Quehenberger Logistics: Carrier Portal schafft stabile Geschäftsbeziehungen

Das Portal für Subunternehmer geschaffene Portal ist eine Eigenentwicklung des Logistikdienstleisters. Es unterstützt täglich 3.500 Lkw. Produktivität und Effizienz steigen auf beiden Seiten. Entwicklung im Baukastensystem soll Akzeptanz beim Nutzer erhöhen.

Das Portal soll für mehr Transparenz bei den Transportunternehmen sorgen. (Foto Quehenberger)
Das Portal soll für mehr Transparenz bei den Transportunternehmen sorgen. (Foto Quehenberger)
Christine Harttmann

Rund 3.500 Lkw von externen Transportunternehmen führen täglich Transporte für die Abteilung Q Direct von Quehenberger Logistics durch. Sie erledigen Frachtaufträge für den österreichischen Logistiker, unterstützt und gesteuert werden sie über das von Quehenberger Logistics entwickelte Carrier Portal, einem Projekt der Digitalisierungsstrategie, das Quehenberger seinen Frächtern anbietet. Ein Selbstläufer ist soetwas jedoch nicht automatisch, weiß CEO Christian Fürstaller:

„Diese digitalen Werkzeuge verbreiten sich derzeit rasch, häufig enttäuschen sie aber die Erwartungen der Nutzer. Sie müssen gerade für interne und externe Partner einen handfesten Nutzen bringen“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Aufwand und Kosten senken

Rund die Hälfte des Gesamtumsatzes von 580 Millionen Euro im Jahr 2023 kam aus dem Produktbereich Q Direct. Neben dem eigenen Fuhrpark von etwa 250 Lkw werden dafür Lkw von externen Transportunternehmen in Österreich sowie in Osteuropa eingesetzt. Täglich sind für den österreichischen Transport- und Logistikdienstleister im Durchschnitt rund 3.500 Fahrzeuge unterwegs.

„Die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen war administrativ aufwendig und verursachte hohe Kosten“, sagt Robert Köbrunner, Head of Q Direct.

Hier soll das Carrier Portal Abhilfe schaffen.

Neuverteilung der Arbeitsaufgaben bringt zahlreiche Vorteile

Das Portal kehre die branchenübliche Arbeitsverteilung um, beschreibt Quenberger. Das Transportunternehmen arbeite im Portal und habe dadurch mehr Transparenz. Wesentliche Informationen, wie die Sendungsreferenz, die Frachtdokumente und die geplanten Zahlungsavis können im Portal abgerufen werden. Der Workflow läuft digital, auf Papier kann man derzeit aber noch nicht ganz verzichten.

„Vor allem bei den Frachtpapieren, CMR-Frachtbriefen, gibt es Verbesserungspotenzial. Es fehlt nach wie vor ein branchenübergreifender Standard für digitalisierte Frachtdokumente, den sogenannten e-CMR. Rechtlich wurden die Voraussetzungen vor zwei Jahren geschaffen, aber es hat sich noch kein einheitlicher Standard etablieren können“, so Köbrunner.

Prozesse wurden verschlankt

Dennoch konnte der Prozess mit dem Carrier Portal deutlich verschlankt werden. Administrative, zeitintensive Aufgaben wurden digitalisiert und in das Carrier Portal integriert.

„Diesen Nutzen schätzen immer mehr unserer externen Partner. Das ist ein Beispiel dafür, wie wir es geschafft haben, den Arbeitsaufwand für Frächter und Lenker deutlich zu reduzieren. Die Auftragspapiere werden in das Carrier Portal hochgeladen, ab da läuft die Kommunikation digital. Über die aktuellen Aufträge hinaus bietet das Carrier Portal auch ein Dokumenten-Archivierungssystem, ein GPS-Dashboard mit den aktuellen Positionen der Lkw und eine Übersicht der Frachtgutschriften mit integriertem 24-Stunden-Bezahlsystem. Benötigt der Frächter vorab eine Zahlung, z.B. für eine anstehende Reparatur am Fahrzeug, kann das bequem über das Carrier Portal gebucht werden, die Zahlung wird automatisiert ausgelöst und landet innerhalb von 24 Stunden auf dem Bankkonto des Frächters“, konkretisiert Köbrunner.

Höhere Produktivität durch Digitalisierung

Etwa 300 der Frächter sind Premium Partner mit ständigen Aufträgen, die übrigen arbeiten auf Tagesbasis über Spotmärkte mit Quehenberger zusammen. Letztere haben einen beschränkten Zugang zum digitalen System, sind aber ebenfalls in das Carrier Portal integriert. „Uns freut, dass aus Tagespartnerschaften immer wieder Premium Mitglieder werden, weil die Auftragnehmer die Vorteile nicht mehr missen wollen“, betont Robert Köbrunner. Aber auch Quehenberger zieht aus dem Portal Nutzen. Der Arbeitsaufwand hat durch die überwiegend digitale Abwicklung trotz der Verlagerung zu Quehenberger spürbar abgenommen.

„Wir verwalten deutlich mehr Umsatz mit einer gleich großen Mannschaft“, ist CEO Fürstaller vom Modell überzeugt. „Nutzen muss für den Anwender immer überwiegen!“

Das Erfolgsgeheimnis liegt im agilen Programmieren: Das Portal startete mit einer Minimalvariante dem sogenannten MVP-Prinzip (Minimum Viabel Product) in einer eigenen Entwicklungsumgebung. Anschließend wurde es durch wenige Bausteine, sprich Arbeitsfunktionen, langsam weiterentwickelt.

„Dadurch überwiegt der Nutzen“, betont Fürstaller.

Die Weiterentwicklungen des Systems werden im eigenen Haus erarbeitet und programmiert. Als nächsten Schritt werden die interaktiven Angebote des Portals ausgebaut. Im eigenen Fuhrpark wurde bereits eine Fahrer App eingeführt, die jedem Lenker die Möglichkeit gibt, in Echtzeit Informationen zur Auftragserledigung zu verwenden.

Diese so genannte Driver App wird nun auch bei den fixen Transportpartnern ausgerollt, so kann die Kommunikation über Carrier Portal und Mobile App zwischen Disponenten und Fahrern deutlich verbessert werden.

Quehenberger Logistics verfolgt seit 2018 konsequent eine Strategie der Digitalisierung des operativen Geschäfts. In den fünf Produktbereichen Teil- und Komplettladung, Kontraktlogistik, Luft- und Seefracht und Branchennetzwerke sind die Hauptprozesse bereits durchgängig digitalisiert. Dafür ist in dem Salzburger Unternehmen eine integrierte Software-Architektur aufgebaut worden, die kontinuierlich erweitert wird. Eines der jüngsten Projekte ist die Entwicklung einer KI-unterstützten Auftragserfassung.

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