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Rechtstipp: Strafausmaß bei Rotlichtverstoß

Mit welchen rechtlichen Konsequenzen beim Überfahren einer roten Ampel gerechnet werden muss, ist unter anderem davon abhängig, ob weitere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, so die Rechtsexperten von CosmosDirekt.
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Anna Barbara Brüggmann

Entscheidend für das Strafausmaß bei einem Rotlichtverstoß ist die Dauer der Rotphase bei der Feststellung des Delikts, beispielsweise durch ein Blitzgerät, so die Angaben von Versicherungsexperte und Jurist Frank Bärnhof von CosmosDirekt.
90 Euro werden fällig, wenn die Ampel weniger als eine Sekunde zuvor noch Gelb zeigte. Das Bußgeld steigt jedoch auf 200 Euro, wenn dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden – zusätzlich drohen dann zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot. Liegt zudem eine Sachbeschädigung vor, sind 240 Euro fällig.
War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, liegt ein sogenannter „qualifizierter Rotlichtverstoß“ vor, welcher 200 Euro Bußgeld, ein einmonatiges Fahrverbot sowie zwei Punkte zur Folge hat. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ist ein erhöhtes Bußgeld von 320 Euro (im Falle einer Sachbeschädigung von 360 Euro) zu entrichten, außerdem hat dies zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot zur Folge.
"Die Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer steigt mit Dauer der Rotlichtphase stark an. Entsprechend steigt auch das Strafmaß, das kann bis zum Führerscheinentzug und einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gehen“, erläutert Bärnhof. Fahranfänger sollten besondere Vorsicht walten lassen, denn bei einem Ampelverstoß während der Probezeit droht neben der Regelstrafe auch eine Verlängerung der Probezeit sowie eine verpflichtende Teilnahme an einem Aufbauseminar.
Zu einem Rotlichtverstoß kann es auch kommen, wenn ein Fahrer bei einem grünen Pfeil abbiegt, ohne vorher anzuhalten. Er wird dann mit 70 Euro zur Kasse gebeten. Die weitere Konsquenz: ein Punkt in Flensburg. Auch in diesem Fall steigt das Bußgeld, wenn andere gefährdet wurden. Bei Behinderung von Rad- oder Fußgängern sind es 100 Euro, bei einem Unfall 120 Euro, jeweils ein Punkt inklusive.
Ausnahmeregelungen gelten jedoch, wenn einem herannahenden Rettungsfahrzeug an einer Kreuzung Platz gemacht werden muss. Dem Versicherungsexperten zufolge darf der Fahrer dann vorsichtig die Haltelinie überfahren, um die Durchfahrt zu erleichtern. Sollte man in dieser Situation geblitzt werden, wird empfohlen, sich das Datum, die Uhrzeit und den Ort zu notieren.
Ist ein Rotlicht-Sünder in einen Unfall verwickelt, kann dies auch Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben. Wer bei Rot über eine Ampel fährt, handelt grob fahrlässig, so die Aussage des Rechtsexperten. "Er riskiert bei einem verursachten Unfall seinen Kasko-Versicherungsschutz ganz oder teilweise, je nach Leistungsumfang seiner Police", erklärt Bärnhof.

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