Rechtstipp: Auto-Check vor Urlaubsreise

Laut TÜV-Verband (VdTÜV) wollen Deutsche im Sommer 2020 bevorzugt mit dem eigenen Auto in den Urlaub fahren. Reisebeschränkungen werden mancherorts zurückgenommen und längere Strecken, auch europaweit, sind wieder möglich. Vor Fahrtantritt sollte man sein Fahrzeug allerdings gründlich checken, rät der Sicherheitsexperte.

Foto: Sang Hyun Cho | Pixabay.
Foto: Sang Hyun Cho | Pixabay.
Claudia Leistritz

Zumindest für die wichtigsten Fahrzeugelemente sollte vor einem Urlaub die richtige Funktion sichergestellt sein. Die in der Regel hohen Temperaturen, Staus in großer Hitze, ein vollbeladenes Auto mit oft dauerhaft hoher Geschwindigkeit belasten manche Fahrzeugteile in hohem Maß und können bei ungenügender Wartung schnell zum Problem werden. Besonders Reifen, Batterie, Lichtanlage und Bremsen sollten für eine ungestörte Fahrt in gutem Zustand sein, Brems- Schweibenwisch- und Motorflüssigkeit auch für eine längere Reise ausreichen. Richard Goebelt, Geschäftsbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität des TÜV-Verbands (VdTÜV), gibt Tipps für die Checkliste:

Reifen: Luftdruck und Reifenprofil

Falscher Reifendruck kann längere Bremswege verursachen, zudem reagiert das Fahrzeug vor allem in Kurven nicht optimal und auch der Kraftstoffverbrauch kann sich erhöhen. Angaben zum korrekten Reifendruck finden sich in der Regel in der Bedienungsanleitung, im Tankdeckel oder im Einstieg der Fahrertür. Vor einer Urlaubsreise, so der VdTÜV, sollte zudem der Druck noch um bis zu 50 Prozent höher liegen als angegeben.

Gesetzlich vorgeschrieben ist bei Reifenprofilen eine Mindesttiefe von 1,6 Millimetern. Sommerreifen, so die Experten, sollten aber mindestens 2,5 Millimeter Tiefe aufweisen.

Sicht: Scheibe, Wischer, Scheinwerfer

Hier gilt es zu prüfen ob die Scheibe noch intakt ist, also keine Schäden oder Steinschläge hat. Zudem sollte der Scheibenwischer noch so gut wischen, dass er auf der Scheibe keine Schlieren hinterlässt. An Licht müssen Scheinwerfer, Blinker und Warnlicht einwandfrei funktionieren und vor allem in Hinsicht auf den beladenen Zustand eingestellt sein:

„Ein letzter Blick auf die Abblendlichter lohnt sich direkt vor der Abfahrt. Mit dem Urlaubsgepäck sind Autos deutlich schwerer und eine Höhenkorrektur der Scheinwerfer verhindert, dass andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden“,

so Goebelt. Für die Höhenkorrektur der Abblendlichter befindet sich im Fahrzeug meistens links neben dem Lenkrad ein Rädchen.

Bremsen

Dass Bremsscheiben korrekt funktionieren erkennt man unter anderem daran, dass das Auto auch bei starker Bremsung noch in der Spur bleibt. Einen Hinweis auf Fehlfunktion geben beispielsweise lautes Quietschen und Vibrationen am Lenkred während des Bremsens. In diesem Fall sollte man zur Wartung der Bremsen eine Fachwerkstatt konsultieren, wo auch das Alter der Bremsflüssigkeit (möglichst nicht älter als zwei Jahre) überprüft wird.

Batterie

Auch sollte man vor Urlaubsbeginn einen Blick auf die Batterie werfen: Wenn an den Batteriepolen weißes Pulver zu sehen ist, müsse die Batterie sofort gewechselt werden, so Goebelt. „Die durchschnittiche Lebensdauer einer Batterie beträgt fünf bis sechs Jahre. Ein heißer Sommer kann einer altersschwachen Batterie enorm zusetzen und dann sogar das Ende der Fahrt bedeuten.“

Flüssigkeiten: Scheiben, Motor, Kühlung

An Flüssigkeiten ist diejenige für die Scheibenwischanlage sowie das Motoröl und die Kühlflüssigkeit auf den richtigen Füllstand zu kontrollieren.

Pannenset ist obligatorisch

In Deutschland vorgeschrieben ist laut StVO das Mitführen von Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten im Fahrzeug. Der Sicherheitsexperte rät, diese erst nach dem Gepäck im Kofferraum zu verstauen, damit im Notfall sofort darauf zugegriffen werden kann. Auch der Ersatzreifen sollte auf Tauglichkeit gecheckt werden.

Das Pannen- und Unfallset soll Folgendes beinhalten:

  • Verbandskasten
  • Warndreieck
  • Rettungsweste (für jeden Insassen eine)
  • Reserveschlüssel
  • Abschleppseil
  • Starterkabel
  • Werkzeug 
  • Taschenlampe
  • Feuerlöscher
  • Ersatzsicherungen und –glühlampen
  • Ersatzreifen, Wagenheber und Werkzeug für den Reifenwechsel

Regelungen im Ausland beachten

Vor Fahrtantritt sollte man sich auf jeden Fall bei einer Reise außerhalb Deutschlands mit den Regelungen der zu durchfahrenden Länder vertraut machen. Zum Beispiel sind in den europäischen Ländern die Vorschriften bei der Anzahl der mitzuführenden Warnwesten unterschiedlich. Auch die Regelungen in Bezug auf die Corona-Beschränkungen sollte man immer im Auge behalten, da sich diese auch schnell ändern könnten.

Am sichersten ist natürlich der professionelle Autocheck in der Fachwerkstatt oder einer der deutschlandweiten TÜV-Prüfstellen, wo auch beispielsweise die Klimaanlage überprüft oder Dachboxen fachgerecht montiert werden können.

Der TÜV-Verband (VdTÜV) vertritt eigenen Angaben zufolge die politischen und fachlichen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Der Verband setzt sich für technische Sicherheit bei Produkten, Anlagen und Dienstleistungen durch unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung ein. Der TÜV-Verband hat das Ziel, das hohe Niveau der technischen Sicherheit in unserer Gesellschaft zu wahren und Vertrauen für die digitale Welt zu schaffen.

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