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Rail Cargo Austria: Tarife werden ab August angepasst

Die ÖBB-Güterverkehrstochter hat angekündigt, Tarifanpassungen im nationalen unbegleiteten kombinierten Verkehr vornehmen zu wollen. Unrentable Transporte seien betriebswirtschaftlich nicht vertretbar.
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Redaktion (allg.)
Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) hat eigenen Angaben zufolge während der Wirtschaftskrise im nationalen und internationalen Konkurrenzvergleich gewonnen. Während der Schienengüterverkehr in Österreich um insgesamt 19 Prozent zurückgegangen ist, verzeichnet RCA ein Minus von rund 16 Prozent. 2011 will RCA mit dem nationalen und internationalen Teil des Geschäftes in die schwarzen Zahlen fahren, 2012 soll RCA-Tochter Rail Cargo Hungaria ebenfalls positiv bilanzieren. Ab 2013 strebt RCA eine angemessene Umsatzrentabilität und eine entsprechende Verzinsung des Eigenkapitals an. Diesem Mittelfristplan liegen Maßnahmen mit einem Ergebnisvolumen von über 200 Millionen Euro zu Grunde. Zudem werden die verlustreichsten Verkehre im nationalen unbegleiteten kombinierten Verkehr (nationaler UKV) saniert, die rund vier Prozent des 200 Millionen Euro Maßnahmenpakets ausmachen. Der nationale unbegleitete kombinierte Verkehr (nationaler UKV) sei wegen hoher Kosten für das flächendeckende Netzwerk seit jeher nur bedingt kostendeckend zu führen. Bisher konnte diese mangelnde Kostendeckung durch positive Erträge bei den internationalen Verbindungen einigermaßen ausgeglichen werden. Durch die Liberalisierung und dem in der Wirtschaftskrise noch intensiver geführten Wettbewerb mit der Straße wurden auch die Erträge im internationalen Geschäft geringer. Die nicht kostendeckenden Verkehre im nationalen UKV müssen nun mit 1. August 2010 durch eine Tariferhöhung von 9 bis 14 Prozent an ein betriebswirtschaftlich vertretbares Maß herangeführt werden. Die Tariferhöhung betrifft rund ein Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens bei Rail Cargo Austria. „Wir können es uns nicht mehr leisten, Transporte abzuwickeln, die uns ein Loch in die Bilanz schlagen“, erläutert Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria. Vorwürfe, dass durch die Tarifanhebung Transporte von der Schiene auf die Straße verlagert werden könnten, lässt Macher nicht gelten. „Jeder Kunde trifft selbst die Entscheidung, ob seine Transporte auf der umweltfreundlichen Schiene oder der Straße rollen. Rail Cargo Austria versucht alles, um Transporte auf die Schiene zu verlagern, muss aber auch betriebswirtschaftlich denken. Wir können unrentable Transporte nicht mehr führen, nur damit sich irgendjemand auf unsere Kosten ein grünes Mäntelchen umhängen kann. Wirtschaft, Politik, Interessensvertretungen müssen europaweit vernetzt denken und mitarbeiten, damit die Schiene als Transportmittel forciert wird. Anfang 2009 wäre bereits eine längst überfällige Tariferhöhung im nationalen UKV geplant gewesen. Zur Unterstützung der verladenden Wirtschaft in der Wirtschaftskrise wurde diese Preisanpassung ausgesetzt und um ein halbes Jahr auf Juli 2009 verschoben. Zudem erhöhte Rail Cargo Austria die Tarife nicht im betriebswirtschaftlich erforderlichen Umfang. Mit der nunmehr zweiten Tariferhöhung für bislang unrentable Transporte im nationalen UKV nähert sich der Preis in diesem Segment der wirtschaftlichen Vertretbarkeit. Die betroffenen Kunden im rein nationalen UKV sind über die Tariferhöhungen bereits informiert worden. Vor- und Nachlaufverbindungen zu internationalen Verkehren sind nur marginal, die Rollende Landstraße ist davon gar nicht betroffen. Aktuell umfasst das gesamte Aufkommen des unbegleiteten Kombinierten Verkehrs der RCA rund 800.000 Ladeeinheiten. Davon sind rund 60.000 Ladeeinheiten im relevanten Segment unterwegs. (swe)(sw)
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