Rechtstipp: Verhalten bei Blaulicht und Martinshorn

Autofahrer sind immer wieder verunsichert wie sie sich richtig verhalten sollen, wenn sich akustisch weithin vernehmbar plötzlich Rettungs- oder Polizeieinsätze ankündigen. Die Arag gibt Tipps zum korrekten Verhalten.

Foto: Sang Hyun Cho | Pixabay.
Foto: Sang Hyun Cho | Pixabay.
Claudia Leistritz

Auf die überfallartige Alarmsituation, die ein Martinshorn auslöst, wird manchmal mit einem chaotischen Ausweichmanöver reagiert. Für die Durchfahrt der Einsatzfahrzeuge ergeben sich daraus manchmal Komplikationen. Ruhe bewahren steht also an erster Stelle, so der Versicherungsexperte. Dann gelten folgende Regeln:

Bei Ausweichbewegung Richtung anzeigen

Wer sich entschieden hat auszuweichen solle auf jeden Fall, wie bei jeder anderen Richtungsänderung auch, zur Information der übrigen Verkehrsteilnehmer einen Blinker setzen und dann wie üblich unter Beachtung von Fußgängern und Radfahrern vorsichtig zur Seite fahren. Bei Rotlicht an einer Ampel könne man, falls verkehrstechnisch möglich, auch vorsichtig die Haltelinie überfahren, um zur Seite zu kommen und Platz freizugeben.

Rettungsgasse bilden

Für eine Rettungsgasse auf einspurigen Straßen gilt: Langsamer fahren, nach rechts an den Fahrbahnrand ausweichen und nötigenfalls anhalten.

Eine Pflicht zur Bildung von Rettungsgassen gilt auf mehrspurigen Straßen und Autobahnen, so der Versicherungsexperte. Die Regel hier lautet: Immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen führt die Rettungsgasse entlang. Fahrer auf der linken Spur sollen also an den linken Fahrbahnrand, die „auf allen anderen Fahrstreifen“ möglichst weit nach rechts ausweichen.

Bußen bei Nichtbefolgen

Seit 28. April 2020 droht allen, die die Rettungsgasse unerlaubt befahren oder im gegebenen Fall nicht frei machen, eine Buße in einer Höhe von 200 bis 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg.

Schaulustige, die den Einsatz von Rettungskräften aufhalten, werden seit Anfang 2020 ebenfalls bestraft. Folgt auf das Fotografieren von Unfallopfern eine Anzeige, drohen bis zu zwei Jahren Freiheitsenzug, warnt die Arag.

Wegerecht: Freie Bahn bei Blaulicht und Martinshorn

Nur wenn das optische und akustische Signal gemeinsam erfolgen, hat der Einsatzwagen laut Straßenverkehrsordnung (StVO) auch Wegerecht. Die Maßnahme darf nur zur Rettung von Menschenleben, zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden oder zur Verfolgung flüchtiger Personen angewendet werden und verpflichtet alle Verkehrsteilnehmer, auch Fußgänger und Radfahrer, sofort den Weg frei zu machen.

Blitzer bei Ausweichen

In einer beengten Situation kann sich mancher nur noch durch starkes Beschleunigen aus der Gefahrenzone in eine geeignete Lücke manövrieren. Wer dabei geblitzt wird müsse zwar nicht gleich mit Bußgeld rechnen, so der Versicherer, hat aber seine Unschuld nachzuweisen. Und das Foto zeigt nicht unbedingt idealerweise auch das Rettungsfahrzeug im Hintergrund.

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