zur Arbeitszeit, so Klingelhöfer mit Verweis auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Az.: 5 AZR 678/11). Die Dusche nach getaner Arbeit zähle hingegen nach neuester Einschätzung des Landesarbeitsgerichtes (LAG) Düsseldorf als Privatsache (Az.: 9 Sa 425/15).

Ab einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden steht Arbeitnehmern laut Arbeitszeitgesetz eine Mittagspause zu. Diese ist gemäß Angaben der Arag grundsätzlich unbezahlt, eine Bezahlung kann aber im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt sein. Zur bezahlten Arbeitszeit zählt in der Regel ebenso ein kurzer Gang zur Toilette, eine kurze Unterbrechung der Arbeit für eine Zigarette oder einen Kaffee dürfe der Arbeitgeber hingegen auch ganz verbieten. Ebenso könne die Anzahl der dafür erlaubten Pausen festgelegt werden.

Spezielle Regeln gelten für Geschäftsreisen zu Messen, Kundenbesuchen oder Geschäftspartnern.Wer beispielsweise den Dienstwagen an den Ort des Treffens lenkt, arbeite im Sinne des Arbeitszeitgesetzes, der Beifahrer allerdings habewährend der Fahrt Freizeit – es sei denn beide unterhalten sich geschäftlich und bereiten sich so auf den kommenden Arbeitseinsatz vor, erläutert der Rechtsexperte. Dann könne auch die Anreise im Dienstwagen als Arbeitszeit gelten.

Wer während der Bahnfahrt oder des Flugs beispielsweise am Laptop arbeitet oder eine Besprechung mit dem Chef oder Kollegen abhält, könne dies als Arbeitszeit geltend machen, nicht jedoch wenn die Zeit privat zum Lesen eines Buchs oder für ähnliches genutzt werde. Ab der Ankunft am Zielort zähle die normale Arbeitszeit, häufig regeln die Arbeitgeber in eigenen Vereinbarungen, wie es sich dann mit der Arbeitszeit, Überstunden und Spesen verhält.

Prinzipiell müssen die Unternehmen in der Europäischen Union (EU) die Arbeitszeiten aller Angestellten, Arbeiter und Außendienstmitarbeiter komplett erfassen, darauf verweist die Arag mit Bezug auf ein Urteil des Europäische Gerichtshofs (EuGH). Laut Arag-Experten sind nun alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, das Urteil in nationales Recht umzusetzen (EuGH, Az.: C-55/18).

Printer Friendly, PDF & Email
Symboldbild Transportjobs

Mehr als 750 aktuelle Jobangebote aus der Transportbranche, vom Lkw-Fahrer über Fuhrparkmanager bis zu Disposition, Teamleitung und vieles mehr mit individueller Suchfunktion und Kartenansicht bieten wir Ihnen ab sofort in unserem Job-Bereich: Ihr nächster Schritt auf der Karriereleiter?

Alle Transport-Jobs anzeigen »

Werbung