Werbung
Werbung
Werbung

Rechtstipp: Tschechischer Führerschein nicht immer gültig

Der zeitweilige Entzug der Fahrerlaubnis ist für den Beteiligten immer schwierig. Das gilt ganz besonders, wenn es sich um einen Berufskraftfahrer handelt. Im Ausland erworbene Führerscheine können dann weiterhelfen, müssen aber nicht.
Werbung
Werbung
Christine Harttmann

Berufskraftfahrer lassen sich gerne den ein oder anderen Trick einfallen, um nach einer Alkoholfahrt den Führerschein nicht abgeben zu müssen – oder ihn zumindest sehr schnell wiederzubekommen. Im Ausland erworbene Führerscheine sind eine Möglichkeit, weil dort die Bestimmungen zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis oft weniger streng sind als in Deutschland. Doch ganz so einfach gehe das, heißt es dazu in einer Mitteilung der Arag.

In einem aktuellen Fall wurde einem Mann 1997 wegen einer Trunkenheitsfahrt die Fahrerlaubnis entzogen. Die 2005 in den Niederlanden erworbene Fahrerlaubnis hatte er 2006 in Tschechien in einen tschechischen Führerschein umgetauscht. Mit diesem Führerschein arbeitete er in der Folge in Deutschland als Lkw-Fahrer.

Nachdem die Führerscheinstelle im Oktober 2015 durch das tschechische Verkehrsministerium Mitteilung darüber erhalten hatte, dass der Antragsteller zum Zeitpunkt der Erteilung des tschechischen Führerscheines dort keinen Wohnsitz hatte, stellte der Landkreis fest, dass der Antragsteller in Deutschland nicht mit der tschechischen Fahrerlaubnis fahren dürfe und beabsichtigte, nach der Vorlage des Führerscheines dort einen Sperrvermerk anzubringen.

Zu Recht, entschied das Verwaltungsgericht Trier. Arag Experten erläutern, dass der Lkw-Fahrer nach der einschlägigen Fahrerlaubnisverordnung nicht berechtigt ist, mit einer tschechischen Fahrerlaubnis im Bundesgebiet Fahrzeuge zu führen, da er zum Zeitpunkt des Erwerbs des Führerscheines nicht in Tschechien, sondern in Deutschland gewohnt hat (VG Trier, Az. 1 L 270/16.TR).

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung